Heinrich Perger von Pergenau
Heinrich Perger Edler von Pergenau (* 17. Juni 1810 in Gutenbrunn, Gemeinde Baden[1]; † 25. September 1878 in Wien[2]) war Advokat, Realitätenbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]
Leben
Heinrich Perger von Pergenau war Sohn des Kaufmanns Joseph Perger († 1846)[4]. Er besuchte von 1825 bis 1827 Philosophische Jahrgänge und studierte von 1827 bis 1831 Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Im Jahr 1834 promovierte er zum Dr. iur. in Wien. Schon 1832 war er Rats-Auskultant am Magistrat und ab 1835 am städtischen Zivilgericht in Wien. Ab 1840 war er auch Aktuar der Gerichtsverwaltung für die Vorstadtbezirke Landstraße, Weißgärber und Erdberg. Ab 1843 war er Advokat in Wien und er ging im Jahr 1860 in den Ruhe. Er wurde 1861 für seine Verdienste mit dem Titel Edler von Pergenau geadelt. Er war Ritter des kaiserlich-österreichischen Leopold-Ordens und Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Baden, von Waidhofen an der Ybbs und von Perchtoldsdorf.[5]
Er starb am 25. September 1878 im Alter von 68 Jahren an einer Herzlähmung.[6]
Er war römisch-katholisch und ab 1844 verheiratet mit Anna Pfann, mit der er aber keine Kinder hatte. Er war der Onkel der Frauenrechtlerin Marianne Hainisch, geborene Perger (1839–1936), der Mutter des ersten österreichischen Bundespräsidenten Michael Hainisch (1858–1940).
Heinrich Perger von Pergenau war von 1861 bis 1877 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (I., II. und III. Wahlperiode), als Abgeordneter der Städte (Baden). Von 1861 bis 1864 war er auch Gemeinderat von Wien.
Politische Funktionen
Heinrich Perger von Pergenau war vom 20. Mai 1867 bis zu seinem Tod am 25. September 1878[7] Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (II., III., IV. und V. Legislaturperiode) und war dort von der II. bis zur IV. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Städte (Wiener Neustadt, Bruck an der Leitha, Hainburg, Schwechat, Klosterneuburg, Tulln, Königstetten, Baden, Mödling, Perchtoldsdorf, Gumpoldskirchen, Neunkirchen, Pottendorf, Ebenfurth, Korneuburg, Stockerau, Oberhollabrunn, Mistelbach, Feldsberg, Poysdorf, Zistersdorf, Laa, Horn, Eggenburg, Retz, Maissau, Langenlois) und in der V. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Städte 13 (Baden, Mödling, Perchtoldsdorf, Gumpoldskirchen, Bruck, Hainburg, Schwechat) zuständig. Vom 20. März 1871 bis zum 7. März 1874 war er Präsident-Stellvertreter und vom 7. März 1874 bis zu seinem Tod am 25. September 1878 Präsident der Staatsschulden-Kontrollkommission.
Klubmitgliedschaften
Heinrich Perger von Pergenau war ab 1867 Mitglied im Herbst-Kaiserfeld'schen Klub, ab dem 2. Oktober 1867 im Klub der Linken (deren Obmann-Stellvertreter er war), ab dem 27. Januar 1869 im Klub der neuen Linken, ab Dezember 1869 wieder im Klub der Linken, ab dem 17. Januar 1872 im Klub der Verfassungspartei, deren Obmann er gewesen ist und ab 1873 wieder im Klub der Linken (bis 21. Oktober 1874 deren Obmann).
Literatur
- D. Ströher: Perger von Pergenau Heinrich. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 7, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1978, ISBN 3-7001-0187-2, S. 419.
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861 – 1921, S. 145–146
- Reichsraths-Almanach für die Session 1867. K.k. Hof- und Univ.-Buchhandlung Wien, 1867, S. 131–132, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- † Dr. Heinrich v. Perger. In: Neue Freie Presse (Abendblatt), 25. September 1878, S. 1 unten (online bei ANNO).
- Reichsrathsabgeordneter Perger. In: Illustrirtes Wiener Extrablatt (Abend-Ausgabe), 25. September 1878, S. 2 Mitte (online bei ANNO).
- Parte. In: Wiener Zeitung, 26. September 1878, S. 12 oben (online bei ANNO).
- Abg. Dr. von Perger †. In: Prager Abendblatt (Beilage zur Prager Zeitung), 26. September 1878, S. 2 Mitte oben (online bei ANNO).
- Reichsrathsabgeordneter Dr. Heinrich Edler v. Pergenau gestorben. In: Innsbrucker Nachrichten, 30. September 1878, S. 4 oben (online bei ANNO).
- Perger Heinrich, Edler von Pergenau, Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0004, IV. Session, S. 608–610 (online bei ANNO).
- Perger Heinrich, Edler von Pergenau, Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0005, V. Session, S. 204 (online bei ANNO).
- Perger Heinrich, Edler von Pergenau, Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0006, VI. Session, S. 82 (online bei ANNO).
- Perger Heinrich, Edler von Pergenau, Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0007, VII. Session, S. 144–145 (online bei ANNO).
- Perger Heinrich, Edler von Pergenau, Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 273–274 (online bei ANNO).
Weblinks
- Perger, Heinrich Edler von Pergenau (1861) Dr. iur., Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
Einzelnachweise
- ↑ Matricula Online – Baden - St. Stephan, Taufbuch, 1794–1810, Seite 253, 2. Zeile
- ↑ Matricula Online – Wien - 01., Dom- und Metropolitanpfarre St. Stephan, Sterbebuch, 1869–1882, Seite 249, 9. Zeile
- ↑ Perger, Heinrich Edler von Pergenau (1861) Dr. iur., Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ laut Taufeintrag heißt der Vater Joseph, laut Parlamentseintrag heißt er Franz.
- ↑ Parte. In: Wiener Zeitung, 26. September 1878, S. 12 oben (online bei ANNO).
- ↑ Parte. In: Wiener Zeitung, 26. September 1878, S. 12 oben (online bei ANNO).
- ↑ Ablebensmitteilung In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 12938 rechts (online bei ANNO).