Heilig-Kreuz-Kirche (Biederitz)

Die Heilig-Kreuz-Kirche ist die römisch-katholische Kirche in Biederitz, einer Ortschaft im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Die nach dem Kreuz Jesu benannte Kirche gehört zur Pfarrei St. Augustinus in der Pastoralregion Magdeburg des Bistums Magdeburg.

Geschichte

Im 16. Jahrhundert wurden die Bevölkerung und die Kirchen von Biederitz und Gerwisch, die damals zum Archidiakonat Leitzkau des Bistums Brandenburg gehörten, durch die Reformation evangelisch-lutherisch. Erst in der Franzosenzeit ließen sich vermutlich wieder erste Katholiken in Biederitz und Gerwisch nieder. Sie gehörten zunächst zur Pfarrei Magdeburg. Nachdem Biederitz 1873 einen Bahnhof erhalten hatte und sich im nahen Magdeburg Industriebetriebe angesiedelt hatten, besonders aber ab 1914, als katholische Arbeiter aus Schlesien in der Konservenfabrik Gerwisch und der Ziegelei in Heyrothsberge angestellt wurden, vergrößerte sich auch die Zahl der Katholiken in Biederitz und Gerwisch.

Nachdem das Deutsche Reich mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg begann und infolgedessen Frankreich am 3. September 1939 Deutschland den Krieg erklärte und zwei Tage später eine Offensive gegen das Saargebiet begann, wurden Saarländer in das Innere des Reichsgebietes evakuiert. Daher hielt ein Pater aus Magdeburg in Biederitz in einer Autogarage katholische Sonntagsgottesdienste für die Katholiken im Raum Biederitz, bis die Saarländer wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Die Gottesdienste in Biederitz wurden wieder aufgenommen, nachdem im Herbst 1944 vor dem Vorrücken der Alliierten evakuierte Katholiken aus dem Rheinland in den Raum Biederitz gekommen waren. Nun fanden sie in der evangelischen Kirche von Biederitz statt. Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa stieg die Zahl der Katholiken in Biederitz und den umliegenden Ortschaften stark an. Daher wurde am 19. Februar 1946 in Gerwisch eine Seelsorgestelle gegründet, die 1947 zur Kuratie erhoben wurde. Am 19. Dezember 1947 wurde mit Paul Rieger der erste eigene Priester für die Kuratie Gerwisch ernannt. Die Kuratie konnte in Gerwisch jedoch weder ein Gebäude noch ein Baugrundstück für kirchliche Zwecke erwerben.

1949 konnte jedoch im Nachbarort Biederitz ein bebautes Grundstück gekauft werden. Das dort vorhandene Gebäude wurde bis zum Frühjahr 1950 nach Plänen des Architekten Hermann Lippsmeier aus Magdeburg für kirchliche Zwecke umgebaut. Daher wurde am 22. Februar 1950 die Kuratie Gerwisch nach Biederitz transferiert, wo sie am 1. November 1965 zur Filialkirchengemeinde (Pfarrvikarie) der Magdeburger Pfarrei St. Andreas erhoben wurde. Die Urkunde zur Erhebung unterzeichnete Lorenz Kardinal Jaeger, der Erzbischof des Erzbistums Paderborn, zu dem Biederitz damals gehörte, während des Zweiten Vatikanischen Konzils in Rom. Zur Errichtung einer Pfarrei kam es in Biederitz nicht.

Am 8. Juli 1994 wurde das Bistum Magdeburg gegründet, und die Zugehörigkeit von Biederitz wechselte vom Erzbistum Paderborn zum Bistum Magdeburg. Am 1. März 2006 wurde der Gemeindeverbund Magdeburg-Ost errichtet, der außer der Pfarrvikarie Hl. Kreuz in Biederitz auch die Pfarrei St. Andreas und die Pfarrvikarie St. Petri, beide in Magdeburg gelegen, umfasste.[1] Damals gehörten rund 430 Katholiken zum Einzugsgebiet der Heilig-Kreuz-Kirche. Am 28. November 2010 wurde aus dem Gemeindeverbund die heutige, nach dem heiligen Augustinus von Hippo benannte Pfarrei St. Augustinus.[2]

Zum Einzugsgebiet der Heilig-Kreuz-Kirche gehören heute neben Biederitz auch die Ortschaften Gerwisch, Gübs, Klein Gübs, Königsborn, Körbelitz, Lostau, Woltersdorf und Wörmlitz.

Lage, Architektur und Ausstattung

Die Kirche steht auf dem Grundstück Breite Straße 38, rund 200 Meter von der Ehle entfernt.

Das Kirchenschiff ist mit einem Satteldach eingedeckt. Das Gotteshaus wird durch einen Vorbau an der Nordostseite der Kirche erschlossen, der Innenraum wird durch Fenster auf der Westseite belichtet und durch eine Flachdecke abgeschlossen. An den Seitenwänden des Kirchenschiffes hängen die Kreuzwegstationen, an der Rückwand des Altarraumes hängt ein schlichtes Kreuz.

Vor der Kirche befindet sich ein freistehender metallener Turm mit zwei Glocken.

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Joppen: Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Band 31, Teil 11, Die Zeit von der Potsdamer Konferenz bis zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 1945–1949. St. Benno Verlag, Leipzig 1989, S. 140–144.
Commons: Holy Cross Church (Biederitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Nr. 44 Errichtung von Gemeindeverbünden. Bistum Magdeburg, Amtsblatt 3/2006, abgerufen am 20. März 2022.
  2. Nr. 179 Pfarreierrichtungen. Bistum Magdeburg, Amtsblatt 12/2010, 10. November 2010, abgerufen am 20. März 2022.

Koordinaten: 52° 9′ 36,4″ N, 11° 42′ 59,9″ O