Heinrich Leher

Heinrich Leher (* 14. August 1848 in München; † 27. August 1909 ebenda) war ein deutscher Journalist und Publizist, er gründete die heimatkundliche Zeitschrift Das Bayerland.

Leben und Wirken

Leher besuchte das Gymnasium in Metten und in Passau, danach begann er eine Apothekerlehre. Er studierte Pharmazie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo Justus von Liebig einer seiner Lehrer war. Im Anschluss an das pharmazeutische Staatsexamen arbeitete Heinrich Lehrer sieben Jahre als Apotheker in der Schweiz und im Rheinland.

Nebenbei war er schriftstellerisch tätig. Unter dem Einfluss des Münchner Zeitungsverlegers Adolf Krätzer (1845–1907)[1] wandte er sich 1881 ganz dem Journalistenberuf zu und trat in die Redaktion der von ihm herausgegebenen, katholisch-konservativen Zeitung Münchner Fremdenblatt ein[2], die in ihrer inhaltlichen Ausrichtung der persönlichen Geisteshaltung Lehers entsprach – der jedoch dabei immer stolz darauf war, parteipolitisch ungebunden zu sein und sich „mit peinlicher Sorgfalt“ vom Parteienleben ferngehalten zu haben.[3]

1889 verließ Heinrich Leher das Münchner Fremdenblatt. Aus seinen heimatkundlichen und historischen Interessen heraus gründete er im gleichen Jahr die Illustrierte Das Bayerland mit dem Untertitel Illustrierte Wochenschrift für Bayerns Volk und Land. Er wollte damit die Heimatverbundenheit zum Königreich Bayern und seinen Landesteilen fördern. Es fanden sich darin hauptsächlich historische und landeskundliche Artikel, oft mit reichhaltiger Bebilderung. Daneben enthielt sie auch Würdigungen bzw. Nachrufe bayerischer Persönlichkeiten sowie belletristische Beiträge. Bis zu seinem Tod war Leher hauptsächlich mit ihrer Herausgabe und Redaktion beschäftigt. Die Zeitschrift wurde zur bedeutendsten ihres Metiers in Bayern und bestand mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg bis 1990.

Nebenbei betätigte sich Leher als Schauspiel- und Opernreferent der Zeitung Neues Münchner Tageblatt, einem ebenfalls katholisch-konservativen Blatt.[4] Heinrich Leher gehörte 1881 zu den Mitbegründern des Münchner Journalisten- und Schriftstellervereins, dessen zweiter Vorsitzender er ab 1903 war. Er trug den Ehrentitel eines wirklichen königlichen Rates.[5] Ab 1906 engagierte sich Leher als prominenter Unterstützer für den Bau des Bayerndenkmals bei Eggmühl (als Kriegerdenkmal für die bayerischen Gefallenen der Schlacht von Eggmühl vom 22. April 1809).[3]

Die Historikerin Isolde Rieger schreibt über Leher: „Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass sich in ihm einer der wenigen „hof- und gesellschaftsfähigen“ Berufsjournalisten präsentierte, den die wilhelminische Ära in all ihrem bürgerlich steifleinernen Klassengeist anerkannte und würdigte.“

Literatur

  • Anton Bettelheim: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Band 14, 1912, S. 191 f. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)
  • Isolde Rieger: Die wilhelminische Presse im Überblick 1888–1918. Pohl-Verlag, München 1957, S. 62. (eingeschränkte Vorschau mit Zitat auf Google Bücher)
  • Joachim Kirchner: Das deutsche Zeitschriftenwesen. Seine Geschichte und seine Probleme. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1962, Band 2, S. 266. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)

Einzelnachweise

  1. Anton Bettelheim: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog, 1907, S. 11. (eingeschränkte Vorschau auf Google bücher)
  2. Franz Brunhölzl, Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte. Band 4, Teil 2, C. H. Beck Verlag, München 1981, S. 1150. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)
  3. a b Katharina Weigand: Der Löwe von Eggmühl. Ein Denkmal wider alle political correctness. In: Monika Fenn (Hrsg.): Bayerische Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Herbert Utz Verlag, München 2011, ISBN 978-3-8316-4123-9, S. 101–127, Zitat auf S. 110. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  4. Anton Bettelheim: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog, Band 14, 1912, S. 192. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)
  5. Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern. Ausgabe 1908, S. 590. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)