Heinrich Kupffer

Heinrich Kupffer (* 20. Juli 1924 in Berlin) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler, Sozialpädagoge und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Heinrich Kupffer studierte Germanistik, Klassische Philologie und Philosophie an der Universität Heidelberg und promovierte dort 1950 mit einer Dissertation über die Lyrik von Conrad Ferdinand Meyer. Zunächst arbeitete er längere Zeit als Lehrer, Erzieher und Heimleiter, so von 1954 bis 1963 an der Odenwaldschule. Von 1963 bis 1968 war er als wissenschaftlicher Assistent an der RWTH Aachen tätig und von 1969 bis 1971 Heimleiter am Landschulheim Solling. Im Jahre 1971 übernahm er eine Professur für Sozialpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Kiel. Diese Professur hatte er bis zu seiner Emeritierung 1986 inne.

Heinrich Kupffer veröffentlichte zahlreiche Bücher und Zeitschriftenaufsätze und sprach im Rundfunk. In einem Aufsatz von 1974 prägte er den Begriff „Antipädagogik“. Besonders bedeutsam ist für ihn die Gleichberechtigung des Kindes und die Ideologiekritik.

1987 veröffentlichte er seine Jugenderinnerungen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Berufserziehung als Lenkungsproblem. Eine Studie zur Einführung des Jugendlichen in die moderne Arbeitswelt. Henn, Ratingen 1965.
  • Gustav Wyneken. Klett, Stuttgart 1970.
  • mit Klaus W. Döring: Die eindimensionale Schule. Schulpädagogik als Ideologiekritik. Beltz, Weinheim 1972, ISBN 3-407-17004-1.
  • Jugend und Herrschaft. Eine Analyse der pädagogischen Entfremdung. Quelle & Meyer, Heidelberg 1974, ISBN 3-494-00809-4.
  • Antipsychiatrie und Antipädagogik. In: Die deutsche Schule. Bd. 66, H. 9, 1974, S. 591–604.
  • mit Ekkehard v. Braunmühl u. Helmut Ostermeyer: Die Gleichberechtigung des Kindes. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-436-02385-X.
  • Pädagogische Praxis und Theorie. Zum Problem der Freiheit erzieherischen Handelns. Beltz, Weinheim 1977, ISBN 3-407-54039-6.
  • (Hrsg.): Einführung in die Theorie und Praxis der Heimerziehung (= UTB. Bd. 657). Quelle & Meyer, Heidelberg 1977, ISBN 3-494-02071-X (6. erw. Aufl. 2000, ISBN 3-8252-0657-2).
  • (Hrsg.): Erziehung verhaltensgestörter Kinder (= UTB. Bd. 818). Quelle & Meyer, Heidelberg 1978, ISBN 3-494-02088-4 (2. völlig neu bearb. Aufl. 1992, ISBN 3-8252-0818-4).
  • Erziehung – Angriff auf die Freiheit. Essays gegen Pädagogik, die den Lebensweg des Menschen mit Hinweisschildern umstellt. Beltz, Weinheim 1980, ISBN 3-407-83030-0.
  • (Hrsg.): Öffentliche Erziehung als Aufgabe der Gesellschaft (= UTB. Bd. 993). Quelle & Meyer, Heidelberg 1980, ISBN 3-494-02120-1.
  • Der Faschismus und das Menschenbild der deutschen Pädagogik. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-596-26779-X.
  • Swingtime. Chronik einer Jugend in Deutschland 1937–1951. Frieling, Berlin 1987, ISBN 3-89009-025-7 (= Autobiographie).
  • Pädagogik der Postmoderne. Beltz, Weinheim 1990, ISBN 3-407-34035-4.
  • Gustav Wyneken. Ein Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik? Verlag Edition Erlebnispädagogik, Lüneburg 1992, ISBN 3-929058-76-6.
  • Varianten des Leistungsbegriffs von der Reformpädagogik bis heute. Carl-von-Ossietzky-Univ., Zentrum für Pädagogische Berufspraxis, Oldenburg 1996.
  • mit Jürgen Schiedeck und Dieter Sinthart-Pallin: Erziehung als offene Geschichte. Vom Wissen, Sprechen, Handeln und Hoffen in der Erziehung. Deutscher Studien-Verlag, Weinheim 2000, ISBN 3-89271-907-1.

Festschrift

  • Jürgen Schiedeck (Hrsg.): Pädagogik als Zeitdiagnose. Festschrift zum 70. Geburtstag von Heinrich Kupffer. Paranus-Verlag, Neumünster 1994, ISBN 3-926200-14-6.

Einzelnachweise

  1. Kupffer, Heinrich. In: Bastian Filaretow: Lexikon deutschbaltischer Wissenschaftler. Ein biographisch-bibliographisches Handbuch. Verlag Wissenschaft und Politik. Köln 1994, ISBN 3-8046-8812-8, S. 138; Heinrich Kupffer. In: AkiWiki (AKI Stuttgart) (abgerufen am 30. November 2025).