Henri Kay Henrion
Henri Kay Henrion (geboren als Heinrich Fritz Kohn 18. April 1914 in Nürnberg; gestorben 7. Juli 1990) war ein britischer Grafikdesigner.
Leben
Heinrich Fritz Kohn war ein Sohn des Nürnberger Rechtsanwalts Max Kohn (1880–1942) und der Paula Rosenau[1] (1885–1965). Er besuchte das Melanchthon-Gymnasium und machte 1933 das Abitur. Wegen der Machtübergabe an die Nationalsozialisten ging er nach Paris und studierte Textildesign und bei Paul Colin Grafikdesign.
Kohn ging 1935 nach England, nannte sich nun Henrion und war freiberuflicher Designer. Seinen Eltern gelang 1938 die Flucht nach Palästina. Henrion arbeitete 1939 für den Auftritt der Weltausstellung in New York. Nach Kriegsausbruch wurde Henrion 1940 für sechs Monate als Enemy Alien auf der Isle of Man interniert. Danach arbeitete er als Designer für das britische Ministry of Information und ab 1943 in London auch für das amerikanische Office of War Information und entwarf Plakate für die Mobilisierung der Bevölkerung im Krieg gegen Nazi-Deutschland. Aus dieser Zeit stammen auch einige Titelblätter für die US-amerikanische Illustrierte Harper’s Bazaar.
Nach dem Krieg arbeitete er als Berater und Designer für verschiedenen Unternehmen. Er heiratete 1947 die britische Bildhauerin Daphne Hardy, sie hatten drei Kinder, die Ehe wurde 1970 geschieden. Er gründete 1951 die Firma Henrion Design Associates (HDA). Er nahm Partner in seine Firma auf, die 1981 den Namen Henrion Ludlow Schmidt erhielt.
Henrion war ein Pionier für die Einführung einer grafischen Corporate Identity. Kunden waren die Unternehmen British European Airways (BEA), Coopers & Lybrand, Giro, KLM, London Electricity Board, Royal Mail, National Theatre, Tate & Lyle und andere.
Nebenher unterrichtete er zwischen 1955 und 1965 am Royal College of Art sowie am London College of Printing. Er wurde Mitglied der Royal Designers for Industry. Henrion wurde 1951 zum Member des Order of the British Empire ernannt und avancierte 1985 zum Offizier. Er wurde in die Alliance Graphique Internationale aufgenommen.
- Plakate während des Krieges
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Young America
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Action Stations
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His Needs Come First
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We're in it Together
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Poison Gas Exhibition
Schriften (Auswahl)
- Bernhard Menne: German industry on the warpath : 1860–1939. Illustrationen Henrion. London: Hutchinson, 1942
- Arpad Elfer, Tom Harrisson, Frederick Henri Kay Henrion: Points of contact. London: Contact Publ. Ltd., 1947
- Austin Cooper, Hans Schleger, Frederick Henri Kay Henrion: Making a poster. London: The Studio Publ., 1949
- F. H. K. Henrion, Alan J. Parkin: Design coordination and corporate image. London: Studio Vista, 1967, ISBN 0-289-27868-6
Literatur
- Henrion, Frederick Henri Kay, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 491f.
- Henrion, Frédéric Henri K. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S. 44 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Charlotte Fiell, Peter Fiell (Hrsg.): Design des 20. Jahrhunderts. Köln: Taschen, 2012, S. 322
Weblinks
- Literatur von und über Frederick Henri Kay Henrion im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Henri Frederick Henrion, bei Prabook
- Dan Carrier: ‘There was this strange sense of magic that the Henrions left behind’. Interview Harriet Atkinson und Sue Breakell. Camden new journal, 31. Oktober 2025
Einzelnachweise
- ↑ Kohn Paula, bei Stadtarchiv Bad Kissingen