Heinz Göllnitz
Heinz Göllnitz (* 6. Juni 1935 in Chemnitz; † 2. April 2014[1]) war ein deutscher Mathematiker und Manager.
Leben und Wirken
Heinz Göllnitz, Sohn von Johanna Göllnitz, geborener Just, und des Studienrats Willy Göllnitz, studierte ab 1953 an der Universität Jena und ab 1958 an der Universität Göttingen Mathematik, erhielt in Göttingen 1960 sein Diplom und wurde dort 1964 bei Max Deuring zum Dr. rer. nat. promoviert (Partitionen mit Differenzenbedingungen).[2][3] Ab 1960 war er an der Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA), von 1964 bis 1965 stellvertretender Leiter der Abteilung für Aeroelastizität, und ab 1965 am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik bzw. MPI für Strömungsforschung in Göttingen bei Walter Tollmien. 1969 bis 1975 war er bei der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, ab 1974 als Leiter des Bereichs Raumfahrt. 1976 wurde er Geschäftsführer der Hilti Entwicklungsgesellschaft, Befestigungstechnik und 1985 Mitglied der Geschäftsleitung bei den Buck Chemisch-Technischen Werken in Bad Reichenhall und Leiter von deren Entwicklungszentrum. 1989 hatte er die Technische Leitung bei der BERU AG in Ludwigsburg inne.
Er ist bekannt für das Göllnitz-Theorem und die Göllnitz-Gordon-Identitäten (unabhängig von Basil Gordon 1965 wiedergefunden), Verallgemeinerungen der Rogers-Ramanujan-Identitäten.[4] Die Arbeiten dazu stammen noch aus seiner Diplomarbeit (unveröffentlicht). Bei Gordon und Göllnitz waren sie als Identitäten zwischen Partitionen formuliert, die analytischen Gegenstücke waren aber schon Ramanujan bekannt (lost notebook) und finden sich in der Liste der verallgemeinerten Rogers-Ramanujan-Identitäten von Lucy Joan Slater (1952).
Heinz Göllnitz war evangelisch, ab 1960 mit Hildegard Göllnitz, geborener Wenzel, verheiratet, lebte in Ottobrunn und hatte zwei Söhne (Bernd und Ralf).
Literatur
- Michael Toeppel: Mitgliedergesamtverzeichnis der DMV 1980–1990. München 1991.
- Göllnitz, Heinz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 386–387.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Mitteilungen 1/2015. (PDF; 2,0 MB) Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, 2015, S. 46, abgerufen am 28. Dezember 2021.
- ↑ Heinz Göllnitz im Mathematics Genealogy Project (englisch)
- ↑ Die Dissertation wurde veröffentlicht in J. reine angew. Math. Band 225, 1967, S. 154–190.
- ↑ Goellnitz-Gordon Identities, Mathworld