Heinrich von Leipzig

Heinrich Kurt von Leipzig (* 14. Februar 1866 in Dresden; † 5. Juni 1940[1]) war ein sächsischer Verwaltungs- und Hofbeamter und Diplomat.

Leben

Heinrich von Leipzig war Sohn des Königlichen sächsischen Kammerherrn Kurt von Leipzig und der Anna, geborene Brandt von Lindau, Tochter der Caroline von Vellnagel und des Juristen Bernhard Brandt von Lindau. Die Brandt von Lindau hatten südwestlich von Berlin gelegen, im Hohen Fläming, bei Schmerwitz, ihren alten Stammsitz. Heinrich von Leipzig wiederum entstammte der genealogischen Familienlinie Kropstädt, mit Schloss Kropstädt bei der Lutherstadt Wittenberg. Sein Großvater Karl von Leipzig-Kropstädt war einst kgl. sächs. Jagdjunker sowie Oberforstmeister.

Nach dem Besuch des Vitzthum-Gymnasiums Dresden studierte er an der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Alma Mater Lipsiensis Rechtswissenschaften. 1885 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn.[2] Nach dem Studium trat er in den sächsischen Staatsdienst ein. Er wurde Landrichter, Regierungsassessor und Regierungsrat. 1902 war er Hilfsarbeiter bei der Kreishauptmannschaft Leipzig. Von 1906 bis 1909 war er Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Oschatz.[3] Von 1914 bis 1918 war er Gesandter des Königreichs Sachsen am Großherzoglichen Hof von Sachsen-Weimar-Eisenach in Weimar.[4] Heinrich von Leipzig war wie sein Vater königlicher sächsischer Kammerherr.[1]

Er war seit 1905 verheiratet mit Alexandra Adele Gisela Freiin von Beschwitz. Sie war die Tochter des Gutsbesitzers zu Arnsdorf, Kammerherrn und Offiziers Freiherr Max von Beschwitz und dessen Ehefrau Gräfin Alexandra Zedtwitz von Morávin und Duppau. Gisela und Heinrich von Leipzig hatten zwei Söhne. Curt wurde Gefreiter, Jurist und später Syndikus, Heinrich wurde Assessor, Leutnant und Abteilungspräsident. Beide Söhne haben Nachfahren.

Sein Grab befindet sich auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden.

Auszeichnungen

Genealogie

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1900. 1. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1899, S. 542–545.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel 1916. 17. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1915, S. 470–471.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.). Teil A (Uradel) 1942. 41. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1941, S. 289–292. Siehe: FamilySearch (Kostenfrei / z. Zt. nicht erreichbar).
  • Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1988. Band XX, Band 93 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1988, ISSN 0435-2408, S. 217–220.

Literatur

  • Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Selbstverlag, Düsseldorf 1902, S. 214. (Mit Portrait).
  • G. G. Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821–1928. Waiöandt AG-Selbstverlag, Aschaffenburg 1928, S. 209. (Mit Portrait).

Einzelnachweise

  1. a b c Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. C. L. Mettcker & Söhne-Jever. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 9, 692.
  2. Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 19 (Corps), 599 (Lfd. Nr. dort).
  3. Thomas Klein (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe B: Mitteldeutschland. Band. 14: Sachsen. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn 1982, ISBN 3-87969-129-0, S. 383.
  4. Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie, 1815–1963: Auswärtige Missionschefs in Deutschland und Deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Walter de Gruyter, Berlin 2001, S. 359.