Herbert Adams (Bildhauer)

Herbert Adams (* 28. Januar 1858 in West Concord, Vermont; † 21. Mai 1945 in New York City) war ein US-amerikanischer Bildhauer.[1]

Leben

Herbert Adams wurde 1858 in West Concord im US-Bundesstaat Vermont geboren. Er studierte zunächst am Worcester Institute of Technology und an der Boston Normal Art School, bevor er 1885 nach Paris ging. Dort lebte er bis 1890 und wurde unter anderem von Antonin Mercié und Marius Jean ausgebildet. In dieser Zeit entstand 1887 seine erste bedeutende Marmorbüste, das Porträt von Adeline Valentine Pond, die später seine Ehefrau wurde. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten avancierte er zu einer der prägenden Persönlichkeiten der amerikanischen Bildhauerei zwischen 1890 und 1920: So wurde er 1906 Vizepräsident und von 1917 bis 1920 Präsident der National Academy of Design in New York. Zudem war er Gründer und Präsident der National Sculpture Society. Von 1909 bis 1945 wirkte er als Kurator der American Academy in Rom und war von 1941 bis 1944 deren Vizepräsident.[1]

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Preise des Pariser Salons (1888, 1889), eine Medaille des Philadelphia Art Club (1892), eine Goldmedaille auf der Louisiana Purchase Exposition in St. Louis (1904) sowie eine Goldmedaille der National Academy of Design (1916). In Paris stand er unter dem Einfluss der Florentiner Renaissance, insbesondere der Werke der Della Robbia und Lorenzo Ghiberti. Herbert Adams war bekannt für seine polychromen Arbeiten und vor allem für seine idealisierten Frauenbüsten. Herbert Adams starb 1945 in New York City.[1]

Werk

Herbert Adams schuf ein umfangreiches plastisches Œuvre, das Porträtbüsten, Statuen, Reliefs, Bronzetüren und öffentliche Denkmäler umfasst. Zu seinen frühen und bekanntesten Werken zählen La Jeunesse(1893) und Singing Boys (1894), die sich im Metropolitan Museum of Art in New York befinden. Zu den bedeutendsten sakralen Arbeiten gehören die Bronzetüren des Vanderbilt Memorials (1904), das Tympanon der St. Bartholomew’s Church in New York, das Hoyt Memorial in der Judson Memorial Church sowie der Pratt Memorial Angel der Baptist Emmanuel Church in Brooklyn.[1]

Für öffentliche Institutionen schuf Herbert Adams unter anderem das William-Cullen-Bryant-Denkmal (1911) für die New York Public Library, eine Bronzebüste John Marshalls für die Hall of Fame for Great Americans der New York University sowie das Porträt von Frederick C. Havemeyer (1904) für die Columbia University. In der Library of Congress in Washington entstanden Bronzetüren und mehrere Statuen, darunter die Statue von Joseph Henry (1911). Weitere Werke sind der McMillan-Brunnen in Washington, das Jonathan Edwards Memorial in Northampton (Massachusetts), die Bulfinch Memorial Tablets im Boston State House und ein Brunnen in Fitchburg (Massachusetts).[1]

Zudem befinden sich Werke von ihm in Museen wie der Corcoran Gallery (Primavera, 1893), dem Newark Museum (Infant Burbank) und der Hispanic Society of America (Porträt von Adeline Valentine Adams, 1888). Adams nahm an wichtigen internationalen Ausstellungen teil, darunter die Weltausstellung in St. Louis (1904) und die Panama-Pacific International Exposition in San Francisco (1915).[1]

Literatur

  • Adeline Valentine Adams: Herbert Adams: American Sculptor. American Federation of Arts, New York, 1930.
  • Gustav Stickley: Craftsman Homes and American Sculpture. Craftsman Publications, New York, 1913.
  • Lorado Taft: American Sculpture. Macmillan, New York, 1903.
  • Lewis Mumford: Sticks and Stones. A Study of American Architecture and Sculpture. Boni and Liveright, New York, 1924.
  • Louise und Arthur Valentine: The American Academy in Rome. University Press of Virginia, Charlottesville, 1973.
  • F. Turner Reuter Jr.: Animal and Sporting Artists in America. National Sporting Library, Middleburg (Virginia), 2008.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.
Commons: Herbert Adams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris 2006.