Herbartgymnasium Oldenburg
| Herbartgymnasium | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Gründung | 1844 |
| Adresse | Herbartstraße 4 26122 Oldenburg |
| Land | Niedersachsen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 53° 8′ 25″ N, 8° 12′ 24″ O |
| Schüler | ca. 1000 |
| Leitung | Annika Neesen[1] |
| Website | herbartgymnasium.de |
Das Herbartgymnasium Oldenburg (HGO) ist ein allgemeinbildendes Gymnasium im niedersächsischen Oldenburg.
Geschichte
Die Schule wurde im Jahre 1844 gegründet und hatte im Laufe der Zeit verschiedene Namen: Städtische Höhere Bürgerschule, Staatliche Oberrealschule, Staatliche Oberschule, Hindenburg-Schule (1938–1988) und seit dem 1. August 1988 Herbartgymnasium nach dem Pädagogen und Philosophen Johann Friedrich Herbart, der für eine realistische Bildung als Alternative zur humanistischen eintrat.
Da nach der Abschaffung der Orientierungsstufe die Kapazitäten des Gebäudes nicht mehr ausreichten, wurde eine Außenstelle im Stadtteil Kreyenbrück geschaffen, in der jeweils zwei der insgesamt vier Klassen der Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben unterkommen. Aufgrund der Nachfrage von Integrierten Gesamtschulen in Oldenburg und der damit verbundenen Gründung der IGS Kreyenbrück hat das Herbartgymnasium diesen Standort verloren und zum Schuljahr 2013/2014 eine neue Außenstelle in der ehemaligen Comeniusschule an der Hauptstraße im Stadtteil Eversten bekommen. An diesem Standort werden derzeit die Jahrgänge 8–10 unterrichtet.
Zum Anfang des Schuljahres 2007/08 wurde einem Jahr Bauzeit die neue Mensa fertiggestellt. Zwei neue Kunsträume sind ebenfalls vorhanden.
Besonderheiten
- Seit 1987 wird das Fach Japanisch angeboten (das HGO ist in Niedersachsen eine von zwei Schulen mit diesem Angebot).
- Seit 1988 besteht im Herbartgymnasium ein Messlabor für ionisierende Strahlung mit Diffusionsnebelkammer, in dem Schüler selbsttätig experimentieren können. An einer Schule ist eine solche Einrichtung bislang einmalig.
- Seit dem Schuljahr 1993/94 wird an der Schule Wirtschaftslehre – auf Initiative von Harald Seidler, einem Pionier des Faches Ökonomie an Gymnasien – zunächst in einer AG in den 9. und 10. Klassen, dann seit 2003 als Wahl- und Prüfungsfach und im Seminarfach unterrichtet.
- Seit dem Schuljahr 1994/95 gibt es jeweils einen bilingualen Klassenzug, dem jährlich wechselnde Fächer auf Englisch unterrichtet werden. Dazu gehören momentan Musik (Klasse 7), Erdkunde (Klasse 7 und 8), Biologie (ab Klasse 8) und Geschichte (ab Klasse 9).
- Seit 1999 besteht die Möglichkeit, am HGO das international anerkannte DELF-Diplom zu erlangen.
- Seit dem Schuljahr 2009/2010 gibt es am HGO eine Bläserklasse.
- Seit dem Frühjahr 2010 gibt es eine Roboterarena.
- Seit dem Schuljahr 2010/2011 gibt es eine InTech-Klasse (Informatik mit technischen Aspekten). Sie war sehr erfolgreich auf dem InTech-Cup, einem lokalen Schüler-Roboterwettbewerb, der 2011 im Herbartgymnasium stattfand.
- Im Frühjahr 2012 schafften es drei Teams der Robotik-AG der Schule, sich für das Finale der German Open des RoboCups zu qualifizieren. 2014 gab es eine Teilnahme an der RoboCup-Weltmeisterschaft in Brasilien.
- Seit dem Schuljahr 2020/21 gehört die Schule dem Exzellenz-Netzwerk MINT-EC an, sodass für Schüler der Erwerb des MINT-EC-Zertifikats möglich ist.
Schulpartnerschaften
- Frankreich: Seit 1979 besteht eine Partnerschaft mit dem Lycée Malherbe in Caen, seit 1987 zusätzlich mit dem Collège Clemenceau in Cholet. Beide Partnerschaften haben insbesondere die damaligen Französischlehrer Heide Baumgartner und Jacques Morin initiiert und geprägt.
- Japan: Alle zwei Jahre fahren die Japanisch lernenden Schüler der Jahrgänge 12 und 13 zur Partnerschule Hibarigaoka-Oberschule in Takarazuka.
- Bulgarien: Seit 2003 besteht eine Partnerschaft mit dem 1. Fremdsprachlichen Gymnasium in Varna, der Austausch findet alle ein bis zwei Jahre statt.
- Südafrika: Aus dem Besuch des Chors der Wartburg Kirchdorf School aus der Nähe von Durban bei der Bigband des Herbartgymnasiums im Juni 2015 entstand eine Partnerschaft.
- USA: Seit 2016 besteht eine Partnerschaft mit der Midlothian Highschool in Virginia.
Personen
Lehrer
- Gustav Rüthning (1854–1944), Geschichts-, Erdkunde-, Deutsch- und Lateinlehrer 1880–1924, Historiker
- Karl Albrecht (1859–1929), Lehrer 1895–1924, Philologe, lutherischer Theologe und Orientalist
- Dietrich Kohl (1861–1943), Lehrer 1890–1923, Historiker, Archivar
- Rudolf Winderlich (1876–1951), Chemielehrer, Chemiedidaktiker und Chemiehistoriker
- Gustav Nutzhorn (1886–1981), Referendar, Heimatforscher und Lehrer, Politiker (NSDAP), Bürgermeister von Rüstringen und SS-Polizeiführer in Aussig
- Heinrich Besuden (1924–2019), Lehrer, Mathematikdidaktiker
Schüler
- Karl Groß (1833–1905), Unternehmer und Reeder, Politiker, Präsident des Oldenburgischen Landtags
- Rudolf Lehmann (1842–1914), Ingenieur, Dozent für Fremdsprachen und Japan-Pionier
- Theodor Tantzen der Jüngere (1877–1947), Landwirt und liberaler Politiker (FVP, DDP, FDP), Abgeordneter im Oldenburgischen Landtag, Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und des Reichstages, Ministerpräsident des Freistaates Oldenburg, Verkehrsminister von Niedersachsen
- Richard Tantzen (1888–1966), Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (NSDAP, FDP), Kultusminister des Landes Niedersachsen
- Justin Hüppe (1890–1964), Unternehmer
- Carl Hinrichs (1907–1967), Schauspieler
- Heinz Flessner (1911–1998), Abitur 1930, Erfinder und Unternehmer, Pionier der europäischen Kartoffelchipsproduktion, SS-Obersturmführer
- Hans Walter Berg (1916–2003), Journalist, Pionier der Asienberichterstattung des Deutschen Fernsehens
- Wolfgang Lentz (1916–1995), Schulverweis, Chirurg
- Jürgen Weichardt (1933–2025), Lehrer und Kunstsammler sowie Kunsthistoriker, Sachbuch-Autor, Herausgeber und Stifter
- Oskar Negt (1934–2024), Soziologe und Sozialphilosoph
- Gerd Hergen Lübben (* 1937), Autor, Kultur- und Bildungsarbeiter
- Heinrich Niewerth (1937–2024), Abitur 1958, Jurist, Politiker (CDU), Oberbürgermeister von Oldenburg, Mitglied des Niedersächsischen Landtages
- Uwe Bredehorn (1938–2025), Reifeprüfung 1958, Bibliothekar
- Arno Schreiber (* 1938), Abitur 1959, Oberstadtdirektor von Wilhelmshaven und Professor für Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft
- Jörn Bleck-Neuhaus (* 1942), Abitur 1961, Kernphysiker und Professor der Universität Bremen
- Volker Claus (* 1944), Abitur 1963, Informatiker
- Eckhard Schiffer (* 1944), Abitur 1964, Psychosomatiker
- Arend Agthe (* 1949), Abitur 1968, Regisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller
- Ulf Mehrens (* 1956), Basketballspieler, Vorsitzender des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes (DRS)
- Olaf Glaeseker (* 1961), Abitur 1981, Staatssekretär, Journalist und Lobbyist
- Carsten Schmiester, (* 1962), Abitur 1981, Hörfunkjournalist
- Christoph D. Garlichs (* 1964), Abitur 1984, Mediziner und Hochschullehrer
- Andreas Vonderach (* 1964), Abitur 1983, Historiker, Anthropologe und Buchautor der Neuen Rechten
- Holger Gertz (* 1968), Abitur 1988, Journalist
- Frank Fitzek (* 1971), Abitur 1990, Elektroingenieur
- Mareike Wulf (* 1979), Abitur 1999, Politikerin (CDU), Mitglied des Niedersächsischen Landtages und des Deutschen Bundestags, Parlamentarische Staatssekretärin
- Felix Henkelhausen (* 1995), Jazzmusiker
- Friedelinde Petershofen (* 1995), Abitur 2013, Leichtathletin
- Jannis Maus (* 1996), Abitur 2014, Kitesurfer
Literatur
- Hans-Jürgen Lorenz: Der Kampf der Bürger einer mittleren nicht-preußischen Landeshauptstadt für ein realistisches Bildungsinstitut und dessen Entwicklung in den Widersprüchen und Krisen der Zeit. Dissertation. BIS-Verlag Oldenburg 2000. Erschienen in der Reihe „Regionale Schulgeschichte“.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Schulleitung. In: herbartgymnasium.de. Abgerufen am 16. Januar 2026.