Helen Gurley Brown
Helen Gurley Brown (* 18. Februar 1922 in Green Forest, Arkansas als Helen Marie Gurley; † 13. August 2012 in New York City) war eine US-amerikanische Herausgeberin und Autorin. Sie war 32 Jahre lang Chefredakteurin der Frauenzeitschrift Cosmopolitan.
Leben
Die Eltern von Helen Gurley stammten beide aus Arkansas. Dort hatte ihr Vater, Ira Marvin Gurley, unter anderem den Posten des Commissioner der Arkansas Game and Fish Commission inne, bevor er mit der Familie in die Hauptstadt des Bundesstaates nach Little Rock umzog. Dort war er bis zu seinem Tod bei einem Aufzugsunfall im Jahr 1932 Abgeordneter im Parlament des Staates. 1937 zog Helen mit Mutter und Schwester nach Los Angeles in Kalifornien, wo sie den Schulabschluss machte.
Nach einem Semester am Texas State College for Women, der heutigen Texas Woman′s University in Denton (Texas), beendete Gurley ihre Ausbildung 1941 am Woodbury Business College, heute Woodbury University in Burbank, Kalifornien. In der Folgezeit arbeitete sie unter anderem bei der William Morris Agency, der Music Corporation of America und dann als Sekretärin bei der Werbeagentur Foote, Cone & Belding, wo sie aufgrund ihrer Fähigkeiten sehr rasch aufsteigen konnte und Anfang der 1960er Jahre zu einer der höchstbezahlten Werbetexter wurde.
1959 heiratete sie den damaligen Journalisten David Brown, der in späteren Jahren als Filmproduzent, zum Beispiel des Films Der weiße Hai, bekannt wurde.
Autorin und Chefredakteurin
Im Alter von 40 Jahren veröffentlichte Helen Gurley Brown ihr erstes Buch mit dem Titel Sex and the Single Girl. Es wurde in vielen Ländern ein Erfolg und führte mehr als ein Jahr lang die US-amerikanischen Bestsellerlisten an.
Im Jahr 1965 wurde Brown Chefredakteurin der Cosmopolitan in New York. Ihr Ideenreichtum und die von ihr in der Zeitschrift vertretenen Ideen von sexueller Freiheit sowie ihr Eintreten für die glamouröse und modebewusste Frau brachten der Cosmopolitan geschäftlichen Erfolg. Den Posten der Chefredakteurin hielt sie bis zum Jahr 1997 und betreute anschließend die internationalen Ausgaben in 59 Ländern bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 weiter.
Ihr Ehemann David Brown starb 2010 in New York. Helen Gurley Brown starb nach kurzer Krankheit am 13. August 2012 im Alter von 90 Jahren im Krankenhaus der Columbia University am NewYork-Presbyterian Hospital in Manhattan.
New Yorks damaliger Bürgermeister Michael Bloomberg, die Wochenschrift Entertainment Weekly und andere ehrten sie mit Nachrufen, in denen ihre Bedeutung für das Bild der Frau seit den 1960er Jahren und für das Pressewesen der Vereinigten Staaten hervorgehoben wurde.
Stiftung
Anfang 2012 – sieben Monate vor ihrem Tod – richtete Helen Gurley Brown aus dem Vermögen des Ehepaares das „David and Helen Gurley Brown Institute for Media Innovation“ mit einem Stiftungskapital von 30 Millionen US-Dollar ein. Das Institut, das sowohl an der Columbia University in New York City als auch an der Stanford University in Stanford (Kalifornien) ansässig ist, soll der Entwicklung des Journalismus im Zusammenspiel mit neuen Technologien dienen.[1]
Veröffentlichungen
- 1962: Sex and the Single Girl.
- 1963: deutsch: Sex und ledige Mädchen. Decker, Schmiden bei Stuttgart.
- 1966: deutsch, neu durchgesehen, überarbeitet und verbessert: Decker, Schmiden bei Stuttgart.
- 1965: Sex and the Office.
- 1965: Sex im Büro. Econ-Verlag, Düsseldorf/Wien.
- 1969: Single Girl’s Cookbook. Mit Zeichnungen von Frank Daniel. Bernard Geis Associates, New York City.
- 1970: Sex and the New Single Girl.
- 1982: Having It All.
- 1993: The Late Show: A Semi Wild but Practical Guide for Women Over 50.
- 1998: The Writer’s Rules: The Power of Positive Prose – How to Create It and Get it Published.
- 2000: I’m Wild Again: Snippets from my Life and a Few Brazen Thoughts. St. Martin’s Press, New York City, ISBN 978-0-312251925.
- 2004: Dear Pussycat: Mash Notes and Missives from the Desk of Cosmopolitan’s Legendary Editor. St. Martin’s Press, New York City, ISBN 0-312317573.
Literatur
- Jennifer Scanlon/Nancy Toff (Hrsg.): Bad Girls Go Everywhere. The Life of Helen Gurley Brown. The Woman behind Cosmopolitan Magazine. Penguin, New York City 2010, ISBN 978-1-101-53222-5.
Weblinks
- Helen Gurley Brown bei IMDb
- Literatur von und über Helen Gurley Brown im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Cosmopolitan Girl. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 2012, S. 31.