Heinrich Wiedemann (Schriftsteller)

Heinrich Wiedemann (* 15. Juli 1925 in Oberreute; † 2003 in Lindenberg im Allgäu) war ein deutscher Schriftsteller und Naturschützer.

Leben

Heinrich Wiedemann besuchte das Gymnasium Lindenberg. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er zum Militär eingezogen und geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Dort wurde er in der russischen Taiga und im Todeslager Lubjanka interniert, diese Zeit verarbeitete er in mehreren Gedichten. Nach dem Krieg erlernte Heinrich Wiedemann den Beruf des Försters und war ab 1965 bis zu seiner Pensionierung Forstamtsleiter bei den Bayerischen Staatsforstverwaltung in Röthenbach (Allgäu) und in Lindenberg im Allgäu. Verheiratet war er ab 1952 mit Alfonsa Wiedemann (1931–2023), die ebenfalls als Schriftstellerin tätig war, und hatte mit ihr zwei Kinder.[1] Ehrenamtlich engagierte er sich als Mitglied bei Amnesty International, Terre des Hommes und Greenpeace. In den letzten Lebensjahren erblindete der Schriftsteller.[2][3]

Arbeit

In seinen Werken behandelte Wiedemann die Themen des Krieges und Frieden sowie das Thema des Naturschutzes, er übte darin oftmals Gesellschaftskritik. Die Werke umfassen Gedichtbände, lyrische Streifen sowie Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften. Teils sind seine Werke in der Westallgäuer Mundart verfasst. Die Gedichte Heinrich Wiedemanns sind oftmals in den japanischen Versformen des Haiku, Senryu und Tanka gedichtet. Einige seiner Haikugedichte wurden in andere Sprachen wie ins Albanische oder Koreanische übersetzt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Am Stacheldrahtzaun blieben die Jugendjahre in Fetzen hängen
  • Zwischen Licht und Dunkel, 1962.
  • Waldführer durch das westliche Allgäu, 1969.
  • Menschen im Schatten, 1972.
  • Machtwechsel. Podium 70, Salzburg 1973.
  • Wir tun was für den Wald. Schneider-Verlag, München 1986, ISBN 978-3-505-09248-0.
  • Gedankenfurchen. Zum Halben Bogen, Göttingen 1987, ISBN 978-3-88996-154-9.
  • Schattennetze. Zum Halben Bogen, Göttingen 1988, ISBN 978-3-88996-188-4.
  • Unter Denkmalschutz. Bleicher, Gerlingen 1995, ISBN 978-3-88350-729-3.
  • Spurensuche. Zum Halben Bogen, Göttingen 1997, ISBN 978-3-88996-428-1.
  • Nahe Heimat / Fernes Sibirien. Via-Verbis-Verlag, Scheidegg 2001, ISBN 978-3-933902-08-5.
  • Der Atem der Wälder. Graphikum Mock, Göttingen 2003, ISBN 978-3-88996-461-8.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • 1969: Silberne Rose der Salzburger Schriftstellervereinigung
  • 1993: Karl-Gayer-Medaille des Bund Naturschutz
  • 1995: Kulturpreis der Stadt Lindenberg
  • 2003: Haiku-Preises Zum Eulenwinkel der Deutsche Haiku-Gesellschaft
  • 2025: Aufstellung einer Büste in seinem Heimatort Oberreute[4]

Einzelnachweise

  1. Tief verwurzelte Liebe zur Natur. all-in.de. 12. Juni 2003.
  2. Heinrich Wiedemann. Literaturportal Bayern. literaturportal-bayern.de.
  3. Heinrich Wiedemann. oberreute.de. Abgerufen am 1. Oktober 2025.
  4. Dialekt als Kulturgut. facebook.com - Oberreute im Allgäu. Abgerufen am 1. Oktober 2025.