Helgo Meyer-Hamme

Helgo Meyer-Hamme (* 1942 in Helmstedt) ist ein deutscher Arzt.

Werdegang

Meyer-Hamme promovierte 1971 an der Universität Hamburg und eröffnete 1976 eine internistische Gemeinschaftspraxis in Hamburg, die er bis Januar 2008 führte. Er ist mit Maria Meyer-Hamme verheiratet und hat fünf Kinder.

Einsatz gegen Kinderarbeit

Von 1990 an arbeitete er mehrere Male wochenweise für das Komitee Ärzte für die Dritte Welt in Kalkutta. Dabei begegnete er immer wieder dem Problem der Kinderarbeit und den daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen. 1994 begann er ein eigenes Projekt, das sich den Kinderarbeitern in Kalkutta annimmt. Dafür gründete er 1995 die Hilfsorganisation H.E.L.G.O. e. V. (Help for Education and Life Guidance Organisation). Meyer-Hamme hat sich bis heute jedes Jahr, zumeist zweimal, in Kalkutta für einige Wochen im Kinder-Projekt aufgehalten.

Der Verein lässt Familien einen Lohnausgleich in Form von Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs zukommen, damit die Kinder eine öffentliche Schule besuchen könne. Danach bekommen sie bei dem Verein eine warme Mahlzeit und Nachhilfeunterricht.

Anfangs fand der Unterricht in Kalkutta unter ärmlichsten Bedingungen in Treppenhäusern oder kleinen Hütten in den Stadtteilen Tikiapara, Buxarah und Liluah statt. 1997 wurde die erste Wohnung für den Unterricht angemietet und in Liluah eine kleine Ambulanz eingerichtet. Mit dem Kauf zweier weiterer Wohnungen entstand in Tikiapara das Zentrum des Projektes. Es wurden zwei einfache Internate gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Berufsausbildungszentrum des Don-Bosco-Ordens u. a. können die Kinder nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung beginnen.

Derzeit werden etwa 150 Kinder durch H.E.L.G.O. intensiv betreut, weitere 1800 Kinder aus armen Familien erhalten eine Schulausbildung.

Weitere Tätigkeiten

In Hamburg ist er von 2008 bis 2024 für das Projekt Malteser Migranten Medizin Hamburg als Arzt tätig gewesen, eine Anlaufstelle für Migranten des Malteserordens im Marienkrankenhaus.

Ehrungen

Einzelnachweise

  1. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 64, Nr. 9, 17. Januar 2012.