Hermann Grauerholz

Hermann Grauerholz (* 9. März 1897 in Schiffdorf; † 4. Februar 1991 in Bremerhaven) war ein deutscher Musikpädagoge und Turner. Er gilt als Nestor der deutschen Tanzspielbewegung.[1]

Leben und Wirken

Hermann Grauerholz war ausgebildeter Turn- und Sportlehrer. Nach dem Ersten Weltkrieg legte er 1919 die Lehrerprüfung am Lehrerseminar Bederkesa ab. Das Sportdiplom erwarb er in Münster. Bis 1925 arbeitete er als Lehrer in Holßel, danach in Geestenseth und Wesermünde. Im Jahre 1927 erhielt er eine Anstellung als Lehrer in Bremerhaven. Ab 1929 begann er lyrische, romantische und dramatische Tanzspiele zu entwerfen, die bei Turnfesten und anderen Veranstaltungen aufgeführt wurden. Zuvor hatte er Unterricht im Ausdruckstanz bei Mary Wigman und Rudolf Laban genommen. Von 1930 bis 1960 leitete er ein Tanzspielstudio in Bremerhaven. Den Nationalsozialismus begrüßte er: „Nationalsozialismus ist die Erfassung der Masse, damit ein Volk daraus werde“, schreibt Hermann Grauerholz im September 1933 vor und versteht den Bewegungschor als „festkulturelle Zusammenschaltung“, deren „Chortanzdisziplin“ zur „Hochachtung vor dem Gemeinschaftsorganismus und vor dem harmonischen Staat“ erziehe.[2] Er schuf in der Zeit Stücke mit Titeln wie Gib uns Arbeit Vaterland! (1934), Ein Volk griff zum Spaten (1934) oder Bewegtes Volk (1935/36).

Grauerholz verfasste mehrere Sportbücher und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.

Werke

  • Olympia. Festspiel und Bewegungsbuch, Heine, Wilhelmshaven 1935.
  • Frauenwerk. Ein Bewegungs-Festspiel, Heine, Wilhelmshaven 1936.
  • Tanzspiele (zusammen mit Gisela Steltz), Limpert, Frankfurt a. M. 1957.

Einzelnachweise

  1. Hartmut Bickelmann: Grauerholz, Hermann. In: ders. (Hrsg.): Bremerhavener Persönlichkeiten aus vier Jahrhunderten. Ein biographisches Lexikon (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bremerhaven, Bd. 16). Bremerhaven 2002, S. 106–108, ISBB 3-923851-24-3 (mit biografischen Daten u. Foto).
  2. Hermann Grauerholz: Der Nationalsozialismus als gestaltgebende Kraft für den Bewegungschor. In: Der Tanz. 6. Jg., Heft 9, 1933, S. 3–4.