Henschel Typ Burbach

Henschel Typ Burbach
Werkfoto Henschel Typ Burbach
Nummerierung: GBAG D 17, D 18
später D 7, D 8
RAG D-372
Hersteller: Henschel
Fabriknummern 25373, 25374
Baujahr(e): 1941
Ausmusterung: bis 1973
Bauart: D n2t
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 11.100 mm
Höhe: 4200 mm
Breite: 3100 mm
Fester Radstand: 2860 mm
Gesamtradstand: 4200 mm
Kleinster bef. Halbmesser: 100 m
Leermasse: 51 t
Dienstmasse: 68 t
Reibungsmasse: 68 t
Radsatzfahrmasse: 17 t
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Indizierte Leistung: 496,8 kW/675 PS
Anfahrzugkraft: 152,5 kN
Treibraddurchmesser: 1100 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 540 mm
Kolbenhub: 550 mm
Kesselüberdruck: 14 bar
Rostfläche: 2,6 m²
Verdampfungsheizfläche: 170 m²
Wasservorrat: 8 m³
Brennstoffvorrat: 2,4 t
Bremse: Druckluftbremse Bauart Knorr, Handbremse

Die Dampflokomotiven Typ Burbach von Henschel & Sohn waren für den Einsatz bei Industriebahnen bestimmt. Von den vierfach gekuppelten Lokomotiven wurden 1941 in der Normalspur zwei Exemplare hergestellt, die bei der Gelsenkirchener Bergwerks-AG als GBAG D 17, D 18, später D7, D8 bekannt sind. Eine Lokomotive kam 1970 zur RAG Aktiengesellschaft und war bis 1973 im Einsatz. Es ist kein Exemplar erhalten.

Geschichte

Beide Lokomotiven wurden während des Zweiten Weltkriegs für die Gelsenkirchener Bergwerks-AG gebaut und sind in den Lieferlisten des Herstellers als Kriegslokomotive KDL 4 bezeichnet.[1] In Dienst gestellt wurden sie 1941 und als GBAG D 17 und D 18 bezeichnet. Nach 1949 wurde diese Bezeichnung umgeändert in GBAG D 7 und D 8.

Die Lokomotive mit der neuen Nummer D 7 wurde 1953 unter der Bezeichnung Rheinelbe Bergbau AG D 7 geführt, gehörte aber nach wie vor zum Bestand der GBAG. Die Lokomotive wurde 1965 außer Dienst gestellt. Der Verbleib der Lokomotive ist nicht bekannt.

Die zweite Lokomotive war etwas länger auf der Zeche Monopol und der Grube Grimberg eingesetzt. Diese Lokomotive kam noch zur der Ruhrkohle AG und trug dort die Bezeichnung RAG D-372. 1973 wurde die Lok verschrottet.

Konstruktion

Die Zweizylinderlokomotiven waren als Industrielokomotiven für Nassdampf mit der Achsanordnung für die bestmögliche Ausnutzung des Reibungskoeffizientes mit vier angetriebenen Achsen versehen und mit einem Blechrahmen ausgerüstet. In ihm waren die erste Antriebsachse beweglich und die anderen Achsen fest gelagert. Die als Treibachse ausgebildete dritte Achse hatte gekürzte Spurkränze. Die Lokomotiven besaßen die Heusinger-Steuerung.

Der Kessel entwickelte mit seiner Verdampfungsfläche von 170 m² eine Nennleistung von 675 PS.[2] Er war mit einer Stahl-Feuerbüchse ausgerüstet und hatte als Aufbauten von vorn den Dampfdom und den Sanddom, mit ihm konnten die zweite Achse von vorn und die Treibachse von hinten besandet werden. Zwischen beiden lag früher das Dampfläutewerk, in späteren Jahren wurde es hinter den Schornstein gelegt und der ursprünglich an dieser Stelle liegende Turbogenerator links neben den Schornstein. Dieser war zur Bauzeit nur ein einfacher Schlot, nach dem Krieg wurde ein Caledonian-Schornstein verwendet. Mit der Druckluftbremse konnten alle Räder einseitig von vorn abgebremst werden.

Da die Lokomotiven als Kriegslokomotive galten, wurden bei ihnen weitere Einsparungen vorgenommen. Die Belüftung des Führerhauses erfolgte anfangs mit einfachen Klappen, später erfolgte sie mit einem Belüftungsschacht. Der Wasserkasten, der zur Bauzeit bis zum Ende der ersten Achse führte, wurde später verkürzt und führte bis zum Anfang der zweiten Achse. Die Lokomotiven hatten einen Rangiertritt.

Siehe auch

Literatur

  • Karl R. Repetzki: Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven von Henschel, Steiger-Verlag, Moers 1982/83, ISBN 3-921564-52-2, Seite 55
  • Joachim Leitsch, Harald Sydow: Bergbaudampflokomotiven in Nordrhein-Westfalen, Arbeitsgemeinschaft Drehscheibe e. V., Köln 2011, ISBN 978-3-929082-30-2, Seite 26
Commons: Henschel Typ Burbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Auflistung der von Henschel gefertigten Lokomotiven auf www.werkbahn.de (kann als CD kostenpflichtig erworben werden)
  2. Karl R. Repetzki: Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven von Henschel, Steiger-Verlag, Moers 1982/83, ISBN 3-921564-52-2, Tafel 3