Here Today Gone Tomorrow
| Here Today Gone Tomorrow | ||||
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| Studioalbum von Paul Dunmall | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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| Label(s) | RogueArt | |||
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
3 | |||
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1:03:15 | ||||
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Besetzung |
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Michel Dorbon | ||||
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Studio(s) |
Sansom Studios, Birmingham | |||
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Here Today Gone Tomorrow ist ein Musikalbum von Paul Dunmall. Die am 30. April 2022 in den Sansom Studios in Birmingham entstandenen Aufnahmen erschienen am 9. Dezember 2024 auf RogueArt.
Hintergrund
Der Saxophonist Paul Dunmall spielte das Album mit dem Pianisten Liam Noble, dem Bassisten John Edwards und dem Schlagzeuger Mark Sanders ein. Dargeboten werden drei längere Improvisationen. Dunmall, Edwards und Sanders arbeiteten seit den 1990er-Jahren in verschiedenen Konstellationen zusammen; Liam Noble ist seit dem Album Chords of Connections (2016) Mitglied des Quartetts. Zuletzt 2024 hatten Edwards, Noble, Sanders und Dunmall das kollaborative Album Disappearing Worlds (FMR Records) vorgelegt.
Titelliste
- Paul Dunmall: Here Today Gone Tomorrow (RogueArt – ROG-0139)[1]
- Here Today Gone Tomorrow 22:34
- Speaking Silence 25:48
- Lights 14:53
Die Kompositionen stammen von John Edwards, Liam Noble, Mark Sanders und Paul Dunmall.
Rezeption
Improvisierte Musik mag oft flüchtig sein, doch Here Today Gone Tomorrow würde das langjährige Quartett des britischen Saxophonisten Paul Dunmall auf dem Höhepunkt kollektiver Klarheit einfangen, lobte John Sharpe in All About Jazz. Sein Quartett präsentiere drei Stücke kompromisslosen Free Jazz, welcher die seltene Souveränität einer Band mit langjähriger Bühnenerfahrung offenbare. Über die Jahre hätten sie ein so tiefes Zusammenspiel entwickelt, dass – ein Merkmal der besten Free-Jazz-Formationen – die Verantwortung für das Erkunden unbekannten Terrains gleichermaßen geteilt werde. Obwohl Dunmall bereits ein Veteran ist, bleibe er ein wandlungsfähiger Musiker, der wisse, dass die Stärke darin liegt, Linien zu gestalten, die Spannung aufbauen, ohne auf einfache Höhepunkte zurückzugreifen. Noble wiederum würde aus einem breiten stilistischen Spektrum schöpfen und seine Interpretationen von subtilen harmonischen Anspielungen bis hin zu perkussiven Elementen reichen lassen. Edwards und Sanders seien auf ihre Art einzigartig und bildeten das gefragteste Bass-Schlagzeug-Team des Landes. Daher würde hier keine Abfolge festgelegter Stücke entstehen, sondern ein kontinuierlicher Schöpfungsprozess, in dem individuelle Meisterschaft den Bedürfnissen des Augenblicks diene. Das Ergebnis sei ein Album, dessen sich entwickelnde Architektur durch ihre Spontaneität und Form gleichermaßen besteche.[2]
Auf der Quartett-CD gelinge es Dunmall trotz seiner Beherrschung erweiterter Spieltechniken mit einem klassischen Ensemble in den drei ausgedehnten Stücken sowohl Verbundenheit als auch Konflikte zum Ausdruck zu bringen, meinte Ken Waxman (JazzWord). Seine Klänge auf beiden Saxophonen würden in einigen Registern intermittierende Töne und raue Schmiergeräusche, in anderen hingegen wimmernde und jaulende Nuancen umfassen. Auch hauchige, träge Zwischenspiele fänden ihren Platz im Programm, wie etwa in „Lights“, wo horizontale Blasinstrumentenklänge auf eine romantische Klavier-Gegenmelodie treffen würden. In Anlehnung an McCoy Tyner, Matthew Shipp und andere würde sich Noble nicht darauf beschränken, lediglich zu begleiten oder Glissandi für einfühlsame Begleitung oder akkordische Einwürfe zu verwenden, so Waxman. Zwar führe er mit sanften Klavierlinien einige Themen ein, wie beispielsweise in „Speaking Silence“, doch diese schlügen schnell in abrupte Sprünge um, die jede Modulation betonen. Er zeige zudem ein fesselndes Tastenspiel, das die perkussive und vibrierende Unterströmung von Edwards und Sanders sowie die kontrapunktischen, gebrochenen Akkorde raffiniert ergänze und die geschwungenen und gedehnten Passagen des Saxophonisten in eine durchdachte Erzählung einbette.[3]
John Sharpe (All About Jazz) zählt Here Today Come Tomorrow zu den besten Alben des Jahres 2025.[4]
Weblinks
- Paul Dunmall: Here Today Gone Tomorrow. In: Bandcamp. 9. Dezember 2024 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Paul Dunmall: Here Today Gone Tomorrow. In: Discogs. Abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ John Sharpe: Paul Dunmall: Here Today Gone Tomorrow. In: All About Jazz. 10. Dezember 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Ken Waxman: Paul Dunmall. In: JazzWord. 24. November 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ John Sharpe: John Sharpe's Best Jazz Albums Of 2025. In: All About Jazz. 27. Dezember 2025, abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).