Helmut Schaller

Helmut Schaller (* 28. Dezember 1944 in Reichenberg, Reichsgau Sudetenland; † 6. August 2022) war ein österreichischer Flötist, Autor und Hochschullehrer.

Leben

Helmut Schaller wurde am 28. Dezember 1944 als Sohn von Erwin Schaller (* 9. Februar 1904 in Linz; † 20. Dezember 1984 in Wien) und dessen Ehefrau Maria in der Stadt Reichenberg im Reichsgau Sudetenland geboren. Etwas über drei Jahre zuvor war in Linz seine ältere Schwester Friederike, eine spätere Flötistin und Musikpädagogin, geboren worden. Sein Vater, der selbst aus einer musikalischen Familie stammt, war zu dieser Zeit bereits ein erfolgreicher Violinist, Gitarrist, Komponist und Musikpädagoge. Bereits in jungen Jahren trat das in Linz aufgewachsene Geschwisterpaar Schaller gemeinsam mit seinen Eltern öffentlich auf und entfaltete eine rege Konzerttätigkeit, die die Familie auf Konzertreisen durch ganz Europa führte.[1] Bei diesen Reisen der Familie Schaller, die vor allem in den 1950er Jahren ihren Höhepunkt hatten, entstanden auch zahlreich Rundfunkaufnahmen.[2]

Nach Abschluss seiner Schulausbildung, die er 1963 mit der Matura beendete, begann er ein Studium an der damaligen Wiener Musikakademie bzw. späteren Hochschule für Musik und darstellende Kunst (seit 1998: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) sowie an der Universität Wien. Dabei studierte er Lehramt in Musikerziehung und Mathematik. An der Wiener Musikakademie absolvierte er zudem ein Studium der Blockflöte bei Elisabeth Toncourt-Schaeftlein, der Schwester von Jürg Schaeftlein. Darüber hinaus studierte er Cello bei Tobias Kühne und absolvierte einen „Lehrgang für Musikerzieher in Gesang und Instrumentalfächern“. Seine Studien schloss Schaller, der zwischenzeitlich auch Gasthörer an der Schola Cantorum Basiliensis war, mit der Lehramts- bzw. Lehrbefähigungs- sowie der Diplomprüfung ab.

Nach seinem Abschluss wurde er im Jahre 1969 Lehrer am Akademisches Gymnasium in Wien und wirkte ab demselben Jahr als Lehrbeauftragter an der nunmehrigen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien. Ab dem Jahr wurde er als Professor der Verwendungsgruppe L 1 an der Musikhochschule angestellt und 1982 zum außerordentlichen Professor ernannt. Im Jahr 1985 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor für Blockflöte; er war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010 in dieser Funktion tätig. Von 1985 bis 1999 übernahm er dort zusätzlich Lehraufträge für Blockflötenkammermusik, Stilkunde, Aufführungspraxis und Literaturkunde für Bläser sowie Musikalische Ornamentik.

Neben seiner pädagogischen Tätigkeit entfaltete Schaller eine umfangreiche Konzertaktivität, wirkte an LP- und CD-Einspielungen mit und hielt Meisterkurse ab. Nach dem Tod seines Vaters setzte er die familiären Konzerttätigkeiten teilweise gemeinsam mit seiner Schwester sowie mit angeheirateten Familienangehörigen fort, darunter Friederikes Ehemann Gerhard Stradner (1934–2025).

Am 6. August 2022 starb Schaller im Alter von 77 Jahren und wurde am 6. September 2022 am Hietzinger Friedhof (Gruppe 17, Reihe 4, Nummer 162) beerdigt.[3] Er hinterließ unter anderem einen Sohn, Clemens, der ebenfalls diplomierter Musiker und Musikpädagoge ist.[4][5]

Schriften / Herausgebertätigkeiten

Helmut Schaller verfasste Beiträge für verschiedene Fachzeitschriften und Magazine, darunter die Zeitschrift Oboe – Fagott. Das Magazin für Doppelrohrbläser sowie das Wiener Oboen-Journal der Gesellschaft der Freunde der Wiener Oboe. Darin befasste er sich unter anderem mit einem von ihm besonders geschätzten Instrument, der Spazierstockflöte, und deren Blütezeit im Biedermeier.[6]

Des Weiteren gab er eine Vielzahl von Werken heraus; unter anderem von Wolfgang Amadeus Mozart oder Johann Strauss (Vater).

Einzelnachweise

  1. Jürgen Libbert: Erwin Schaller – Laudation zum 75. Geburtstag (1. Seite). S. 12, In: Zupfmusik Magazin, Reutlingen 1979.
  2. Jürgen Libbert: Erwin Schaller – Laudation zum 75. Geburtstag (2. Seite). S. 13, In: Zupfmusik Magazin, Reutlingen 1979.
  3. Grab von Helmut Schaller auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 9. Jänner 2026
  4. Über mich auf der offiziellen Webpräsenz von Clemens Schaller, abgerufen am 9. Jänner 2026
  5. Mag. art. Clemens Schaller (Lecturer) auf der offiziellen Webpräsenz der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, abgerufen am 9. Jänner 2026
  6. In memoriam Prof. Helmut Schaller. In: Wiener Oboen-Journal, Gesellschaft der Freunde der Wiener Oboe, 95. Ausgabe, Oktober 2022, S. 10