Helmut Metzner (Pflanzenphysiologe)

Helmut Metzner (* 15. September 1925 in Osnabrück; † 20. September 1999 in Tübingen) war ein deutscher Biologe. Er wirkte als Pflanzenphysiologe und Universitätsprofessor.

Leben und Wirken

Metzner, besuchte das Ratsgymnasium Osnabrück und studierte nach seinem Kriegsdienst bei Marine (1943–1945) an den Universitäten Münster und Göttingen Biologie, Physik und Physikalische Chemie. Nach Abschluss seines Studiums wurde er 1950 mit seiner Dissertation zum Thema Elektrochemische Messungen an ungereizten Pflanzenzellen zum Dr. rer. nat. promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt 1952 in Berkeley, Kalifornien, bei Melvin Calvin arbeitete er als Assistent am Botanischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, wo er sich mit der Erforschung der Chloroplasten beschäftigte. Nach Arbeiten an der Universität Göttingen habilitierte er sich dort mit Untersuchungen über Veränderung der Blattproteine bei photoperiodischer Induktion und wurde dort 1955 Privatdozent. 1956/1957 war er Rockefeller Fellow der Universität Berkeley in den USA.

Im Jahr 1961 erhielt Metzner einen Ruf als außerordentlicher, 1964 als ordentlicher Professor für Pflanzenphysiologie an die Universität Tübingen, wo er 1964 auch Gründungsdirektor des Instituts für Chemische Pflanzenphysiologie war. Sein Hauptforschungsgebiet dort war zunächst die Photosynthese. Daneben hat er sich seit 1981 für die Begründung des vom Land Baden-Württemberg und dem Bund geförderten Lehrgangs Ökologie und ihre biologischen Grundlagen, engagiert. An diesem berufsbegleitenden Lehrgang nahmen mehr als 6000 Personen teil. Letztlich führte diese Einrichtung zur Gründung der Europäischen Akademie für Umweltfragen in Tübingen, deren Präsident Metzner bis zu seinem Tod 1999 war. Er war zudem Mitglied der New York Academy of Sciences und zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften.

Zusammen mit Hans Karl Filbinger, Günter Rohrmoser, Heinz Karst und Erich Baumann gründete Metzner 1979 das rechts-konservative Studienzentrum Weikersheim, in dessen Präsidium er bis 1995 mitwirkte.

Im Jahr 1995 organisierte Metzner zusammen mit Klimawandelleugnern eine Konferenz, in deren Anschluss die Leipziger Erklärung verbreitet wurde. In dieser wird sowohl der wissenschaftliche Konsens zur treibhausgasbedingten globalen Erwärmung bestritten und zugleich fälschlich behauptet, dass Satellitendaten keinerlei Erderwärmung zeigen würden.[1] Zudem werden darin die Ziele der UN-Klimarahmenkonvention für unrealistisch erklärt.

1993 wurde der in Tübingen-Pfrondorf lebende Metzner emeritiert.

Helmut Metzner war evangelisch, ab 1951 verheiratet mit der promovierten Barbara Metzner, geborene Reinboldt, und starb 1999 in Tübingen.

Metzner war Verfasser zahlreicher Fachveröffentlichungen und unter anderem Herausgeber der Zeitschrift Photobiochemistry and Photophysics und Mitherausgeber der Photosynthetica.

Ehrungen

Buchveröffentlichungen

  • Biochemie der Pflanzen. 1973.
  • als Hrsg.: Progress in Photosynthesis Research I-III. 1969.
  • als Hrsg.: Die Zelle. Struktur und Funktion. 3. Auflage 1981.
  • Pflanzenphysiologische Versuche. 1982.

Literatur

  • Metzner, Helmut. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 834–835.

Einzelnachweise

  1. Vgl. auch James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 11f.