Hellraiser III

Film
Titel Hellraiser III
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1992
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Anthony Hickox
Drehbuch Peter Atkins
Tony Randel
Produktion Christopher Figg
Lawrence Mortorff
Musik Randy Miller
Kamera Gerry Lively
Schnitt Christopher Cibelli
James D.R. Hickox
Besetzung
Synchronisation
Chronologie

Hellraiser III, auch unter dem Verweistitel Hellraiser 3: Hell on Earth bekannt, ist die zweite Fortsetzung des Horrorfilms Hellraiser – Das Tor zur Hölle und kam 1992 in die Kinos. Regie führte Anthony Hickox; die Hauptrolle übernahm Terry Farrell, die später als Jadzia Dax in der Serie Deep Space Nine bekannt wurde.

Handlung

Die Fernsehjournalistin Joey Summerskill soll live aus der Notaufnahme eines New Yorker Krankenhauses berichten. Ein schwer verletzter Mann wird in die Notaufnahme gebracht. Ketten ragen aus seinem Körper heraus, sie sind mit Haken in seinem Fleisch verankert. Die Ketten entwickeln ein Eigenleben und reißen den Verletzten in Stücke. Eine Frau namens Terri hatte den Mann ins Krankenhaus begleitet. Joey erfährt von ihr, dass er verletzt in der Nähe des Nachtclubs „The Boiler Room“ aufgefunden wurde. Terri überlässt der Journalistin einen geheimnisvollen Würfel, der mit dem Tod des Mannes in Zusammenhang stehen soll.

JP Monroe, der Eigentümer des Boiler Rooms, erwirbt in einer Kunstgalerie eine Skulptur, ohne zu ahnen, dass sich in dieser die Manifestation eines Dämons – des Zenobiten Pinhead – befindet, und stellt sie in seiner Wohnung auf. Als sich eine Frau, mit der er zuvor Sex hatte, neben die Skulptur stellt, wird sie gehäutet und komplett in die graue Skulptur gesogen. Der Zenobit Pinhead erwacht zu neuem Leben, ist aber noch zu schwach, um die Statue zu verlassen. JP Monroe willigt in eine Abmachung des seelenjagenden Pinhead ein, weitere Opfer für ihn zu beschaffen. Hierzu lockt er das obdachlose Mädchen Terri in seine Wohnung, wird während des Kampfes jedoch von ihr mit einem Schlagring bewusstlos geschlagen. Terri fällt ebenfalls auf die Versprechungen des Dämons herein und opfert ihm JP Monroe. Der Zenobit ist nun frei. Er erscheint im Nachtclub und tötet die Besucher, die er mit seinen Eisenketten und spitzen Widerhaken malträtiert.

TV-Reporterin Joey leidet regelmäßig unter Alpträumen, in denen sie ansehen muss, wie ihr Vater, den sie nie persönlich kennengelernt hat, im Vietnamkrieg stirbt. Eines Nachts betritt sie eine Traumdimension, in der sie einem Schützengraben voller toter Soldaten entsteigt und dem britischen Captain Elliot Spencer begegnet. Der ehemalige Soldat gibt sich ihr gegenüber als wohlwollender Geist zu erkennen. Er berichtet, dass er jahrzehntelang der Zenobit Pinhead gewesen sei, ohne sich dabei jemals an seine vorherige menschliche Vergangenheit zu erinnern. Der jetzige Pinhead sei eine Abspaltung von ihm selbst. Joey soll den Dämon mithilfe des Würfels in die Traumdimension locken, damit Captain Spencer dem Schrecken ein Ende bereiten kann.

Als Joey erwacht, läuft im Fernsehen ein Bericht über das Massaker im Boiler Room. Sie verabredet sich mit ihren Kameramann „Doc“ am Ort des Geschehens. Doch die TV-Sendung war ein Fake, inszeniert von Pinhead selbst. Als Joey den Nachtclub erreicht, sind weder Hilfskräfte noch Medien vor Ort. Zwischen all den Leichen, unter denen ihr enthaupteter Kameramann liegt, erscheint der Pinhead und fordert den Würfel von Joey. Sie flüchtet und wird von Pinhead und den neu geschaffenen Zenobiten verfolgt, zu denen Terri, JP Monroe und ihr Kameramann „Doc“ gehören, die als boshafte Reinkarnationen von den Toten wieder auferstanden sind. In den Straßen von New York bricht die Hölle los, Gullydeckel explodieren und Autos gehen in Flammen auf. Ein Polizeikommando kann die Dämonen nicht aufhalten, Und Joey sucht Schutz in einer Kirche. Als Pinhead das Gotteshaus betritt, zerbersten die Kirchenfenster. Er zieht zwei lange Nägel aus seinem Schädel und bohrt sich diese selbst in seine Handflächen, ähnlich wie die Wundmale von Jesus Christus. Dazu verkündet Pinhead, wie bei einem satanischen Ritual, lachend und mit ausgebreiteten Armen: „Ich bin der Weg.“ Den Priester der Kirche zwingt Pinhead, ein Stück Fleisch und Blut aus seiner Brust zu essen, und erklärt: „Ich werde diejenigen unter euch selig machen, die zu mir kommen.

Joey flüchtet und wird auf einer Baustelle von den Zenobiten umzingelt. Sie versetzt sich in die Traumdimension, in der auf einer Wiese ihr Vater auf sie wartet, und gibt ihm den Zauberwürfel. Sie erkennt, in eine Falle geraten zu sein, denn Pinhead war es, der sich in ihren Träumen als Vater ausgegeben hat. Sie lockt ihn auf die Traumebene des Captain Elliot Spencer. Spencer verschmilzt mit Pinhead und Joey gelingt es, an den Würfel zu gelangen. Dieser verwandelt sich in eine Art Messer, mit dem sie auf das Pinhead-Spencer-Wesen einsticht. Das Wesen wird zum Schemen und verschwindet im Würfel.

Joey ist plötzlich wieder auf der Baustelle. Der Pinhead und die anderen Zenobiten sind verschwunden. Sie taucht den Würfel tief in ein noch flüssiges Betonfundament ein, in der Hoffnung, dass der magische Gegenstand dort für immer unzugänglich sein wird. In der Schlussszene ist das Gebäude zu sehen, welches auf dem Fundament errichtet wurde. Es gleicht von der Architektur her den Strukturen des geheimnisvollen Würfels.

Entstehung

Da die Produktionsfirma New World Pictures, die für die ersten beiden Hellraiser-Filme verantwortlich gewesen war und die Rechte an dem Stoff besaß, 1990 Konkurs anmeldete, musste sich Produzent Lawrence „Larry“ Kuppin zuerst die Rechte an Hellraiser sichern, bevor mit den Dreharbeiten für Teil 3 begonnen werden konnte.[2]

Für seine in der Horrorkomödie Spaceshift (Originaltitel: Waxwork II: Lost in Time) erbrachte Leistung als Filmemacher erhielt der Regisseur Anthony Hickox den Auftrag, den dritten Teil von Hellraiser zu realisieren.[3]

Die Dreharbeiten fanden in der Stadt High Point im US-Bundesstaat North Carolina statt. Die Kulissen für den fiktiven Musikclub The Boiler Room wurden in einer Möbelfabrik errichtet.[3]

Für Schauspieler Doug Bradley waren die Dreharbeiten die erste Arbeitserfahrung in den USA.

Noch vor Veröffentlichung des zweiten Hellraiser-Films Hellbound – Hellraiser II fanden mit dem Schöpfer Clive Barker und dem Produzenten Christopher Figg über einen dritten Film statt. Für weitere Hellraiser-Filme sah Barker vor, inhaltlich den Fokus auf den Charakter der Königin des Bösen Julia Cotton zu legen, jedoch lehnte die Schauspielerin Clare Higgins ab, diese Rolle erneut zu übernehmen. Andere verworfene Ideen schlossen eine Geschichte ein, die im altertümlichen Ägypten spielen sollte, mit einer Pyramide als architektonische Materialisierung der sagenumwobenen Lament Configuration aus den ersten beiden Teilen.[2] Nach dem dritten Teil war Barker nicht weiter im kreativen Arbeitsprozess involviert.

Für die Szene, in der Pinhead sein Unwesen in einer Kirche treibt, wollte das Film-Team eine echte Kirche aufsuchen. Als jedoch die dortigen Vikare vorab das Drehbuch lasen, lehnten es alle angefragten Kirchenvertreter ab, in ihren heiligen Gemäuern einen Horrorfilm entstehen zu lassen, der mit satanischen Elementen kokettiert.[3]

Die Heavy-Metal-Band Armored Saint hat einen kurzen Gastauftritt, in einer Szene im Musikclub The Boiler Room spielt die Gruppe ihren Song Hanging Judge, der sich auf dem Album Symbol of Salvation von 1991 befindet.

In der Traum-Szene, in der sich der Vater der TV-Reporterin Joey im fließenden Übergang in Pinhead verwandelt, setzt ein Morphing als Spezialeffekt ein. Zum Zeitpunkt der Entstehung etablierte sich die damals innovative Technik des Morphings gerade in der Filmbranche als Gestaltungsmittel. Dazu bei trug etwa der Videoclip des Michael-Jackson-Songs Black or White von 1991.[3]

Innerhalb von drei Wochen verfasste der Komponist Randy Miller ergänzend zum Hard’n'Heavy-Soundtrack ein klassisches Orchesterwerk für die Filmmusik, eingespielt von dem russischen Ensemble The Symphony Orchestra and Choir of Mosfilm Studios unter Leitung von Dirigent Sergei Scripka.

Im Film spielt der Drehbuchautor Peter Atkins eine kleine Nebenrolle als Barkeeper im Musikclub The Boiler Room. Außerdem mimt Atkins, der während der Dreharbeiten seine spätere Ehefrau kennenlernte, einen der neuen Zenobiten mit um den Kopf gewickeltem Stacheldraht namens Barb Wire Head, der Feuer spucken kann.[4] Regisseur Anthony Hickox selbst spielt für einige Augenblicke einen fallenden Soldaten im Vietnamkrieg während der Alptraum-Szene von Joey Summerskill, gespielt von Schauspielerin Terry Farrell.

Synchronisation

Der Film wurde seinerzeit an einigen Stellen gekürzt. Diese Schnitte wurden erst 2017 rückgängig gemacht und im Hamburger CSC-Studio synchronisiert. Die neuen Dialoge wurden von Gerd Naumann verfasst, der auch die Dialogregie innehatte.[5]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Joanne „Joey“ Summerskill Terry Farrell Marion von Stengel
J.P. Monroe Kevin Bernhardt Nicolas König
Nachsynchro: Tino Kießling
Pinhead Doug Bradley Rüdiger Schulzki
Nach- und Neusynchro: Helmut Krauss
Captain Elliot Spencer Eberhard Haar
Daniel „Doc“ Fisher/Camerahead Cenobite Ken Carpenter Erik Schäffler
DJ Brent Bolthouse Nachsynchro: Henning Nöhren
Joeys Vater Peter G. Boynton Hartmut Rüting
Nachsynchro: Kai Henrik Möller
Priester Clayton Hill Lothar Grützner
Brad Philip Hyland Stefan Brönneke
Sandy Aimée Leigh Daniela Reidies
Bum Lawrence Mortorff Hartmut Rüting

Soundtrack

Der Soundtrack zum Film wurde 1992 bei dem Label Victory veröffentlicht und enthält 12 Songs, die im Film gespielt werden, darunter den von der britischen Hard-Rock-Band Motörhead gespielten Titelsong Hellraiser. In dem Videoclip zu dem Song, gedreht unter Federführung von Clive Barker, spielt Lemmy Kilmister, der Sänger und Bassist von Motörhead, an einem roten Tisch Poker gegen die Filmfigur Pinhead. Komponiert wurde das Stück Hellraiser von Ozzy Osbourne, Zakk Wylde und Lemmy Kilmister. Erstmals veröffentlicht wurde der Song 1991 auf dem Ozzy-Osbourne-Album No More Tears. Ferner befindet sich der Song zudem auf dem 1992 erschienenen Album March ör Die von Motörhead. Die einzelnen Soundtrack-Titel sind:

  1. Motörhead – Hellraiser – 04:32
  2. Ten Inch Men – Go With Me – 03:23
  3. Material Issue – What Girls Want – 03:56
  4. Electric Love Hogs – I Feel Like Steve – 05:03
  5. TriumphTroublemaker – 04:06
  6. KMFDMOoh La La – 04:01
  7. Tin MachineBaby Universal – 3:17
  8. The Soup DragonsDivine Thing – 3:51
  9. House of LordsDown, Down, Down – 4:49
  10. Motörhead – Hell On Earth – 3:59
  11. Chainsaw Kittens – Waltzing With A Jaguar – 2:38

Veröffentlichung

Am 11. September 1992 brachte Miramax als Verleihpartner mit der Tochtergesellschaft Dimension den von Fifth Avenue Entertainment produzierten Horrorfilm in die amerikanischen Kinos. Die Europapremiere des Films fand in Frankfurt am Main im Kino Harmonie im Rahmen des dortigen Fantasy-Film-Festes statt.

Der Film spielte in den USA mit 12.534.961 US-Dollar etwas mehr als der zweite Teil der Reihe ein.[6]

Die Indizierung des Films in Deutschland wurde im Dezember 2016 aufgehoben.[7]

Auszeichnungen

Der Film gewann den Pegasus Audience Award für den Regisseur Anthony Hickox 1993. Zudem wurde er für einige Preise nominiert, u. a. für den Saturn Award in den Kategorien Best Horror Film und Best Make-Up.

Kritik

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 39 %[8]
Metacritic (Metascore) 50/100[9]

„Dritter Teil des ‘Hellraiser’-Zyklus, nun ins Neon-Glitzerlicht verlegt, was der Gewalttätigkeit allerdings keinen Abbruch tut.“

Lexikon des internationalen Films[10]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Hellraiser III. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b Videointerview mit Schauspieler Doug Bradley im Dokumentarfilm Under the Skin 3 – Doug Bradley on Hellraiser III: Hell on Earth, Regie: Jake West, 14 Minuten, 2004, produziert von Nucleus Films und Arrow Video, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 3), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA)
  3. a b c d Videointerview mit Regisseur Anthony Hickox im Dokumentarfilm Raising Hell on Earth, Regie: Jake West, 14 Minuten, 2004, produziert von Nucleus Films und Arrow Video, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 3), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA)
  4. Videointerview mit Drehbuchautor Peter Atkins im Dokumentarfilm Hell on Earth – Die Geschichte von Hellraiser III (The Story of Hellraiser III). Regie: K. John McDonagh und Christopher Griffiths, 32 Minuten, 2015, produziert von Cult Screenings UK Ltd. und Dead Mouse Productions, enthalten im Bonusmaterial der fünf Discs umfassenden Blu-ray-Box Clive Barker’s Hellraiser Trilogy, (Disc 4), 2018, Turbine Medien GmbH, Münster + Lakeshore International, Beverly Hills (USA)
  5. Hellraiser 3 – Hell on Earth. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 24. Juni 2025.
  6. Einspielergebnisse auf imdb.com
  7. schnittberichte.com, abgerufen am 30. Dezember 2016
  8. Hellraiser III. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 11. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 23 Kritiken).
  9. Hellraiser III. In: Metacritic. Abgerufen am 11. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 12 Kritiken).
  10. Hellraiser III. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.