Heinrich Meinert
Heinrich Meinert (* 15. Januar 1889 in Röhlinghausen, Stadt Herne; † 30. September 1976 in Unna) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP) im Gau Westfalen-Süd.
Leben
Heinrich Meinert wurde als Sohn des Bergmanns Wilhelm Meinert geboren, besuchte bis 1905 die Realschule Unna (Untersekundareife) und machte eine dreijährige kaufmännische Lehre. 1909 leistete er seinen Wehrdienst und war von Februar 1915 bis August 1915 im Kriegseinsatz. Nach dem Krieg war er Handlungsgehilfe, später Prokurist bei Firmen in Unna und Freudenberg, und von 1926 bis 1934 selbständiger Elektrogroßhändler. Schon früh war er politisch engagiert und trat am 21. Oktober 1922 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 8.959 Ortsgruppe München) ein. Während des Verbots der NSDAP gründete und leitete er die Ortsgruppe Unna der Großdeutschen Volksgemeinschaft (GVG) und war später im Völkisch-sozialen Block, die bayerische Konkurrenz zur GVG. Nach ihrer Wiederzulassung trat er zum 1. Mai 1925 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 16.159),[1] wo er bis 1927 Ortsgruppenleiter war. Wegen häufiger beruflicher Abwesenheit trat er von seinem Amt zurück.
Vom 1. Januar 1934 bis Ende Juni 1937 amtierte er als NSDAP-Kreisleiter im Kreis Unna. Er gehörte dort dem Kreistag an und war in dieser Zeit hauptberuflich stellvertretender Leiter des Arbeitsamtes in Kamen (bis 1937) und dann kaufmännischer Betriebsleiter der Stadtwerke Unna. Meinert kam in die NSDAP-Ortsgruppe Unna zurück und war von August 1940 bis kurz vor Ende des Krieges stellvertretender Ortsgruppenleiter.
Im Nachkriegsdeutschland war er vom 19. April 1945 bis zum 23. Januar 1948 im Kriegsgefangenenlager Rheinberg interniert, kam dann in das Zuchthaus in Siegburg und schließlich ins Internierungslager Staumühle. Die Spruchkammer Hiddesen verurteilte ihn am 12. Januar 1948 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und 6 Monaten, wobei die Zeit der Internierung nicht angerechnet wurde. Seine Revision gegen diesen Urteilsspruch hatte keinen Erfolg, so dass er die Revisionshaft sowie die Reststrafe im Internierungslager Esterwegen verbüßen musste. Auch seine Gnadengesuche hatten keinen Erfolg. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er in die Kategorie III (Minderbelastet) mit Vermögenssperre eingestuft. Diese wurde mit Bescheid des Hauptausschusses Düsseldorf vom 19. September 1951 aufgehoben.
Am 29. Mai 1990 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des Verdachts des Mordes bzw. Beihilfe zum Mord an dem jüdischen Kaufmann Armin Holländer am 15. September 1941 in Unna eröffnet. Die Zentralstelle für die Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen bei der Staatsanwaltschaft Dortmund hat das Verfahren am 5. September 1997 eingestellt.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 250f.(Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/28130353