Heinrich Carsten Behrs

Heinrich Carsten Behrs (* 1892; † unbekannt) war ein deutscher Arbeiter, Mitglied der KPD und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er gehörte zu den Angeklagten im sogenannten Offenborn-Prozess und wurde von der nationalsozialistischen Justiz zu einer Haftstrafe verurteilt.

Leben

Herkunft und Beruf

Heinrich Carsten Behrs wurde 1892 geboren. Er entstammte der Arbeiterschaft und war in einem handwerklichen oder industriellen Beruf tätig. Wie viele politisch aktive Arbeiter seiner Generation wurde er bereits früh durch die sozialen und politischen Auseinandersetzungen der Weimarer Republik geprägt.[1]

Politisches Engagement

Behrs trat der KPD bei und engagierte sich in der lokalen Parteiarbeit. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 blieb er politisch aktiv und unterstützte den kommunistischen Widerstand im Untergrund. Seine Tätigkeit umfasste unter anderem die Aufrechterhaltung von Kontakten zwischen Parteimitgliedern sowie organisatorische Hilfe für verfolgte Genossen.[2]

Verhaftung und Offenborn-Prozess

Im Zuge der großangelegten Verfolgungsmaßnahmen der Gestapo gegen kommunistische Widerstandsgruppen im Raum Hamburg und Schleswig-Holstein wurde Heinrich Carsten Behrs verhaftet. Er wurde im Rahmen der sogenannten Offenborn-Prozesse vor dem Kammergericht Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ angeklagt.[3]

Die Offenborn-Prozesse richteten sich gegen mehrere Hundert Sozialdemokraten und Kommunisten und hatten das Ziel, die verbliebenen illegalen Widerstandsstrukturen vollständig zu zerschlagen. Behrs gehörte zu den zahlreichen Angeklagten, deren politische Betätigung kriminalisiert wurde.

Haft

Nach seiner Verurteilung verbüßte Behrs eine Haftstrafe in Justizvollzugsanstalten des nationalsozialistischen Strafsystems. Die Haftbedingungen waren von Zwangsarbeit, eingeschränkter medizinischer Versorgung und politischer Repression geprägt. Über den weiteren Lebensweg von Heinrich Carsten Behrs nach seiner Haftentlassung liegen bislang keine gesicherten Informationen vor.[2]

Historische Einordnung

Heinrich Carsten Behrs steht exemplarisch für die vielen heute kaum bekannten kommunistischen Widerstandskämpfer, die im Rahmen der nationalsozialistischen Sonderjustiz verfolgt und verurteilt wurden. Sein Schicksal verdeutlicht den repressiven Charakter der politischen Strafverfolgung im NS-Staat sowie den hohen persönlichen Preis, den oppositionelle Arbeiter für ihr Engagement zahlten.

Siehe auch

Literatur

  • Herbert Diercks: Die Freiheit lebt! Widerstand und Verfolgung im Kreis Pinneberg 1933–1945. Hamburg 1983.
  • Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS): Dokumentationen zum Widerstand im Kreis Pinneberg.

Einzelnachweise

  1. Diercks 1983
  2. a b Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS): Dokumentationen zum Widerstand im Kreis Pinneberg.
  3. Diercks 1983