Heinz Gernot
Heinz „Hein“ Gernot (* 2. Februar 1921 in Andreashütte, Provinz Oberschlesien; † 12. Oktober 2009 in Köln) war ein deutscher Bildhauer.
Leben
Heinz Gernot absolvierte eine Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer.[1] Vor dem Zweiten Weltkrieg zog er nach Köln. Zur Wehrmacht eingezogen kehrte er neun Jahre nach Kriegsende als Spätheimkehrer aus Russland zurück. Diese Zeit war prägend für seinen weiteren Lebensweg und den Schaffensdrang als Künstler. Er studierte von 1951 bis 1955 an der Kunstakademie Düsseldorf und brachte es bis zum Meisterschüler bei Zoltan Székessy.[1] 1956 heiratete er Helga, eine Tochter des Bildhauers Hermann Isenmann, des künstlerisch-technischen Leiters der Gipswerkstatt der Akademie. Ab 1957 unterhielt er ein eigenes Atelier in Köln.[1]
Schwerpunkt seines Lebenswerks waren religiöse Kunstwerke in katholischen Kirchen in Westdeutschland. So schuf er im Zeitraum von den 1960er-Jahren bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts über 150 Kirchenaltare. Seine Werke finden sich in Kirchen vom Frankfurter Raum bis an den Niederrhein.
Werke
Seine umfangreichsten Arbeiten sind im Bonner Münster. Hier schuf er den Vierungsaltar in versilberter Bronze mit reliefverzierten Elfenbeinplättchen und an den Besuch von Johannes Paul II. erinnernden Darstellungen auf der Südseite (1980),[2] den Schrein für Cassius und Florentius in der Krypta (1971), das Taufbecken sowie Portale, Lampen und Gitter.[3]
Für die Kirche St. Joseph in Köln-Dünnwald erschuf er den Altar, die Taufe und den Weihwasserstein.[4] Von Gernot stammen u. a. der Altar und der Taufstein in der Kirche St. Johann Baptist, Bergisch Gladbach-Refrath (Weihe 1968).[5] 1969/70 schuf er Tabernakel und Altar für die Kirche in Euskirchen-Elsig.
Gernot gestaltete unter anderem auch die Sakramentskapelle von St. Sebastian in Poppelsdorf, das Sakramentshaus und einen Kreuzweg für St. Petri in Lengsdorf, die Chorraum-Ausstattung für St. Judas Thaddäus in Heisterbacherrott (Weihe 1970) sowie steinerne Konsolfiguren für St. Walburga in Walberberg (1988/89, zusammen mit Olaf Höhnen und Sepp Hürten).[1]
Neben den religiösen Werken ist sein Schaffen auch an öffentlichen Bauten im Rheinland wiederzufinden. So schuf er die bronzene Eingangstür im Kölner Rathaus.[6] Von ihm stammt auch das Grabmal des 1992 verstorbenen Diözesanbaumeisters Erich Valder auf dem Friedhof Junkersdorf.[1]
Insgesamt typisch für seine Werke ist der Umgang mit verschiedenen Materialien wie Stein, Holz, Bronze, aber auch Aluminium. Häufig wurden Details aus Email, Elfenbein oder Bergkristall eingesetzt. Seine Werke weisen klare, dekorativ-abstrakte Formen auf.
Seine geschaffenen Skulpturen sind überwiegend im Privatbesitz der Familie.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Dankmar Trier: Gernot, Hein. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 52, Saur, München u. a. 2006, ISBN 3-598-22792-2, S. 219.
- ↑ Ausgewählte Kunstwerke im Bonner Münster in Bildern. In: bonner-muenster.de. Abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ Heinz Gernot - Sakralwerk. Abgerufen am 17. Februar 2025.
- ↑ Helmut Fußbroich, Architekturführer Köln, Köln 2005, S. 146.
- ↑ Die kirchliche Ausstattung der Pfarrkirche St. Johann Baptist, Bergisch Gladbach-Refrath, bearb. Martina Junghans, 2017 (Archiv Erzbistum Köln)
- ↑ „Verwaltungsbauten Historisches Rathaus“ ( vom 4. November 2018 im Internet Archive), Bilderbuch Köln, Abfragedatum: 19. April 2017.