Helmbach (Elmstein)
Helmbach Ortsgemeinde Elmstein
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| Koordinaten: | 49° 21′ N, 7° 59′ O | |
| Höhe: | 212–237 m ü. NN | |
| Postleitzahl: | 67471 | |
| Vorwahl: | 06328 | |
Lage von Helmbach in Rheinland-Pfalz
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Ortsdurchfahrt von Helmbach
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Helmbach – früher Helmbacher neue Sägmühle genannt – ist ein Weiler, der zur im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim gelegenen Ortsgemeinde Elmstein gehört und zugleich dessen am weitesten östlich iegender Siedlungsplatz ist.
Lage
Der Ort befindet sich etwa drei Kilometer östlich des Kernortes mitten im Pfälzerwald an der Gemarkungsgrenze zu Esthal und zum Kirrweiler Wald; bei letzterem handelt es sich um eine Exklave der zum Landkreis Südliche Weinstraße gehörenden Ortsgemeinde Kirrweiler.
Auf seiner Höhe mündet der namensgebende Helmbach in den Speyerbach. Der im Mündungsbereich liegende Teil wird als „Untere Helmbach“ bezeichnet und der weiter westlich, räumlich etwas abgetrennte Teil als „Obere Helmbach“.[1][Anm. 1] Rund einen Kilometer südlich befinden sich das zum Wohnplatz gehörende Forsthaus Helmbach mit dem Oppauer Haus sowie der Helmbachweiher, zwei Kilometer östlich liegt der zu Esthal gehörende Weiler Breitenstein. In unmittelbarer Nähe des Ortes befindet sich mit der Felsgruppe „Hölle“ außerdem ein Naturdenkmal.
Geschichte
Helmbach, das lediglich aus einigen wenigen Häusern besteht, wurde 1702 erstmals nachgewiesen und war überwiegend Standort der Sägeindustrie.[2] Weiter südlich entstand während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Forsthaus Helmbach.
Noch während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden der nördliche Bereich und das Forsthaus als separate Orte wahrgenommen. 1925 hatte der erstgenannte, damals Helmbacher neue Sägmühle genannte Ort 44 Einwohner, die in acht Wohngebäuden lebten, während das Forsthaus vier Bewohner hatte. Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten gehörten seinerzeit zur Pfarrei von Elmstein.[3]
Verkehr
Schienenverkehr
1909 erhielt der Ort durch die Eröffnung des Kuckucksbähnels Lambrecht–Elmstein Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1960 wurde der dortige Personenverkehr, der aufgrund der dünnen Besiedlung stets eine untergeordnete Rolle gespielt hatte, eingestellt. Die inzwischen zum Betriebsbahnhof degradierte Betriebsstelle befindet sich beim Streckenkilometer 9,18. Der Bahnhof hat ein Nebengleis, das aus Richtung Lambrecht angebunden ist. Während der Zeit der Bayerischen Staatseisenbahnen hieß er Helmbacher Sägemühle und wurde als Stationstyp 2 für „Personen-, Gepäck- und Eilgut-Verkehr“ geführt.[4]
Der damalige Bahnsteig befand sich zwischen dem Bahnübergang der nach Süden führenden Straße und der bis heute vorhandenen Weiche 104. Im Güterverkehr spielte die Holzverladung eine große Rolle, weshalb der Bahnhof mit fünf Weichen, zwei Seiten- und einer Kopframpe ausgestattet war. Darüber hinaus besaß er zwei Ladegleise, von denen eines aus beiden Richtungen an das Streckengleis angebunden war.[5] Der aktuelle Bahnsteig befindet sich auf Höhe des Nebengleises.[6][7]
Straßenverkehr
Durch Helmbach verläuft die Landesstraße 499, die den Ort mit Waldfischbach-Burgalben sowie mit Frankeneck verbindet. Von dieser zweigt die Kreisstraße 18 nach Süden ab, die zur Hornesselwiese führt. Zudem ist der Ort über die Buslinie 517 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die ihn mit dem Neustadt an der Weinstraße, Lambrecht (Pfalz) und Iggelbach verbindet, an den Nahverkehr angeschlossen; die Nahverkehrshaltestelle heißt Helmbach Flockerzi.[8]
Tourismus
Über Helmbach führen mehrere Wanderwege: Der gelben Kreuz markierte Fernwanderweg Saar-Rhein-Main, der Pfälzer Hüttensteig, die Nordroute der Pfälzer Jakobswege, ein Wanderweg, der mit einem blau-roten Balken gekennzeichnet ist, einer ist mit einem grün-blauen Balken markiert und einer mit einem weiß-blauen Balken als Zeichen.[9] 2023 wurde die den Wanderern dienende Brücke über den Speyerbach erneuert.[10]
Wirtschaft
Hauptwirtschaftszweig war jahrhundertelang die Sägeindustrie. Mehrere Sägemühlen standen in räumlich vergleichsweise kurzer Distanz zueinander.[11] Das letzte in Helmbach ansässige Unternehmen aus dieser Branche war die 2007 aufgelöste J. Seeber & Sohn GmbH & Co. KG, die seit 1872 existierte.[12]
Einzelnachweise
- ↑ Klaus Kullmer: Bilder von Elmstein und seinen Ortsteilen aus 100 Jahren. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 92.
- ↑ elmstein.de: Elmsteiner Ortsteile ( vom 26. August 2013 im Internet Archive)
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 773–774 (Digitalisat).
- ↑ Galgenschanze bis Jockgrim. kbaystb.de, abgerufen am 6. Januar 2013.
- ↑ Reiner Frank: Eisenbahn im Elmsteiner Tal einst und jetzt. 2001, S. 38 f.
- ↑ Erfenstein–Elmstein. vergessene-bahnen.de, abgerufen am 6. Januar 2014.
- ↑ Klaus Detlef Holzborn: Eisenbahn-Reviere Pfalz. 1993, S. 52.
- ↑ 517. Neustadt - Lambrecht - Esthal / Elmstein - Iggelbach. 5. Juni 2025, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Waymarked Trails: Wanderwege. In: hiking.waymarkedtrails.org. 3. November 2025, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Erneuerung der Wanderbrücke über den Speyerbach in Helmbach. In: mittelpfalz.de. 22. September 2023, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Verzeichnis der pfälzischen Mühlen erstellt von Eberhard Ref (mailto: eberhard.ref@gmx.de) - Litera H - (Haupersweiler - Herchweiler). In: eberhard-ref.net. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ online-handelsregister.de J. Seeber & Sohn Sägewerk GmbH & Co.KG ( vom 28. Februar 2019 im Internet Archive) auf, abgerufen am 27. Februar 2019