Henry Marx (Schriftsteller)

Henry Marx (geboren am 12. Februar 1882 in Paris; gestorben am 14. Oktober 1954 ebenda) war ein französischer Schriftsteller.

Leben

Henri oder Henry Marx, Sohn von Simon Marx, Kaufmann, und Clara Goutchot, begann sein Berufsleben als Kassierer und kaufmännischer Angestellter. Später wurde er Lehrer am Collège Sainte-Barbe. Er begann, sich mit Literatur zu beschäftigen und veröffentlichte im Laufe seiner Karriere Romane, Gedichte, Theaterstücke und Essays.

Im August 1914 als Soldat im Militärdienst mobilisiert, wurde er 1915 zum Unteroffizier und 1916 zum Feldwebel befördert, bevor er im April 1918 aufgrund körperlicher Probleme aus dem Dienst entlassen wurde.

Als Sozialist arbeitete er ab 1912 bei der Zeitung La Nouvelle Revue, deren Sekretär er war.[1] 1919 gehört er zu den Mitarbeitern der Kunst- und Literaturzeitschrift La Forge. Die Zeitschrift wurde von der Ghilde Les Forgerons (Gilde der Schmiede) herausgegeben, einer pazifistischen Gemeinschaft, die 1911 von ehemaligen Schülern des Collège Chaptal in Paris gegründet wurde und sich der „Action d’Art“ (Kunstaktion) verschrieben hatte.[2]

Mehrere seiner Texte befassen sich mit dem Thema Homosexualität, wie beispielsweise Ryls, un amour hors la loi (1923).[3] Er bekannte sich zu seiner jüdischen Herkunft, insbesondere in einem 1912 in L’Écho sioniste[4] veröffentlichten Brief.[A 1] 1922 veröffentlichte er eine Broschüre mit dem Titel „Le sionisme“ (Der Zionismus). Er leitete eine Volkshochschule, die zunächst „Comprendre“ (Verstehen) und später „Connaître“ (Wissen) hieß und unabhängig von politischen oder gewerkschaftlichen Gruppierungen war.[5] In den 1930er Jahren scheint er seine literarische Karriere beendet zu haben.

Er heiratete Magdeleine Legendre, eine französische Journalistin, Schriftstellerin und Aktivistin in politischen Bewegungen und Menschenrechtsorganisationen. Sie verließ ihn, um Maurice Paz, einen Anwalt, Historiker und Politiker, zu heiraten.

Das Theaterwerk von Henry Marx, das an der Comédie-Française aufgeführt wurde, wurde nicht immer gut aufgenommen. Der Schriftsteller Paul Léautaud bezeichnete in einem seiner „Journaux littéraires“ eines der marxschen Stücke als „unsäglichen Unsinn“.

Werke (Auswahl)

Romane
  • Ryls, un amour hors la loi. Librairie Ollendorff, 1923.
  • Sous un Visage d’homme. Flammarion, 1926.
  • Notre sauveur l’amant. Flammarion, 1928.
Poesie
  • Les Heures ferventes. Gastein-Serge, 1907.
  • La Gloire intérieure. Bernard Grasset, 1913.
  • Avènement. Librairie Théâtrale, 1925.
Theater
Essays
  • Le sionisme. 1922.
  • René Alexandre. Editions Sansot, 1924.

Literatur

  • Pierre Morhange: Henry Marx : Un homme en marche. Comédie-Française, 1923.

Anmerkungen

  1. Der Brief selbst scheint online nicht vorzuliegen, in der Juli-Ausgabe der Zeitung wird aber darauf Bezug genommen. Siehe L’Écho sioniste vom 10. Juli 1912, Libre tribune auf Gallica.

Einzelnachweise

  1. Beispiel: La Nouvelle Revue vom 1. Mai 1912 auf Gallica
  2. Paul Desanges: Chronique d’une communauté militante les Forgerons (1911–1920). In: Le Mouvement social. S. 35–58.
  3. Regis Revenin: Homosexualité et prostitution masculines à Paris 1870–1918. L’Harmatton, 2005, ISBN 978-2-296-40284-3.
  4. Angaben zu L’Écho sioniste in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
  5. Lucien Mercier: Les universités populaires, 1899–1914; éducation populaire et mouvement ouvrier au début du siècle. Éditions ouvrières, 1986, ISBN 978-2-7082-2518-3.