Heinrich I. von Wolfratshausen

Heinrich I. von Wolfratshausen († 10. Mai 1155) war von 1132 bis 1155 der 21. Bischof von Regensburg und Fürstbischof des Hochstifts Regensburg.

Herkunft

Heinrich I. gehörte der Familie der Grafen von Wolfratshausen, einer Seitenlinie von Dießen-Andechs, benannt nach Wolfratshausen, an. Königin Gertrud (~ 1110–1146), Frau von König Konrad III., war seine Nichte und stammte mütterlicherseits ebenfalls aus dem Haus Wolfratshausen.[1] Heinrich von Wolfratshausen war zunächst Kanoniker in Bamberg.[2]

Bischof

Als Bischof Konrad I. von Regensburg 1132 starb, kam es in der Nachfolgefrage zu einer heftigen Auseinandersetzung. Die eine Partei wurde vom Regensburger Domvogt Friedrich von Bogen angeführt und favorisierte die Wahl Heinrichs. Gegner des Domvogts war Herzog Heinrich der Stolze von Baiern, ein Welfe. Beide stritten um die Macht in Regensburg. 1133 kam es zu einem Ausgleich und die Wahl Bischof Heinrichs wurde von Kaiser Lothar III. bestätigt.[3] 1137 ernannte ihn Lothar III. zum Erzkanzler von Italien. Auch in den Folgejahren agierte Heinrich weiter mit großer Nähe zum König[4] – ab 1138 Konrad III. Dies wurde auch dadurch begünstigt, dass der königliche Hof sich öfter in Regensburg aufhielt, der König Reichsversammlungen nach hier berief, aber die Anwesenheit Bischof Heinrichs ist auch auf auswärtigen Reichsversammlungen König Konrad III. bezeugt.

1145 kam es zu einer Fehde zwischen dem Bischof und Heinrich II. von Babenberg, einem Halbbruder des Königs und Herzog von Bayern. Der Grund dafür ist nicht überliefert. Der Konflikt eskalierte und bayerischer und böhmischer Adel beteiligten sich daran. Die Stadt Regensburg wurde durch den Herzog belagert. Bischof Heinrich und sein Metropolit, Erzbischof Konrad I. von Salzburg exkommunizierten die Gegner Heinrichs, was Papst Eugen III. bestätigte. Konrad III. vermittelte 1146 und konnte den Streit beilegen, ohne dass auch dazu Einzelheiten überliefert sind.[5]

Heinrich nahm am Zweiten Kreuzzug teil. Regensburg war im Mai 1147 der Hauptsammelpunkt der Kreuzfahrer. Der Bischof kehrte allerdings vorzeitig um. Ihm wurde daraufhin Wortbruch hinsichtlich des Gelöbnisses zur Teilnahme am Kreuzzug vorgeworfen. Zum Ausgleich begab er sich 1150/51 auf eine Pilgerreise ins Heilige Land.[6]

Heinrich ließ sich als letzter Bischof von Regensburg im Kloster Sankt Emmeram bestatten.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ziegler, S. 158.
  2. Ziegler, S. 159.
  3. Ziegler, S. 159.
  4. Ziegler, S. 161ff.
  5. Ziegler, S. 167f.
  6. Ziegler, S. 169.
VorgängerAmtNachfolger
Konrad I. von RaitenbuchBischof von Regensburg
1132–1155
Hartwig II. von Spanheim