Heinrich Otto Ayrer
Heinrich Otto Ayrer (* 20. Juni 1853 in Crimmitschau; † 13. Mai 1916 in Leipzig) war ein deutscher Verwaltungsbeamter im Königreich Sachsen.
Leben
Heinrich Otto Ayrer wurde als Sohn eines Gerichtsdirektors und Advokaten geboren, ging auf die Knabenerziehungs- und Lehranstalt in Dresden-Friedrichstadt[1] und studierte von 1873 bis 1877 Rechtswissenschaft an den Universitäten Leipzig und Heidelberg. Während seines Studiums wurde er 1875 außerordentliches Mitglied des Akademischen Turnvereins Leipzig (ab 1882 ATV Normannia Leipzig, ab 1897 Turnerschaft Normannia Leipzig, ab 1907 Burschenschaft Normannia Leipzig). 1876 wurde er auf der Universität Leipzig wegen Ruhestörung zu einem Tag Karzer verurteilt.[2] Er diente als Einjährig-Freiwilliger und durchlief später die Reserveoffizierslaufbahn. Im WS 1887/88 ernannte ihn die Normannia zum Ehrenmitglied.[3]
Nach Erster Staatsprüfung 1877 und Promotion zum Dr. iur. ging er zum 1. Oktober 1878 in den Staatsdienst und wurde Accessist bei der Amtshauptmannschaft Zwickau. Sein Referendariat machte er bei der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg und 1880/81 beim Amtsgericht Zwickau bevor er 1882 seine Zweite Staatsprüfung ablegte.
Nach Ende seiner Referendarzeit 1883 wurde er 1884 Bürger von Zwickau und Bezirksassessor bei der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. 1886 wurde er Bezirksassessor und 1888 Regierungsassessor bei der Amtshauptmannschaft Zwickau bevor er 1890 zur Kreishauptmannschaft Zwickau ging. 1891 wurde er zum Regierungsrat ernannt. 1893 wurde er Bürger von Oelsnitz im Vogtland, wo er von 1893 bis 1898 Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Oelsnitz war. Im Anschluss leistete er seinen Militärdienst, bei dem er zum Hauptmann der Reserve befördert wurde. Von 1899 bis 1900 arbeitete er als Vortragender Rat im Innenministerium in Dresden, in welchem er 1899 als juristischer Hilfsarbeiter den Titel und Rang eines Oberregierungsrates bekleidete. 1901 wurde er zum Geheimen Regierungsrat befördert und war bis 1914 als Stellvertretender Kreishauptmann der Kreishauptmannschaft Zwickau tätig. In dieser Zeit war er gleichzeitig als Staatskommissar an der Zwickauer Börse tätig. 1910 wurde er Stellvertreter des Leipziger Kreishauptmanns.
Er war Mitglied der Sächsischen Disziplinarkammer und der Oelsnitzer Kircheninspektion. Er gehörte dem Vorstand der Vereinigung Alter Burschenschafter Zwickau an.
Ehrungen
- Ehrenbürger von Oelsnitz im Vogtland
- Ehrenmitglied des Conservativen Vereins für das obere Vogtland
- Ehrenmitglied des Königlich-Sächsischen Militärvereinsbundes
- Landwehr-Dienstauszeichnung 1. Klasse
- 1902: Sächsischer Verdienstorden, Ritterkreuz 1. Klasse
- 1907: Carola-Medaille in Silber
- 1908: Albrechts-Orden, Komturkreuz 2. Klasse
- 1911: Rote-Kreuz-Medaille, 2. Klasse
Literatur
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 7: Supplement A–K. Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6050-4, S. 25–26.
Einzelnachweise
- ↑ Festschrift zur Feier des 125 jährigen Bestehens der Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben. Freimaurer-Institut in Dresden-Friedrichstadt am 28. Juni 1899, S. 83 Nr. 2442. Google-Books
- ↑ Universitätsarchiv Leipzig: Karzerstrafen, abgerufen am 22. Oktober 2025.
- ↑ Harald Lönnecker: Das 34. Stiftungsfest der Normannia (27.-29. Juni 1903). In: Mitteilungen der AH-Verbände und der Aktivitas der Burschenschaften Normannia zu Leipzig und Normannia-Leipzig zu Marburg, des Hausbauvereins der Burschenschaft Normannia zu Leipzig e. V. und des Vereins Normannenheim e. V., Nr. 153 (März/April 2021), S. 44.