Heidi Herzog

Heidi Herzog (* 7. Dezember 1905; † 17. Februar 1967) war eine in der Schweiz geborene Malerin, die vor allem durch ihr in Südafrika entstandenes Spätwerk an Blumenbildern bekannt wurde.

Leben und Werk

Adelheid Herzog, genannt Heidi Herzog, wurde am 7. Dezember 1905 in Basel geboren und dort im April 1906 getauft. Nach der Schulzeit studierte sie Naturwissenschaften und erwarb einen Doktor in Chemie. Sie begann Mitte der 1920er Jahre zu malen, zuerst wohl auf Reisen. 1931 hielt sie sich malend im italienischen Torre del Greco auf, und darauf in das von Malern bevorzugte Sanary-sur-Mer.

Vorbilder und Lehrer Herzogs waren André Derain, André Dunoyer de Segonzac und Professor Breune von der Münchner Akademie. Frankreich wurde für Heidi Herzog schicksalbestimmend. In den Galeries Modernes in Marseille hatte sie ihre erste Ausstellung, der im Musée d‘Arles-sur-Rhone die zweite Soloausstellung folgte. Ihr Eintauchen in die zeitgenössische französische Malerei-Szene trug ihr Anerkennung ein, ihre künstlerischen Freundschaften gaben ihr Anregungen. In den 1930er Jahren malte sie in Öl die Landschaften ihrer Umgebung und verbrachte dann, wie sie äusserte, gemeinsam mit Marcel Dyl, eine »entscheidende Phase« ihres künstlerischen Lebens in Le Tholonet, nahe Aix-en-Provence, u. a. in den Ruinen des Château Noir, die mit Paul Cézannes Leben und Werk verbunden sind.[1]

Diesen ersten Höhepunkten ihrer Karriere folgte die Zerstörung ihres künstlerischen Weges und Schaffens durch die Machtergreifung der Nazis. Allein ein Werk aus ihrer französischen Schaffenszeit, das Bildnis eines kleinen Mädchens, hat den Weg ins heimische Basler Kunstmuseum gefunden.[1]

In den frühen 1930er Jahren zog Heidi Herzog nach Paris und lebte mit und unter führenden Malern ihrer Zeit; zu dieser Zeit oder bereits früher begann auch ihre Bekanntschaft mit Walter Benjamin. Herzog heiratete einen Franzosen, wurde Mutter zweier Kinder – und verlor den jüdischen Ehemann und ihre Kinder in Folge des deutschen Eroberungskriegs. Sie selbst überlebte die deutsche Besatzungszeit und rassistische Verfolgung nur knapp.[1]

1951 kam sie im Auftrag einer Schweizer Firma nach Johannesburg.[2] Durch die Besatzungs- und Kriegsjahre in Frankreich traumatisiert, psychisch und physisch instabil, gab sie ihre Arbeit auf und entsagte in Südafrika bald der Regelmässigkeit mechanischer Arbeitsabläufe. In einem armseligen Zimmer in Braamfontein, an der Zentrumsperipherie Johannesburgs lebend und nunmehr hauptsächlich malend lernte sie den Kunstmäzen Gerrit Bakker kennen. Der Büchermensch und Kunsthändler wurde zu ihrer letzten wichtigen menschlichen Begegnung, die ihr im Apartheidstaat widerfuhr.

Bakker verbesserte ihre Lebensumstände und organisierte und vermittelte eine Reihe von Ausstellungen, die ihrem Werk in Südafrika und international Aufmerksamkeit brachten. Es gelang, Herzogs materielle Situation zu stabilisieren, und sie begann, ein großes Œuvre vor allem an Blumenbildern zu produzieren, das mit Odilon Redon verglichen worden ist.[1] Zeichnungen von ihr erschienen auch in der von Nadine Gordimer und Alan Paton geleiteten Zeitschrift CONTRAST.

Klaus Täubert vermerkte zu ihrem Spätwerk: “Die Kunst, die nun entstand, war das Fazit ihres Lebens. Sie war, nach bitteren Jahren, ein Destillat geistigen Schmerzes und physischen Leids, relativiert durch eine seltsame Verzauberung, wie sie eigentlich nur Menschen ihres Lebenshintergrundes hervorzubringen vermögen.”[1] Auch die farbmystische Qualität ihrer Bilder wurde gewürdigt: "Her pictures are mystical and arresting symphonies in colour and light." ("Ihre Bilder sind mystische und fesselnde Symphonien aus Farbe und Licht.")[3]

Neben Blumenbildern schuf Herzog auch Porträtbilder, zumeist in Pastell oder Öl gemalte Gesichter und Brustbilder.

Sie starb am 25. Februar 1967 nach einer einem Herzinfarkt folgenden Notoperation am offenen Herzen.[4]

Ausstellungen in Südafrika (Auswahl)

(Quelle: [5])

  • Constantia Gallery, Loveday Street, Johannesburg – May 1961 (Pastelle and Ölgemälde)
  • Municipal Library, Springs – Juli 1961
  • Gallery Vermeer, Pretoria – September 1962
  • Gallery 101, Johannesburg – Gemälde und Pastelle – 1.4.1963–13.4.1963 (48 works) (Eröffnung durch den Dichter und Psalmenforscher Peter Eliastam)
  • Gallery 101, Johannesburg – Gemälde und Pastelle – 31.8.1964–12.9.1964 (42 works) (Eröffnung Prof. J.E. Kerrich)
  • Strand Galleries, Cape Town – 22.2.1966 (Gemälde und Pastelle)
  • Gallery 101, Johannesburg – Memorial Exhibition of Paintings and Pastels – 6th May, 1968
  • William Humphreys Art Gallery, Kimberley – 19.2.1974–5.3.1974 (Gemälde) (eröffnet von Peter Eliastam)
  • Bakker’s Bookshop, 84 Loveday Street, Johannesburg – Gemälde und Pastelle – 26.8.1974–14.9.1974 (45 Werke)
  • RAU (Gencor Gallery), Johannesburg (Eröffnung durch Gerrit Bakker)

Einzelnachweise

  1. a b c d e Klaus Täubert: Heidi Herzog. Abgerufen am 26. November 2025.
  2. Heidi HERZOG archives. Abgerufen am 26. November 2025.
  3. Godfrey: Herzog - Bakker. Abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
  4. Fernand F. Haenggi: HEIDI HERZOG 1905 – 1967. Abgerufen am 26. November 2025.
  5. Heidi HERZOG archives. Abgerufen am 26. November 2025.