Hermann Georg Fiedler

Hermann Georg Fiedler (* 28. April 1862 in Zittau; † 10. April 1945 in Oxford) war ein deutsch-britischer Germanist und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Hermann Georg Fiedler legte seine Reifeprüfung 1881 bzw. 1884 (Ergänzungsprüfung) am Gymnasium in Zittau ab. Anschließend studierte er bis 1888 Neuere Philologien an der Universität Leipzig. Dort promovierte er 1888, ohne eine schriftliche Dissertation einzureichen. Von 1888 bis 1890 war er Dozent für deutsche Sprache und Literatur am Queen Margaret College for Ladies und an der University of Glasgow. Von 1890 bis 1907 lehrte er als Professor am Mason College bzw. ab 1900 der University of Birmingham. Von 1907 bis 1937 war er dann Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Oxford. Als Erzieher des Prince of Wales, dem späteren König Edward VIII. in der Zeit von 1912 bis 1914 begleitete er diesen auf zwei seiner Deutschlandreisen. Seit 1926 war Fiedler Fellow des Queen’s College der Universität Oxford.

Hermann Georg Fiedler, der im Jahre 1913 die britische Staatsbürgerschaft erwarb, arbeitete vor allem über die Literatur Goethes und Schillers und die Literatur des Mittelalters und beschäftigte sich mit dem Deutschunterricht für Ausländer. Er gehörte vielen wissenschaftlichen Gesellschaften an und erfuhr mehrere Auszeichnungen. So verlieh ihm der deutsche Kaiser 1911 den Roten Adler-Orden (Ritter 4. Klasse), außerdem gehörte er seit 1914 dem Royal Victorian Order an. Die Universität Oxford verlieh ihm 1938 eine Ehrendoktorwürde.

Ein großer Teil seines Nachlasses befindet sich in der Taylor Institution in Oxford.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Schillers Freundschaft mit Goethe (= Publications of the English Goethe Society, Bd. 12). Moring, London 1910.
  • (Hrsg.): Das Oxforder Buch deutscher Dichtung vom 12ten bis zum 20sten Jahrhundert. Mit einem Geleitworte von Gerhart Hauptmann. Universitäts-Verlag, Oxford 1911 (2. Aufl. 1927).
  • (Hrsg.): A book of German verse from Luther to Liliencron. Clarendon, Oxford 1916 (dt. Ausgaben erschienen in mehreren Neuausgaben, zuletzt: Das Oxforder Buch deutscher Prosa von Luther bis Rilke. Universitäts-Verlag, Oxford 1949).
  • (mit Gavin De Beer): A German reader for biology students. University Press, Oxford 1933.
  • A contemporary of Shakespeare on Phonetics and on the Pronounciation of English and Latin. University Press, Oxford 1936.
  • Memories of fifty years of the English Goethe Society. University Press, Cambridge 1936.
  • (mit Francis E. Sandbach): A Second German Course for science science students. 2. Aufl. University Press, Oxford 1944.
  • (Hrsg.): August Wilhelm von Schlegel / George Toynbee: Lectures on German literature from Gottsched to Goethe. Blackwell, Oxford 1944.
  • Textual studies of Goethe's Faust. Blackwell, Oxford 1946.

Festschrift

  • German studies. Presented to H.G. Fiedler by pupils, colleagues, and friends on his 75. birthday 28. April 1937. Clarendon Press, Oxford 1938.
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Einzelnachweise

  1. Jill Hughes: Hermann Georg Fiedler. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 1. De Gruyter, Berlin 2003, S. 486–488, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).
  2. Catalogue of the Fiedler collection. Manuscript material and books up to and including 1850. Taylor Institution, Oxford 1962.