Heinrich Wilhelm Lichtenberger
Heinrich Wilhelm Lichtenberger (* 31. Mai 1811 in Speyer; † 10. August 1872 in Ludwigshafen)[1] war ein bayerischer Unternehmer und von 1853 bis 1862 erster Bürgermeister der Stadt Ludwigshafen.
Leben
Lichtenberger wurde in Speyer als zweiter Sohn des Handelsmanns Philipp Marcus Lichtenberger geboren. Sein Großvater war der Kaufmann und Weinhändler Johann Heinrich Scharpff und seine Großmutter eine Schwester des Bürgermeisters Carl Alexander Holtzmann. Lichtenberger heiratete 1836 Franziska Viktoria Wacker (1818–1861), Tochter eines Sinsheimer Kaufmanns und wurde Vater von sieben Kindern. Für den Sohn Ludwig übernahm 1840 König Ludwig I. die Patenschaft.[1][2]
Lichtenbergers Vater wurde nach dem Tod seines Schwiegervaters Scharpff Inhaber der Handelsniederlassung auf der Rheinschanze. Der ältere Bruder Philipp Heinrich starb 1834 und Lichtenberger übernahm zwei Jahre später die Leitung des Geschäfts. Sein Vater ließ ihn auch an den Verhandlungen um den Bau der Pfälzischen Ludwigsbahn teilhaben.[2]
Nachdem sein Vater 1842 gestorben war, verkaufte Lichtenberger im folgenden Jahr die Rheinschanze an den bayerischen Staat. Er blieb als Holz- und Weinhändler im nunmehrigen Ludwigshafen ansässig und investierte unter anderem in die Salzbergwerke bei Heilbronn.[2] Er gründete 1850 eine „Localcommission“ mit dem Ziel einer selbständigen Gemeinde[1] und nahm dann am Aufbau dieser regen Anteil. Nach der Gemeindegründung im April 1853 wurde Lichtenberger Bürgermeister Ludwigshafens.[2] In seiner Amtszeit entstanden Lateinschule, Marktplatz und Friedhof.[1] Im November 1859 wurde Ludwigshafen zur Stadt erhoben. Wegen schwerer Konflikte mit der vorgesetzten Behörde trat er 1862 vorzeitig als Bürgermeister zurück.[2] Sein Schwager, der Regierungsrat Joseph August von Stichaner war im Jahr zuvor gestorben.
Nachfolger als Bürgermeister von Ludwigshafen wurden 1863–1868 Carl Huß und 1868–1872 Joseph Hoffmann.
Literatur
- Stefan Mörz, Klaus Jürgen Becker (Hrsg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein. Band 1. Stadtarchiv, Ludwigshafen am Rhein 2003. S. 252, 298.
Belege
- ↑ a b c d Viktor Carl: Heinrich Wilhelm Lichtenberger. In: Lexikon der Pfälzer Persönlichkeiten. 3. Auflage. Henning, Edenkoben 2004, ISBN 3-9804668-5-X. S. 525.
- ↑ a b c d e Stefan Mörz: Heinrich Wilhelm Lichtenberger. In: Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein. Band 1. Ludwigshafen am Rhein 2003. S. 298.