Henriette Meyer
Henriette Meyer, geborene Fleck (* 14. Juli 1896; † 8. Dezember 1944 in Berlin-Plötzensee) war ein Opfer der NS-Kriegsjustiz.
Henriette Meyer war seit 1922 Mitglied der Glaubensgemeinschaft der Vereinigung Internationaler Bibelforscher (Zeugen Jehovas), die vom NS-System aufgrund ihrer pazifistischen Grundeinstellung scharf bekämpft wurde.
Im Februar 1944 wurde Henriette Meyer zusammen mit acht weiteren Zeugen Jehovas aus Neuss, Herne, Rheydt und Düsseldorf – darunter ihr Ehemann Ernst Meyer (1893–1944) – aufgrund ihrer anhaltenden Betätigung im Sinne der antimilitaristischen Ideologie der Zeugen Jehovas (Vervielfältigung und Verbreitung von gegen den Krieg gerichteten Schriften) unter dem Vorwurf staatsfeindlicher Aktivitäten verhaftet.[1] Nach Gestapohaft kamen die Frauen ins Strafgefängnis Essen, die Männer ins Strafgefängnis Bochum. Von dort wurden sie im Juli 1944 ins Landgerichtsgefängnis Potsdam überführt. Der in Potsdam tagende 6. Senat des Volksgerichtshofs verurteilte am 4. August 1944 alle Angeklagten wegen Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung. Henriette Meyer sowie Helene Gotthold, Luise Pakull, Else Woicziech, Wilhelm Hengeveld, Ernst Meyer und Mathilde Hengeveld erhielten die Todesstrafe. Friedrich Gotthold und Elisabeth Schürmann[2] verurteilte das Gericht zu sechs Jahren Zuchthaus.
Henriette Meyer wurde zusammen mit Helene Gotthold, Luise Pakull und Else Woicziech am 9. August 1944 ins Frauengefängnis Barnimstraße überführt.[3] Die Hinrichtung der Frauen erfolgte am 8. Dezember 1944 in der Strafanstalt Plötzensee.
Heute erinnert ein Stolperstein vor dem Haus Hermann-Löns-Straße 4 in Mönchengladbach an Henriette Meyer. Weitere Stolpersteine vor demselben Haus erinnern an ihren Ehemann Ernst und ihren Sohn Erich.[4]
Literatur
- Detlef Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium: Die Zeugen Jehovas im „Dritten Reich“. München 1999 (Volltext digital verfügbar).
- Kirsten John-Stucke, Michael Krenzer, Johannes Wrobel: 12 Jahre – 12 Schicksale. Fallbeispiele zur NS-Opfergruppe Jehovas Zeugen in Nordrhein-Westfalen 1933–1945. Münster 2006.
Einzelnachweise
- ↑ https://www.gedenkstaette-ploetzensee.de/totenbuch/recherche/person/meyer-henriette Verhaftungsdaten befinden sich in der dort eingestellten Anklageschrift
- ↑ https://www.frauen-im-widerstand-33-45.de/biografien/biografie/gotthold-helene Dort ist u. a. das Urteil des VGH für alle Angeklagten eingestellt.
- ↑ https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12113339 Personalakte von Henriette Meyer aus dem Frauengefängnis Barnimstraße
- ↑ Stolpersteine in Mönchengladbach