Hermann Seeger (Maler)

Hermann Seeger (* 15. Oktober 1857 in Halberstadt; † 23. Februar 1945 in Krössinsee bei Dramburg) war ein deutscher Maler.

Leben

Seeger wurde als Sohn eines Schneidermeisters geboren. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870–1871 wohnte bei den Eltern ein gefangener französischer Offizier. Dieser wurde auf die Begabung des Jungen aufmerksam und schenkte ihm einen Tuschkasten.

1875 machte Hermann Seeger Abitur, dann studierte er in Leipzig und Halle Philologie. Während seines Studiums wurde er 1878/79 Mitglied der Sängerschaft Fridericiana Halle.[1] Nach seinem Studium wurde er von 1883 bis 1885 als Lehrer am Realgymnasium in Halberstadt tätig und promovierte über Altfranzösisch.

Seine Tätigkeit als Lehrer befriedigte ihn nicht. Aus diesem Grund folgte ein weiteres Studium von 1885 bis 1886/87 an der Akademischen Hochschule für bildende Künste in Berlin bei Otto Brausewetter und Paul Thurmann und er arbeitete danach unter Leitung von Karl Gussow in dessen Privatatelier. Dieses Studium konnte er nur durch die Hilfe seiner Geschwister finanzieren. Hier lernte er auch seine spätere Frau Marie Cramer von Clausbruch (Schwester von Rudolf Cramer von Clausbruch) kennen. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Gesang. 1894 bekam Hermann Seeger eine Direktionsassistentenstelle an der Akademischen Hochschule, die er bis 1923 innehatte, und so konnten sie endlich heiraten. Sie hatten zusammen zwei Söhne und zwei Töchter. 1912 wurde er zum Professor ernannt.[2]

Er arbeitete als Maler und Graphiker in Berlin. Das Adressbuch verzeichnete ihn u. a. 1943 in der Zehlendorfer Leuchtenburgstraße 41. In der Zeit des Nationalsozialismus war Seeger Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Er war 1938 mit zwei Gemälden auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten, von denen Hitler eines erwarb.

Seeger malte in Öl auf und auf anderen Substraten wie z. B. Hartfaser. Bekannt sind besonders seine vielen Bilder von Mädchen (v. a. seine Töchter Hildegard (1899–1983) und Ilse (1904–1994) verheiratet mit Wolfgang Pohl) in den Dünen an der Ostseeküste.

Werke

  • Familie im Garten
  • Tänzerin mit Tamburin am Meeresstrand
  • Blumenpflückende Mädchen
  • Rauchende Gassenjungen
  • Junger Mann seiner Braut im Walde vorlesend
  • Diele in einem holländischen Bauernhause
  • Feldrain
  • Abend wird es wieder / Sommersonnenstudie
  • Eine hungrige Seele
  • Goethe und Friederike in Sesenhaim (Abb. in „Gartenlaube“ -1899 )
  • Die Kirschenpflücker
  • Mädchen in den Dünen am Nordseestrand auf Sylt
  • Strand mit Dünen
  • Amrumer Dünen (um 1938, Öl; auf der Großen Deutschen Kunstausstellung von Hitler erworben)[4]
  • Blick auf Norddorf-Amrum (um 1938, Öl)[5]

Literatur

  • Anton von Werner: Ansprachen und Reden an die Studirenden der königlichen akad. Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin und Verzeichniss der Lehrer, Beamten und Schüler derselben seit 1875. Rud. Schuster, Berlin 1896, S. 275 (Volltext in der Google-Buchsuche).
Commons: Hermann Seeger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Paul Meißner (Hrsg.): Alt-Herren-Verzeichnis der Deutschen Sängerschaft. Leipzig 1934, S. 84.
  2. Antje Kalcher, Dietmar Schenk: Vor der UdK. 1. Auflage. Universität der Künste Berlin, 2024, S. 28 (kobv.de [PDF]).
  3. Hermann Seeger: Ruhe auf der Flucht. Bild. 1906. In: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/nationalgalerie/home/. Alte Nationalgalerie, 1906, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  4. Amrumer Dünen — Die Großen Deutsche Kunstausstellungen 1937 – 1944/45. Abgerufen am 21. Oktober 2025.
  5. Blick auf Norddorf-Amrum — Die Großen Deutsche Kunstausstellungen 1937 – 1944/45. Abgerufen am 21. Oktober 2025.