Heinrich von dem Bussche
Heinrich Albert von dem Bussche, auch von dem Bussche-Haddenhaussen (* 25. August 1664 in Apelern; † 4. Mai 1731 in Hannover), war ein Wirklicher Geheimer Kammerrat, Berghauptmann zu Clausthal, hannoverischer Minister und Kammerpräsident.
Leben
Herkunft
Heinrich von dem Bussche stammte aus dem Hause von Bussche-Haddenhausen. Er war ein Sohn von Johann Wilhelm von dem Bussche-Lohe-Haddenhausen (1623–1696) und seiner Frau Auguste, geb. von Dannenberg (1633–1670). Sein Vater kaufte 1661 den Meierhof Offelten, der danach zum Rittergut erhoben wurde, 1678 Wickeride und 1652 Engerode kaufte.
Sein älterer Bruder war der spätere Hannoversche General Christian Wilhelm (1663–1714) und sein jüngerer Bruder war der spätere Landdrost Johann Georg (1668–1746).
Werdegang
Heinrich von dem Bussche wurde auf dem Gut Apelern geboren, welches sein Vater gepachtet hatte.[1] Ab 1685 war er Student an der Universität Leipzig.[2] Ab 1689 war er Bergamtsauditor im Bergamt Clausthal und ab Mitte Februar 1692 Vize-Berghauptmann. Von 1695 bis 1731 war er Kammerrat in der Kammer in Hannover, welche die vorgesetzte Behörde war, und war zeitgleich Berghauptmann.[2] 1702 wurde er Geheimer Kammerrat. In seiner Funktion als Berghauptmann hatte er u. a. angeregt, dass auf Bier und Branntwein eine Abgabe erhoben werden sollte. 1703 wurde diese Bergbauakzise eingeführt. 1713 war er zusätzlich Wirklicher Geheimer Kammerrat und Minister in Hannover geworden.[3][4] Ebenso stellte er den Kontakt zu Christopher Polhem her.
Er setzte sich für die Einrichtung eine Sozialkasse (Bergbaukasse) für bedürftige Bergleute und Waldarbeiter sowie deren Hinterbliebene im Oberharz ein, welche 1718 vom Kurfürsten Georg Ludwig gegründet wurde, und konnte durch seine Stiftung 1719 die Eröffnung eines Waisenhauses für Bergleute in Clausthal ermöglichen.[5]
Durch die Bergbaukasse konnten z. B. die Grube Dorothea und die Grube Caroline modernisiert und Prospektion finanziert werden. Er erteilte den Auftrag für das Harzkornmagazin, welches von 1720 bis 1722 als Kornmagazin für den Oberharzer Bergbau erbaut wurde. Wie schon sein Vater besaß er Anteile am Bergbau im Oberharz. 1680 hatte sein Vater 100 Kuxe (Anteile) besessen, wobei Heinrich Albert von dem Bussche mit 68 Kuxen in 13 Gruben des Oberharzes der größten Unternehmer des Harzbergbaus seiner Zeit war.
1728 wurde er Kammerpräsident in Hannover.[6] Nach seinem Tod wurde Gerlach von Münchhausen Kammerpräsident in Hannover. Aus Offelten stiftete er einen Fideikommiss. Dieser Fideikommiss wurde 1746 durch Oberkammerherr Johann Clamor Hilmer von der Bussche (1723–1809), Sohn von Hilmer Albrecht von dem Bussche-Haddenhausen (1689–1726), geerbt.
Familie
Heinrich von dem Bussche blieb unverheiratet.
Literatur
- Herbert Dennert: Berghauptmann von dem Bussche. In: Erzmetall, Band 28, 1975, S. 201 ff.
- Herbert Dennert: Die Lebensarbeit des Berghauptmanns Heinrich Albert von dem Bussche. In: Albert Humm: Allgemeiner Harz–Berg–Kalender für das Jahr 1982. Piepersche Buchdruckerei, Eduard Pieper, Clausthal, S. 21–24.
- Bernd Ulrich Hucker, Bernd Weisbrod, Ernst Schubert: Berghauptmann Heinrich Albert von dem Bussche (1664–1731). In: Niedersächsische Geschichte. Wallstein, 1997, S. 328 ff.
- Simone Hacke: „Sie hielten selbst diesen Mann für einen der habilesten Mechanicorum“ Christopher Polhem und der Transfer von mechanischem Wissen aus Schweden in den Harz im 18. Jahrhundert. In: Der Abschnitt 76, 2024, Heft 1, S. 2 ff.
Weblinks
- Bussche, Heinrich Albert von dem auf personen.niedersaechsische-bibliographie.de
Einzelnachweise
- ↑ Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 50. A. Lax, 1978, S. 280.
- ↑ a b Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 50. A. Lax, 1978, S. 281.
- ↑ R. Hartmann: Geschichte der Residenzstadt Hannover von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Kniep, 1880, S. 365.
- ↑ Friedrich Christoph Schlosser: Geschichte des achtzehnten Jahrhunderts und des neunzehnten bis zum Sturz des französischen Kaiserreichs. O. Seehagen, 1879, S. 220.
- ↑ Der Anschnitt. Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau., 1974, S. 28.
- ↑ Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens. Band 81. Historischer Verein für Niedersachsen, 1972, S. 237.