Heinrich Knolle (Politiker)

Heinrich Knolle (* 25. Mai 1884 in Feggendorf im Landkreis Schaumburg; † 7. November 1962 in Rodenberg im Landkreis Schaumburg) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Heinrich Knolle war ein Sohn des Bergmanns Wilhelm Knolle und dessen Ehefrau Justine Jochim. Von 1890 bis 1898 besuchte er in seinem Heimatort die Volksschule und arbeitete bis Mai 1900 in der Landwirtschaft. Ab Juni 1900 hatte er eine Beschäftigung als Bergmann beim Steinkohlebergwerk Barsinghausen und besuchte von 1909 bis 1910 die Bergvorschule in Obernkirchen und anschließend bis 1912 die Bergschule Clausthal. Von Dezember 1914 bis Mai 1915 musste er Kriegsdienst leisten und war danach als Steiger in verschiedenen Bergwerksbetrieben bei Celle, in Lünen und von 1922 bis 1938 in der Zeche Ibbenbüren tätig.

Knolle betätigte sich politisch, wurde 1919/1920 Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei und trat 1925 der Christlichen Gewerkschaft bei. Zum 1. April 1930 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 218.431)[1] und war vom 5. Januar 1931 bis Dezember 1933 Ortsgruppenleiter. Am 15. Februar 1933 wurde er vom Gauleiter Alfred Meyer zum Kreisleiter der NSDAP für den Kreis Tecklenburg ernannt und löste Erich Hartmann im Amt ab.[2]

Dieses Amt hatte er bis zum Kriegsende inne. Zudem war er Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses des Kreises Tecklenburg. 1938 stand er in der „Liste des Führers zur Wahl des Großdeutschen Reichstages am 10.4.1938“ auf Platz 1.184.[3] Von 1942 an war er als Gauredner eingesetzt. Am 3. Juli 1945 wurde er, nachdem er sich versteckt hatte und untergetaucht war, verhaftet und bis zum 18. Februar 1948 im Lager Staumühle interniert.

Knolle wurde durch die Spruchkammer Hiddesen am 18. Februar 1948 zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und einer Geldstrafe von 6000 Reichsmark verurteilt. Die Revision gegen dieses Urteil war erfolglos. Er musste die Gefängnisstrafe nach Anrechnung der Internierungshaft verbüßen. Ein Gnadengesuch auf Erlass der Reststrafe, die er in Internierungslager Esterwegen verbüßte, wurde zunächst abgelehnt. Im Juli 1950 wurde durch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten die Reststrafe für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Auszeichnungen

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 161 (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/21351344
  2. Tecklenbook: Nationalsozialismus im Tecklenburger Land Digitalisat
  3. Verhandlungen des Deutschen Reichstags; Reichstagshandbücher 1938,1 Digitalisat
  4. Arno Schröder: Mit der Partei vorwärts!zehn Jahre Gau Westfalen-Nord: unter Verwendung amtlicher Unterlagen von Parteidienststellen. Lippische Staatszeitung N.S. Verlag GmbH, 1940 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).