Heinrich Jacob Heidenhain
Heinrich Jacob Heidenhain (auch: Heinrich Jakob Heidenhain) (* 6. Januar 1808 in Graudorf bei Neuenburg i. Westpr.; † 29. März 1868 in Marienwerder (Westpreußen)) war ein deutscher Mediziner.
Leben
Heinrich Jacob Heidenhain wurde als Sohn eines Kaufmanns geboren und ging auf das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster.
Heidenhain studierte Medizin an der Universität Königsberg und der Universität Halle. Während seines Studiums in Halle wurde er 1828 Mitglied des burschenschaftlichen Kränzchens (Kommentbursche). 1830 wurde er in Halle zum Dr. med. promoviert. Er bestand das Staatsexamen und wurde approbiert. Im Zuge der Demagogenverfolgung wurde er später wegen seiner burschenschaftlichen Betätigung verhört; bei einer Hausdurchsuchung konnten keine Beweise gefunden werden. Im August 1834 legte er ein Geständnis ab, verneinte jedoch die seine aktive Teilnahme, woraufhin der Untersuchungsrichter die Untersuchung einstellte.
Heidenhain konvertierte vom Judentum zum evangelischen Christentum.
Während der Choleraepidemie 1831 wurde er Praktischer Arzt in Marienwerder, wo er 37 Jahre wirkte und auch als Gemeindearzt sowie als Operateur, Geburtshelfer und Stadt-Armenarzt tätig war. 1868 starb er an Typhus, nachdem er sich bei einer Behandlung während einer Epidemie angesteckt hatte.
Er schrieb Beiträge in der Berliner medizinischen Zeitschrift und veröffentlichte medizinische Werke.
Seine Kinder waren u. a. der Physiologe Rudolf Heidenhain und die Frauenrechtsaktivistin Marie Auspitz.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Nonnulla de chloroseos, pathologia et therapia. Dissertation Universität Halle 1830. Google-Books
- Die Prießnitz'schen Wasserkuren an und für sich und im Vergleich mit dem allöopathischen Kurverfahren in einzelen Krankheiten. Marienwerder 1840. Google-Books
- Mit Heinrich Ehrenberg: Exposition des méthodes hydriatriques de Priesnitz dans les divers espèces de maladies. Paris 1842. Google-Books
- Das Fieber an sich und das typhöse Fieber. Berlin 1845. Google-Books
- Die Medicinal-Reform im Sinne der Wissenschaft. Marienwerder 1846.
- Schmidt's Reform der Medicinal-Verfassung Preußens, nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten beleuchtet. Marienwerder 1846.
Literatur
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 7: Supplement A–K. Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6050-4, S. 439.