Heinrich Trost (Politiker)

Heinrich Trost (* 5. Januar 1904 in Hannover; † zwischen dem 6. und 8. März 1945 im russischen Kriegsgefangenenlazarett Koltubanka im Ural) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Heinrich Trost war ein Sohn des Polizeibeamten Heinrich Trost und absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums (Oberprimareife) eine Ausbildung in einer Kolonialwarengroßhandlung in Höxter und erhielt anschließend eine Anstellung in seiner Lehrfirma. Es schloss sich ein Studium an der Handelshochschule Berlin und an der Technischen Hochschule München an, wo er Gesamt-Hochschulgruppenführer im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund war. 1929 legte er in einer Ergänzungsprüfung das Abitur ab und begann ein Studium an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg, das er am 31. Juli 1931 mit der Diplomprüfung und der Promotion zum Dr. oec. (Dissertation „Wandlungen des Konsums und ihr Einfluß auf die Gestaltung des Handels“) abschloss.

Trost trat zum 2. April 1925 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.791)[1] und wohnte zu diesem Zeitpunkt in Höxter, wo er die Ortsgruppe gründete und leitete. 1931 wurde er Mitglied der SA als Sturmbannführer. Von April 1933 bis Juni 1933 war er NSDAP-Kreisleiter im Kreis Höxter-Warburg und nach der Neugliederung des Kreises bis April 1938 Kreisleiter in Höxter[2][3]. In dieser Eigenschaft war er als Mitglied des Kreisausschusses erster Kreisdeputierter und damit Vertreter des Landrats. Zugleich war er Beigeordneter und später Bürgermeister in Bad Driburg. 1943 war er als Nachfolger des Landrats Friedrich Hueter in Höxter vorgesehen, doch die Wehrmacht gab ihn nicht frei. Trost musste vom 2. Januar 1942 an Kriegsdienst leisten und kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft, in der er zwischen dem 6. und 8. März 1945 im Kriegsgefangenenlazarett Koltubanka im Ural verstarb.

Das Entnazifizierungsverfahren wurde posthum durchgeführt mit dem Ergebnis, dass Trost im Erlebensfall in die Kategorie III eingestuft worden wäre. Wegen seiner „erfolgreichen Tätigkeit“ wurde die Witwenpension für seine Frau Marta nur um 10 % gekürzt.

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 200f. (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/45210137
  2. Bad Driburg im Blick: Driburg und ihr Bad 1933 – 1945 Digitalisat
  3. Ein Priester als NSDAP-Parteiorganisator im katholischen LandschaftsgefügeDigitalisat