Henri van der Elst

Henri van der Elst, auch Hendrik (* 4. September 1913 in Mechelen; † 2. Mai 1944 in Antwerpen) war ein belgischer Architekt und ein Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht in Belgien. Seine Muttersprache war Niederländisch, er wohnte während des Zweiten Weltkriegs in Hofstade, Ortsteil von Zemst.

Familie

Er war verheiratet mit Germaine de Wit (* 1913)[1] und Vater eines kleinen Sohns. Seine Frau starb vor ihm.[2] Aus seinem Abschiedsbrief ergeben sich weitere Angaben zu seiner Familie: er hatte noch eine Mutter, einen Bruder, Schwestern und einen Großvater.[2]

Widerstand, Verhaftung und Hinrichtung

Er war beteiligt in der Untergrundpresse und im bewaffneten Widerstand der Gruppe G („Groupe général de sabotage de Belgique“, Allgemeine Sabotagegruppe Belgiens), Teil der belgischen Résistance, die Sabotageakte plante und ausübte, Sprengstoff herstellte, Waffen und Ausrüstung besorgte. Er wurde am 7. Februar 1944 verhaftet und am 14. August 1944 von der Besatzungsmacht erschossen.[3]

Gedenken

  • Grabmonument mit Gedenktafel und folgender Inschrift: „Henri van der Elst, Ehemann von Germaine de Wit, geboren am 4. September 1913, wurde von den Deutschen am 2. Mai 1944 in Antwerpen füsiliert.“ Friedhof in Hofstede, Ortsteil von Zemst, Kerkhoflei 43. Das Monument gedenkt mit einer zweiten Gedenktafel des Henricus Franciscus van der Elst[4] (1920–1944), füsiliert am 14. August in Antwerpen, und daneben mit einem Grabstein des Jan (Fransiscus, Frans) van der Elst[5] (1895–1945), geboren in Leest, Ortsteil von Mechelen, gestorben als Gefangener im KZ Flossenbürg. Es handelt sich bei ihnen um mit Henri verwandte Widerstandskämpfer.
  • Abschiedsbrief kurz vor der Hinrichtung an seine Familie: „Es ist Nacht. Immer wieder hört man den Schlüssel im Schloss knirschen; ich denke, da kommt der lang Erwartete ... der Tod tritt mit raschen Schritten an uns heran, es hat nicht sein sollen, dass wir hier glücklich sind ... ich werde sterben als ein entschlossener Mann, der immer gottesfürchtig war bis zur letzten Stunde.“[2]

Literatur

  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 59–60: Henri van der Elst, Seite 25–29: Überblick über den belgischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.
  • Bilder des Grabmonuments mit Namen und Daten, Friedhof Hofstade, auf tracesofwar.com.
  • Datenblatt, Staatsarchiv Belgien, auf data.arch.be.

Einzelnachweise

  1. Angaben auf dem Grabstein, siehe Weblinks, Bilder.
  2. a b c Lettere di condannati, Seite 59–60, siehe Literatur.
  3. Datenblatt, Staatsarchiv Belgien, siehe Weblinks.
  4. Datenblatt, Staatsarchiv Belgien, auf data.arch.be.
  5. Datenblatt, Staatsarchiv Belgien, auf data.arch.be.