Hermann Kreitmeir (Windsurfer)
Hermann Kreitmeir (* 30. September 1953 in Lindau; † 31. Januar 2023 in Lindau am Bodensee) war ein deutscher Windsurfer, Unternehmer und Kommunalpolitiker. Er wurde 1976 Vize-Weltmeister im Windsurfen (Schwergewichtsklasse), gründete 1975 eine VDWS-zertifizierte Surfschule am Bodensee und war von 1984 bis 2020 Stadtrat in Lindau, zunächst für die CSU, ab 2017 für die von ihm mitgegründete Bürger Union (BU).
Leben
Hermann Kreitmeir wurde 1953 in Lindau geboren und verbrachte sein gesamtes Leben in der Stadt. Er besuchte das Bodensee-Gymnasium Lindau. Er war verheiratet und hatte drei Kinder. Sein Sohn übernahm 2012 die Surfschule, die er 1975 gegründet hatte.[1]
Bereits in der Schulzeit organisierte er Veranstaltungen, Partys, Segeltrips und Modeshows. Er war Motorradfahrer und unternahm Reisen in der Region sowie in Europa. Zu seinen Aktivitäten gehörten der Vize-Weltmeistertitel im Windsurfen 1976 auf den Bahamas sowie der Weinbau im Piemont seit 1994.[2]
Sportliche Karriere
Kreitmeir begann 1973 mit dem Windsurfen und gilt als Pionier der Sportart in Deutschland und am Bodensee. Nur drei Jahre später, 1976, wurde er bei der Windsurfer-Weltmeisterschaft auf den Bahamas Vize-Weltmeister in der Schwergewichtsklasse, nachdem er den Favoriten Karl-Heinz Stickl knapp besiegte.[3]
Er nutzte seinen Erfolg für Marketing: Bei einem Fototermin im Föhnsturm vor der Lindauer Hafeneinfahrt inszenierte er einen spektakulären Sturz auf seinem gelben Ten Cate Board, der 1976 als doppelseitiges Poster in der Heftmitte im Windsurfing Magazin erschien.[3] Später war er Skilehrer für Akrobatik und Mitglied der deutschen Faustball-Nationalmannschaft.[3]
Unternehmerische Tätigkeiten
1975 gründete Kreitmeir die VDWS-zertifizierte „Surfschule Kreitmeir“ am Eichwaldbad in Lindau, die zu einer zentralen Anlaufstelle für Windsurf- und Stand-up-Paddle-Kurse wurde.[4][5] Nach seinem Tod 2023 endete der Betrieb, da der Pachtvertrag mit der Therme Lindau nicht verlängert wurde.[6]
Neben der Surfschule betrieb er einen Surfshop sowie eine Verlags- und Werbeagentur mit Fokus auf Architektur und Bauwirtschaft, in der er unter anderem für die „Lindauer Bürgerzeitung“ tätig war. Ab 1994 bewirtschaftete er ein Weingut in der Langhe-Region des Piemont und produzierte unter der Marke „Hermanno“ Barolo-Weine.[3][2]
Politische Laufbahn
Hermann Kreitmeir war von 1984 bis 2020 insgesamt 36 Jahre Stadtrat in Lindau (Bodensee) und zeitweise Kreisrat. Er setzte sich für Bürgerbelange, Einzelhandel und städtische Projekte ein und war in den Ausschüssen für Finanzen, Bau und Umwelt sowie Rechnungsprüfung aktiv.[2]
Bis Februar 2017 gehörte er der CSU-Fraktion an; am 20. Februar 2017 verließ er diese gemeinsam mit Roland Freiberg und Oliver Eschbaumer aufgrund von Differenzen zu Großprojekten wie der Therme Lindau, Haushaltsfragen und Straßenausbaubeiträgen (STRABS). Die drei gründeten daraufhin die Bürger Union (BU).[7]
Einzelnachweise
- ↑ Stadtrat. Abgerufen am 31. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ a b c Christian Flemming: Mit Hermann Kreitmeir stirbt ein Original der Lindauer Insel. 7. Februar 2023, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ a b c d Was macht Hermann Kreitmeir? Abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ Surfen. Abgerufen am 31. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ Surfschule Kreitmeir Lindau. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ VDWS Surfschule und Supschule Kreitmeir Lindau. Abgerufen am 31. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ Dirk Augustin: Drei verlassen die CSU-Fraktion. 21. Februar 2017, abgerufen am 31. Oktober 2025.