Heiner Franzen

Heiner Franzen (* 1961 in Papenburg) ist ein deutscher bildender Künstler. In seiner medienübergreifende Praxis verbindet er Zeichnung, Skulptur, Installation, Film und Performance.[1]

Leben

Franzen studierte von 1986 bis 1989 an der Hochschule für Künste Bremen[2] und von 1990 bis 1993 an der Hochschule der Künste Berlin[3]. Er war Gastprofessor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (2012–2013) sowie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (2014–2016). Seit 2018 lehrt er an der ETH Zürich im Studiengang „Art and Space in Time“[4].

Franzen lebt in Berlin. Ab 2019 engagierte er sich gemeinsam mit weiteren Künstlern für den Erhalt von Atelierräumen in den Berliner Uferhallen.

Werk

Charakteristisch für Heiner Franzens Schaffen ist sein prozesshafter Ansatz, bei dem sich über lange Zeiträume und unterschiedliche Medien hinweg Motive und Themen wiederholen und miteinander verknüpfen. Die reduzierte Formensprache seiner Zeichnungen scheint Spuren von Denkbewegungen oder Erinnerungsfragmenten festzuhalten, anstatt ein abgeschlossenes Bild zu präsentieren.[5] Franzen greift etwa ikonische Filmszenen auf, zerlegt, verlangsamt oder montiert sie neu. Seine ortsspezifischen Installationen sind begehbare Bildräume, in denen die Betrachter ihre eigenen Wahrnehmungsgewohnheiten erfahren und hinterfragen können.[6]

Eine bekannte Werkreihe ist „Anchors“, eine sich ständig erweiternde Videoinstallation, für die Franzen seit vielen Jahren Ausschnitte von Fernsehmaterial mit internationalen Nachrichtensprechern sammelt und jene Augenblicke, in denen geschwiegen wird, nebeneinander arrangiert. Zuletzt wurden Versionen der mehrteiligen Installation in der Kunsthalle Barmen, Wuppertal (2025)[7], im Studio IIII Berlin (2025)[8] und im Fichtebunker Berlin (2024)[9] gezeigt.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 2024 ANCHORS, STUDIO IIII Residency, Berlin (DE)
  • 2021 W A K E, EBENSPERGER, Berlin (DE)
  • 2020 In Touch - Asta Gröting - Heiner Franzen, Carlier | Gebauer, Berlin (DE)
  • 2019 Gio Marconi Gallery, Milano (with John Bock) (IT)
  • 2018 Großes Gesichtsfeld, Haus am Lützowplatz, Berlin (DE)
  • 2018 Eidreh / Schlüsselloch, Sonntag Berlin (DE)
  • 2017 Kartenraum / Ei-Dreh, SMAC, Berlin (DE)
  • 2017 Kartenraum / Schlüsselloch, ETH Maria Hilf, Zürich (CH)
  • 2014 Set, Kunstverein Wolfenbüttel (DE)
  • 2012 The Importance About Being Ruined, Kreuzberg Pavillon Berlin (with Hannes Gruber) (DE)
  • 2010 Shining Twin Holes, Klütterkammer Berlin (DE)
  • 2007 Clusterville, Tammen Galerie Berlin (DE)
  • 2004 Körperbild, Künstlerhaus Göttingen (DE)
  • 2002 Kopfilm, Petrikirche Rostock (DE)
  • 2001 Kopfilm, Tammen Galerie Berlin (DE)
  • 1998 Flussmeter, Zollhaus Leer (DE)

Gruppenausstellungen

Auszeichnungen

Sammlungen (Auswahl)

n.b.k., Berlin; Berlinische Galerie, Berlin; Willy-Brandt-Stiftung Berlin; West LB Collection London; Kunstsammlung der Landesbank Berlin

Literatur

  • Kolja Reichert: Schnitt / Schnnnitt, W A K E. @Ebensperger Berlin, 2021[11]
  • Sophie Jung: Das Menschliche am Menschen. taz berlin, 15. Juni 2021[12]
  • Claire Coron Elat: O(h), müssen wir reden?. gallerytalk.net, 2021[13]
  • Heiner Franzen: Großes Gesichtsfeld. Herausgegeben von Haus am Lützowplatz, Berlin 2018
  • Heiner Franzen: #Millionenfotos. Verbrecher Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-95732-256-2
  • Super Visions - Zeichnen und Sein. Herausgegeben von Stefanie Heckmann, Magdalena Holzhey, Ausstellungskatalog Museum Schloss Moyland, Verlag für moderne Kunst, Wien 2013, ISBN 978-3-86984-419-0
  • FischGrätenMelkStand. Herausgegeben von Temporäre Kunsthalle Berlin, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2010, ISBN 978-3-86560-872-7
  • Heiner Franzen: Clusterville. Herausgegeben von Tammen Galerie, Strohdehner Presse, 2007, ISBN 978-3-940021-04-5

Einzelnachweise

  1. Heiner Franzen, Berlin. Abgerufen am 19. November 2025.
  2. Heiner Franzen. In: EBENSPERGER. Abgerufen am 19. November 2025 (britisches Englisch).
  3. Personen. Abgerufen am 19. November 2025.
  4. Start - ART IN SPACE AND TIME. Abgerufen am 19. November 2025.
  5. Heiner Franzen, Kolja Reichert: #Millionenfotos. Verbrecher Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-95732-256-2.
  6. Heiner Franzen: Großes Gesichtsfeld. Hrsg.: Haus am Lützowplatz. Berlin 2018.
  7. https://kunsthallebarmen.de/veranstaltung/shared-spaces/
  8. https://studioiiii.de/iiiiresidency
  9. https://ebensperger.net/franzen-anchors
  10. Heiner Franzen – Krull Stiftung. Abgerufen am 19. November 2025.
  11. Franzen W A K E Text. In: EBENSPERGER. Abgerufen am 19. November 2025 (britisches Englisch).
  12. Sophie Jung: Das Menschliche am Menschen. In: Die Tageszeitung: taz. 12. Juni 2021, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 19. November 2025]).
  13. Claire Koron Elat: Heiner Franzen bei Ebensperger. In: gallerytalk.net. 25. Juni 2021, abgerufen am 19. November 2025.