Henriette Hölzel

Henriette Hölzel (* 1994 in Radebeul[1][2]) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben

Henriette Hölzel ist die Enkelin des Schauspielers Peter Hölzel.[2] 2009 spielte sie, noch vor ihrer professionellen Schauspielausbildung, am Staatsschauspiel Dresden in der ersten Produktion der Bürgerbühne, die Kriemhild in Die Nibelungen, „eine Heldensaga mit Jugendlichen aus Dresden nach Friedrich Hebbel und Moritz Rinke“.[1][3]

Von 2013 bis 2017 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig.[1] Von 2015 bis 2017 war sie Mitglied im Schauspielstudio des Staatsschauspiels Dresden und arbeitete dort u. a. mit Pınar Karabulut, Jan Gehler, Simon Solberg und Evgeny Titov zusammen.[1] Während ihres Studiums spielte sie 2015 am Staatsschauspiel Dresden unter Pınar Karabuluts Regie die Rolle der palästinensischen Krankenschwester Amal in der deutschen Erstaufführung des Theaterstücks Gott wartet an der Haltestelle der israelischen Dramatikerin Maya Arad Yasur.[4]

Zu Beginn der Spielzeit 2017/18 trat sie ihr erstes Festengagement am Schauspiel Essen an, wo sie u. a. mit Karsten Dahlem und Volker Lösch zusammenarbeitete.[1] Seit der Spielzeit 2019/20 ist sie als festes Ensemblemitglied am Staatsschauspiels Dresden engagiert.[1][2] Henriette Hölzel spielte dort u. a. die Warja in Der Kirschgarten (Regie: Andreas Kriegenburg) und Gräfin Terzky in Wallenstein (Regie: Frank Castorf). Weitere herausragende Rollen waren Gesine Cresspahl in der Uwe-Johnson-Inszenierung Mutmaßungen über Jakob (Regie: Camille Dagen) und die Elmire in Tartuffe (Regie: Volker Lösch).[4] In Tom Kühnels Gundermann-Inszenierung (2020) verkörperte Hölzel eine der sechs Versionen des „singenden Baggerfahrers“.[1][4] Seit der Spielzeit 2024/25 spielt Hölzel am Staatsschauspiel Dresden im Kleinen Haus in dem Stück Prima Facie, das auf dem #MeToo-Monolog der australischen Autorin Suzie Miller basiert, die erfolgreiche Londoner Anwältin Tessa, die mutmaßliche Sexualstraftäter verteidigt, bis sie selbst nach einer Affäre von einem Kollegen vergewaltigt wird.[5]

2022 wurde sie mit dem Erich-Ponto-Preis des Fördervereins „Staatsschauspiel Dresden e. V.“ ausgezeichnet.[1]

Seit 2013 steht sie außerdem für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. In der TV-Serie ZERV – Zeit der Abrechnung (2022) war sie in einer durchgehenden Hauptrolle als ZERV-Kommissarin Frauke Beckmann zu sehen, in der sie „mit flippigen Klamotten und flotten Sprüchen die rechte Hand eines arroganten West-Kommissars“ (Fabian Hinrichs) spielte.[6][7]

Henriette Hölzel lebt im Hechtviertel in Dresden.[2]

Filmografie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Henriette Hölzel. Vita. Offizielle Internetpräsenz Staatsschauspiel Dresden. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  2. a b c d Kaddi Cutz: Fünf Spielzeiten in Dresden: Zu Gast bei Schauspielerin Henriette Hölzel. In: Dresdner Neueste Nachrichten vom 30. Dezember 2024. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  3. Die Nibelungen. Produktionsdetails und Besetzung. Offizielle Internetpräsenz Staatsschauspiel Dresden. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  4. a b c Verausgabungslust: Die Schauspielerin Henriette Hölzel In: Theater heute, Ausgabe 2/2023. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  5. Theaterstück "Prima Facie" über sexualisierte Gewalt neu in Dresden. MDR Nachrichten vom 15. Mai 2025. Abgerufen am 11. Dezember 2025
  6. Heiko Nemitz: "ZERV"-Schauspielerin Henriette Hölzel: "Ost-West-Geschichten müssen ein Thema bleiben". Tag24.de vom 21. Februar 2022. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  7. Folge 6: Über Grenzen. Handlung, Besetzung und Bildergalerie. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 11. Dezember 2025.