Henrik Wilhjelm
Henrik Wilhjelm (* 29. November 1935 auf dem Pfarrhof Præstholm, Gosmer Sogn;[1][2] † 25. Mai 2025)[3] war ein dänischer Pastor, Hochschullehrer und Autor.
Leben
Henrik Wilhjelm war der Sohn des Pastors Tage Møller Wilhjelm (1905–?) und seiner Frau Tove Eeg Sørensen (1908–?).[2] Er studierte Theologie an der Universität Aarhus und schloss das Studium im Alter von 27 Jahren ab. Sein Professor Johannes Sløk wünschte ihn als seinen Nachfolger,[4] aber Henrik Wilhjelm zog nach zwei Jahren Arbeit an der Universität Aarhus 1964 nach Grönland.[3][4] Er wollte eigentlich in einem Dorf arbeiten, galt aber als überqualifiziert und wurde stattdessen 1965 in Nuuk als Pastor und Dozent am Ilinniarfissuaq angestellt.[3] Zwei Jahre später wechselte er dennoch nach Niaqornaarsuk,[4] wo er fließend Grönländisch lernte,[3] und später war er Pastor im nahegelegenenen Kangaatsiaq.[4] 1979 zog er mit seiner Familie nach Dänemark zurück, aber sie zogen 1981 erneut nach Grönland. Er wurde erneut am Ilinniarfissuaq angestellt[3] und war an der Gründung der Universität von Grönland beteiligt, wo er von 1983 bis 1989 Leiter der theologischen Ausbildung war.[5] Von 1989 bis 1991 war er Rektor des Ilinniarfissuaq,[1] bevor er im Alter von rund 55 Jahren pensioniert wurde. Anschließend ließ er sich in Femmøller auf der dänischen Halbinsel Mols nieder[4][3] und begann Bücher zur Geschichte des Ilinniarfissuaq und über Samuel Kleinschmidt zu veröffentlichen.[5]
2002 wurde er zum Ehrendoktor der Universität Kopenhagen ernannt,[4] erhielt 2010 die Rink-Medaille[3] und wurde 2012 zum Ehrendoktor der Universität von Grönland ernannt.[6]
Werke (Monografien)
- 1997: De store opdragere. Grønlands seminarier i det 19. århundrede
- 2001: »af tilbøjelighed er jeg grønlandsk«. Om Samuel Kleinschmidts liv og værk
- 2013: Grönländer aus Leidenschaft: Das Leben und Werk von Samuel Kleinschmidt (deutsche Übersetzung)
- 2008: De nye grønlændere. Grønlands seminarier i det 19. århundrede
- 2010: The Moravian Beginnings of Canadian Inuit Literature (Ausstellungskatalog; Hrsg.)
Einzelnachweise
- ↑ a b Daniel Thorleifsen, Bula Larsen (Hrsg.): Ilinniarfissuaq ukiuni 150-ini. Ilinniarfissuaq/Atuakkiorfik, Nuuk 1995, ISBN 87-558-1082-9, S. 447.
- ↑ a b Kirchenbuch Gosmer Sogn 1915–1935. (Geborene Jungen S. 41.)
- ↑ a b c d e f g Aage Rydstrøm-Poulsen: Henrik Wilhjelm. Ilisimatusarfik (25. September 2025).
- ↑ a b c d e f Leif Kiil Sørensen: Grønlandsforsker bliver æresdoktor. Kristeligt Dagblad (21. November 2002).
- ↑ a b Henrik Wilhjelm, Greg Colley (Hrsg.): The Moravian Beginnings of Canadian Inuit Literature. IPI Press, Montreal/Hanover 2010, ISBN 978-0-9821703-6-6, S. 110 (Online).
- ↑ Karsten Sommer: Største antal dimittender. Kalaallit Nunaata Radioa (24. Februar 2012).