Hema Hema
| Film | |
| Titel | Hema Hema: Sing Me a Song While I Wait ཧེ་མ་ཧེ་མ། |
|---|---|
| Produktionsland | Bhutan |
| Originalsprache | Dzongkha |
| Erscheinungsjahr | 2016 |
| Länge | 96 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Pawo Choyning Dorji, Sarah Chen |
| Drehbuch | Khyentse Norbu |
| Produktion | Khyentse Norbu |
| Musik | Ahrix, Gary Azukx Dyson, Matilda Perks |
| Kamera | Jigme Tenzing |
| Schnitt | Zhuangzhuang Tian |
| Besetzung | |
| |
Hema Hema: Sing Me a Song While I Wait (Dzongkha: ཧེ་མ་ཧེ་མ།) ist ein Filmdrama aus Bhutan von 2016. Der Film wurde in der Sprache Dzongkha von Khyentse Norbu geschrieben und inszeniert.
Handlung
Der Film entwickelt eine komplexe Handlung, die sich über ca. 24 Jahre zieht:
Den Rahmen bietet die Geschichte einer Prostituierten, die von einem ihr unbekannten Mann das Angebot bekommt, ein besseres Leben zu führen. Im Abspann spielt dann eine Szene, in der ein maskierter Mann an der Bar des Etablissements sitzt und auf das Mädchen wartet, während ein Junge mit Gitarre ein Lied singt. Dazwischen spielt die Haupthandlung in zwei langen Rückblenden: Ein junger Mann sucht im Buschland nach einem versteckten Gegenstand. Er entdeckt Kleidung und eine Maske. Am nächsten Morgen wird er von halbnackten, wild aussehenden Männern gestellt, mit einem Sack vermummt und blind zu einem Lager geführt. Zugleich hört man eine Stimme, die Regeln erklärt: Die Maske macht anonym. Anonymität ist die Macht der Teilnehmer an diesem Geheimbund/religiösen Spektakel. Sie sollen sich selbst für tot halten. Zwölf Menschen wurden ausgewählt, um an der Veranstaltung teilzunehmen, die alle zwölf Jahre, im Jahr des Feuer-Affen, immer von Neumond bis Vollmond eines bestimmten Monats stattfindet. Nur der „Alte“ kennt ihre Identitäten. Sie dürfen ihre Identitäten nicht preisgeben, dafür wird ihnen Selbsterfahrung gewährt. In einigen Szenen wird deutlich, wie brutal die Regeln des Geheimbundes umgesetzt werden. Einer der Teilnehmer versucht zu fliehen. Er wird von den „Wächtern“ brutal zusammengeschlagen und es ist nicht klar, ob er die Tortur überlebt. Ein weiterer Teilnehmer versucht in den Persönlichen Gegenständen der anderen, die in einem separaten Zelt aufbewahrt werden, Identitäten erfahren. Er wird demaskiert und in einem Holzverschlag auf dem Gelände für die Zeit des Festivals eingesperrt. Ein anderes Mitglied der Gruppe stiehlt im gemeinsamen Vorratszelt Essen und alkoholische Getränke. Um seinen Diebstahl zu verschleiern pinkelt er in die Schnapsflasche. Ein Pärchen („Hirsch“ und „Roter Zorn“) leben freizügig sexuelle Neigungen aus. Die Teilnehmer werden zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten zu dramatischen Vorführungen von Mysterienspielen gerufen, in denen die Ablösung von menschlichen Begierden, Tod und Wiedergeburt nach den Vorstellungen des Bön thematisiert werden. Im Laufe der Handlung entwickelt die „Ausdruckslose Maske“, angestachelt von einem anderen Teilnehmer, Begierde nach einer weiblichen Teilnehmerin mit der „Abscheulichen Maske“. Während einer Mysterienvorführung setzt sich das zuvor genannte frivole Pärchen ab, dringt in das Zelt mit den Masken ein und tauscht Masken, wohl um sexeulle Rollenspiele zu spielen. Zu gleicher Zeit lockt die „Abscheuliche“ den „Ausdruckslosen“ von der Darbietung und der Gruppe weg. Er trifft jedoch auf die falsch maskierte „Roter Zorn“ und vergewaltigt sie. Als deren Liebhaber dessen inne wird, verfolgt er den „Ausdruckslosen“ und überfällt ihn, wird jedoch durch einen Messerstich getötet. Die „Gans“ hat den Vorfall beobachtet. Die Gemeinschaft des Geheimbunds ehrt den Toten und gewährt ihm ein Begräbnis. Der Alte findet wohl mahnende Worte für den Totschläger, offenbart ihn aber nicht. Am Ende der Trauerfeier legt die Geliebte ihre Maske ab und wird neben dem neugierigen Übertreter vom Anfang in einen Holzverschlag gesperrt. Die „Abscheuliche“ versucht den „Audruckslosen“ erneut zu einem Stelldichein zu bewegen, aber er ergreift erschüttert die Flucht und wechselt die Maske, so dass er nicht mehr erkennbar ist.
Die folgende Rückblende erzählt eine ähnliches Ereignis, allerdings „24 Jahre“ später. Offenbar ist der „Ausdrucklose“ zurückgekehrt. er nimmt znächst wie zuvor an den Mysterien teil, versucht jedoch mit Gewalt zum Zelt des „Alten“ vorzudringen. An den Mysterien hat sich vor allem der Musikstil zu wildem Techno gewandelt. Als er dort von den Wächtern vertrieben wird, zündet er eines der Zelte am anderen Ende des Camps an und kehrt in dem unbewachten Augenblick zum Zelt des „Alten“ zurück, wo er ein Loch in die Plane schneidet und zunächst den „Alten“ bedroht, dann aber, als die Wachen zurückkehren und er keinen Ausweg mehr hat, droht er sich selbst das Leben zu nehmen und legt letztendlich seine Maske ab. Er erfährt von dem „Alten“, dass das Paar von damals tatsächlich Mann und Frau waren. Die Frau ist neun Monate später, nach der Geburt einer Tochter, verstorben. Damit wechselt der Film wieder in die Gegenwart, wo der Hauptdarsteller die Bar betritt und nach der bestimmten jungen Frau sucht. Er spricht sie an und bietet ihr an, dass sie nicht mehr als Prostituierte arbeiten muss. Sie lässt ihn warten.
Veröffentlichung
Der Film feierte seine Premiere bei den 69. Filmfestspielen von Locarno.[1]
Kritik
Dan Fainaru lobte in seiner Kritik für Screendaily die Arbeit von Jigme Tenzing.[2] Jay Weissberg von Variety beschrieb den Film als „visuell opulent, aber erzählerisch anspruchsvoll“ („visually rich though narratively challenging“).[1] Kuensels Sonam Wangmo Dukpa lobte ebenso Jigme Tenzings Kamera-Arbeit und beschrieb die Filmszenen als „visuelle Poesie“ und „mystische, opernhafte Darbietung“ („visual poetry mystic, operatic performance“).[3]
Der Film erhielt beim Toronto International Film Festival 2016 eine lobende Erwähnung von der Jury des Platform Prize.[4]
Einzelnachweise
- ↑ a b Jay Weissberg: Film Review: 'Hema Hema: Sing Me a Song While I Wait'. In: Variety. 30. August 2016, abgerufen am 12. Juli 2020 (englisch).
- ↑ Dan Fainaru: 'Hema Hema (Sing Me A Song While I Wait)': Locarno Review. In: Screendaily. 12. August 2016, abgerufen am 22. April 2020 (englisch).
- ↑ Sonam Wangmo Dukpa: Hema, Hema: Sing Me a Song While I Wait. In: Kuensel. 12. Dezember 2016, abgerufen am 12. Juli 2020 (englisch).
- ↑ Norman Wilner: TIFF 2016: and the winners are… Now. 18. September 2016.