Herb Gardner (Musiker)

Herb Gardner (* 1936; † 23. September 2025[1]) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker (Posaune, Piano, Komposition), der sich im Umfeld des Mainstream-Jazz und Dixieland-Jazz bewegte.[2]

Leben und Wirken

Gardner wuchs in Massachusetts auf und erhielt früh ersten Klavierunterricht, gab das Spielen jedoch wieder auf. Sein Interesse wurde auf der Highschool wieder geweckt, als er eine Boogie-Woogie-Melodie hörte und feststellte, dass er das auch gerne spielen würde. Dann besuchte er das Harvard College, wo er Mitglied der Harvard Band, des Bach Society Orchestra und der Royal Garden 6 war. Nach Ableistung seines Wehrdienstes arbeitete er als Musiker:[2] Erste Aufnahmen entstanden 1958 mit dem Herb Pomeroy Ensemble (Lenox School of Jazz Concert). 1963 zog er nach New York; dort spielte er in den folgenden Jahren u. a. mit Eddie Condon, Wild Bill Davison, Art Hodes, Kenny Davern und Dick Wellstood. Dabei trat er in Jazzclubs wie dem Metropole, Jimmy Ryan’s und Eddie Condon’s auf. In den 1960er- und 1970er-Jahren spielte er außerdem mit Jazz-Veteranen sie Roy Eldridge, Gene Krupa, Red Allen, Bobby Hackett, Jimmy Rushing, Doc Cheatham, Max Kaminsky und Wingy Manone. Ferner war er Ko-Leader von Vince Giordano’s Nighthawks, mit denen er bei den Inaugurationsfeiern von Präsident George Bush und der Siegesfeier von Bill Clinton auftrat. 1997 leitete er die Bigband Big Broadcasters beim Eröffnungskonzert des New York City JVC Jazz Festival. Für Al „Jazzbo“ Collins und die Smith Street Society Jazz Band schrieb Gardner Titel wie Jazzbeaux’s Time of Night und Erkennungsmelodien für den Rundfunk.

Unter eigenen Namen spielte Gardner zwischen 2002 und 2003 das Album Herb Gardner with the Galvanized Jazz Band ein.[3] 2022 trat er immer noch mit lokalen Bands wie der New Black Eagle Jazz Band im Großraum Boston auf.[2] Im Bereich des Jazz war er zwischen 1959 und 2013 an 57 Aufnahmesessions beteiligt, außer den Genannten auch mit Marva Josie/Earl Hines, Jim Cullum, Spiegle Willcox, Billy Butterfield, Pee Wee Erwin, Stephanie Nakasian, Leon Redbone und seiner Tochter, der Sängerin Abbie Gardner.[4] Bekannt war Gardner auch als langjähriger Mitarbeiter von Bill Crow und hatte zu dessen (Jazz)musiker-Anekdoten-Sammlung Crow Stories beigetragen. Auch verfasste er eine anekdotische Autobiographie unter dem Titel At the Jazz Band Ball.[1]

Diskographische Hinweise

  • The Smith Street Society Jazz Band Featuring Ernie Carson: Take Me to the Land of Jazz (G.H.B., 1987)
  • Groundhog’s Day (2000), mit Joe Licari, Dick Voig, Bruce McNichols, Barbara Dreiwitz

Einzelnachweise

  1. a b Joe Bebco: Herb Gardner (1936–2025). In: Syncopated Times. 20. Oktober 2025, abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b c Lew Shaw: Jazz Jottings: Spotlight on Herb Gardner. In: The Syncopated Times. 31. August 2022, abgerufen am 30. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  3. Joe Bebco: Galvanized Jazz Band with Herb Gardner. In: Syncopated Times. 25. Februar 2023, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  4. Tom Lord: The Jazz Discography (online, abgerufen am 1. August 2018)