Heinrich Engelbert Schwartze

Heinrich Engelbert Schwartze (* 15. Dezember 1704 in Dresden; † 18. Juni 1767)[1] war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer in Großzschocher bei Leipzig.

Leben und Werk

Schwartze war Sohn des Ratskonsulenten und Prokurators am Oberkonsistorium Julius Schwartze und seiner Ehefrau Anna Elisabeth geb. von der Burg. Nach dem Schulbesuch von St. Afra in Meißen und der Dresdner Kreuzschule studierte er ab 1722 Theologie an der Universität zu Wittenberg und ab 1726 an jener in Halle[1] nachdem er bereits 1725 den Magistergrad erworben hatte.[2] 1733 trat er die Pfarrerstelle an der Dorfkirche in Großzschocher an, die er bis 1768 innehatte.[3]

Schwartze verfasste 1744 mit seinem Werk Historische Nachlese Zu denen Geschichten der Stadt Leipzig die erste ausführliche Landchronik für die Orte unmittelbar vor den Toren der Stadt Leipzig und hinterließ der Nachwelt ein bedeutendes Werk der Geschichtsschreibung aus der Barockzeit. So enthält es neben der sehr ausführlichen Schilderung der Verhältnisse seines Heimatortes Großzschocher zahlreiche Informationen zur Geschichte der Orte Lindenau, Plagwitz, Leutzsch, Schleußig, Kleinzschocher, Knautkleeberg, Knauthain, Lauer, Cospuden, Prödel, Hartmannsdorf, Rehbach, Albersdorf, Göhrenz, Lausen, Miltitz, Schönau, Markranstädt, Lößnig, Dölitz, Meusdorf, der Ortsteile von Markkleeberg, Großdeuben und Gaschwitz. Für die Chronistik der genannten, heute größtenteils zu Leipzig gehörigen Orte stellt seine Chronik eine wichtige Quelle dar. In dieser finden sich u. a. Nachrichten über das Pflugksche Geschlecht.[4] Es wurde auch das Bedauern geäußert, dass Schwartze seine Chronik, deren Erstellung äußerst mühselig gewesen sei, nicht fortgesetzt habe.[5] Stattdessen verfasste Schwartze eine 2000 Seiten starke zweibändige Festschrift über die 200-Jahrfeiern des Augsburger Religionsfriedens 1755 an deutschen Universitäten, die ein Jahr später erschien.[6]

Ehrungen

  • Im Leipziger Stadtteil Kleinzschocher wurde Schwartze der denkmalgeschützte Schwartzeplatz gewidmet.[7]
  • Seit 1907 gibt es in Kleinzschocher die Schwartzestraße, von der ein Fußweg abzweigt, der mit der Schwartzebrücke über die Gaschwitzer Eisenbahn zur Diezmannstraße führt.

Werke (Auswahl)

  • Heinrich Engelbert Schwarze: Historische Nachlese Zu denen Geschichten der Stadt Leipzig ..., gedruckt von Gottfried August Stopffel, Leipzig 1744.[8]
    Neudruck durch ProLeipzig, Leipzig 2006. ISBN 978-3-936508-23-9
  • Ders.: Demüthiges und gläubiges Fallen in die Hand des großen Gottes. Cirkularpredigt, gehalten am 20. Oktober 1757 in der Thomaskirche Leipzig, gedruckt von Gottfried August Stopffel, Leipzig 1758.[9]
Commons: Heinrich Engelbert Schwartze – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b Schwartze, Engelbert Heinrich. In: Pfarrerbuch Sachsen. Abgerufen am 20. November 2025.
  2. Helmut Bräuer: Stadtchronistik und städtische Gesellschaft: über die Widerspiegelung sozialer Strukturen in der obersächsisch-lausitzischen Stadtchronistik der frühen Neuzeit, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009 , S. 244.
  3. Seine dortige Pfarrkirche war die Apostelkirche (Leipzig-Großzschocher), die noch heute existiert. Den Namen Apostelkirche bekam sie indes erst 1950.
  4. Gesammelte Nachrichten des Pflugkschen Geschlechts, Extrakt aus: Schwartze, Heinrich Engelbert, Pfarrer in Großzschocher: Historische Nachlese, 1744 auf www.deutsche-digitale-bibliothek.de
  5. Otto Moser: Die Umgebung Leipzig's. Leipzig 1868 (online)
  6. Die 200-Jahrfeiern der Augsburger Religionsfriedens. Abgerufen am 20. November 2025.
  7. Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09263661 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 20. November 2025.
  8. (vollständiger Originaltext)
  9. (vollständiger Originaltext)