Heinz Göhring

Heinz Göhring (* 31. Juli 1935 in Sangerhausen; † 9. März 2000) war ein deutscher Soziologe und Dolmetscher.

Leben und Ausbildungen

Heinz Göhring, geboren als Sohn von Hildegard Göhring, geborener Scherler, und des Diplom-Ingenieurs und Regierungsdirektors Erhard Göhring in Thüringen, schloss 1959 sein Studium in Heidelberg am Dolmetscher-Institut als Diplom-Dolmetscher für Englisch und Spanisch ab und war 35 Jahre lang in diesem Beruf tätig. Von 1959 bis 1966 war er freiberuflicher Konferenz-Dolmetscher, besonders auf Regierungsebene. Nach einem weiteren Studium in Heidelberg an den Instituten für Soziologie und Ethnologie mit den Fächern Ethnologie, Soziologie, Volkswirtschaft und Politologie wurde er 1966 mit einer Arbeit über die Baluba im heutigen Zaire zum Dr. phil. promoviert. Von 1966 bis 1971 war Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Heidelberg.

Zwischen 1968 und 1970 lebte er in Südspanien. Ab 1971 war er Professor der Universität Mainz. 1995 erkrankte der in Heidelberg lebende Hochschullehrer an Krebs, trat 1997 in den vorzeitigen Ruhestand und starb im Jahr 2000. Heinz Göhring war ab 1961 mit der Kinder- und Jugendpsychiaterin und Psychotherapeutin Jutta Göhring, geborene Zitz, verheiratet und hatte zwei Kinder (Ina und Kora).

Wirken

Im Jahr 1971 wurde er nach Germersheim ans zur Universität Mainz gehörende Institut für Allgemeine Sprach- und Kulturwissenschaft berufen. In seiner Lehre strebte er eine Veränderung des Fremdsprachenunterrichts an. Übersetzer und Dolmetscher sollten mehr über Land und Leute wissen. Jeder Studierende sollte die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts erhalten, zum anderen sollte auf dem Lehrplan statt der herkömmlichen Landeskunde eine interkulturelle „Leutekunde“ stehen.[1] Er begründete in Deutschland die Disziplin Interkulturelle Kommunikation mit und etablierte dieses Fach als erster an einer deutschen Hochschule. Er war Direktor des Forschungs- und Dokumentationszentrum für Interkulturelle Kommunikation der Universität Mainz/Germersheim im Fachbereich Angewandte Sprachwissenschaft und beschäftigte sich mit interkulturellen Vergleichen von Verhaltensmustern und Kommunikationsspielen.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

  • Interkulturelle Kommunikation. In: Mary Snell-Hornby, Hans Hönig, Paul Kußmaul, Peter A. Schmitt (Hrsg.): Handbuch Translation. Stauffenburg, Tübingen 1998.
  • als Hrsg.: J. Gumperz – Sprache, lokale Kultur und soziale Identität. 1975.
  • BaLuba: Studien zur Selbstordnung und Herrschaftsstruktur der baLuba (= Studia Ethnologia. Band 1). Hain, Meisenheim am Glan 1970.
  • Interkulturelle Kommunikation. Anregungen für Sprach- und Kulturmittler. Stauffenburg, Tübingen 2002.

Literatur

  • Göhring, Heinz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 386.

Einzelnachweise

  1. Nikolova, Elena: „Heinz Göhring. Interkulturelle Kommunikation. Anregungen für Sprach- und Kulturmittler“; Babel 1. 2005, 95–98