Hofanlage Kirchstraße 2
Die Hofanlage Kirchstraße 2, das Heimathaus Irmintraut, neben der Liebfrauenkirche, in der niedersächsischen Gemeinde Ottersberg, Ortsteil Fischerhude, im Landkreis Verden, wurde im 18. und 20. Jahrhundert gebaut oder umgesetzt. Aktuell (2025) wird sie als Heimatmuseum, Veranstaltungsort und Treffpunkt und wohl auch zum Wohnen genutzt.
Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Ottersberg).[1]
Geschichte und Beschreibung
Ottersberg wurde erstmals als Burg Ottersberg um 1305 erwähnt und die Künstlerkolonie Fischerhude 1190 als Widigeshude.
Seit 1764 steht der Tietjenhof in Fischerhude. Seine Bewohner waren eine von ursprünglich achtzehn alteingesessenen Bauernfamilien und bis in das 20. Jahrhundert Eigentümer des Hofs, bis keine Erben den Hof weiter betreiben konnten. Das Lehrerehepaar Gertrud und Dr. Hinrich Schloen kaufte das Haus und eröffnete es 1934 als Museum und Heimathaus. Sie gaben dem Haus den Namen ihrer früh verstorbenen Tochter Irmintraut.
Die Hofanlage besteht aus
- dem eingeschossigen, giebelständigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude von 1768 (Inschrift) als Zweiständer-Hallenhaus in Fachwerk mit Ausfachungen in Stein und reetgedecktem Krüppelwalmdach sowie der Grooten Door; Bleiverglasung mit Kabinettscheiben von 1785 (Inschrift); am Wohngiebel in Backstein ersetzt; um 1900 wurde das Kammerfach in Backstein unter Verwendung von Rundbogenfenstern verlängert,[2]
- der eingeschossigen, giebelständigen Scheune, genannt der Spieker, von 1747 (Inschrift) mit Umbauten von 1801 und 1849, in Fachwerk, mit reetgedecktem Krüppelwalmdach mit Schleppgauben, Uhlenloch und Grooter Door mit Korbbogen sowie mit Längs- und Quereinfahrt; 1938 hierher umgesetzt und für Wohnzwecke erneut umgebaut,[3]
- dem eingeschossigen Schafstall aus dem 18. Jahrhundert in Fachwerk und mit reetgedecktem Krüppelwalmdach; hierher umgesetzt,[4]
- dem eingeschossigen Speicher vom Ende des 18. Jahrhunderts in Fachwerk mit Satteldach und davor ein Backhaus.[5]
Das Ehepaar Schloen ließ weitere Gebäude auf den Hof umsetzen (Backhaus und Kornspeicher = Spieker). Der Hof war früher über Wasserläufe mit der Wümme verbunden; der Bootsschuppen (Scheppschuer) blieb erhalten. Nach dem Tode des Ehepaares führte der Verein für Niedersächsisches Volkstum aus Bremen das Museum und überführte es 1984 in die Stiftung Heimathaus Irmintraut. Zu sehen sind: Dörfliche Gegenstände der Wohn- und Arbeitswelt sowie auch Brauchtumsgegenstände und Trachten.
Literatur
- M. Wolffson, Die alten Höfe von Fischerhude – Haus- und Hofchronik; Bauleute, Köthner, Neubauern. Selbstverlag des Verfassers, Fischerhude 1995.
Weblinks
- Museumsverband: Heimathaus Irmintraut Fischerhude
- Landkreis Verden: Heimathaus Irmintraut
- museum.de: Museum Heimathaus Irmintraut
Einzelnachweise
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Koordinaten: 53° 6′ 57,8″ N, 9° 3′ 28,9″ O