Haweri

Die Haweri (kurmandschi Hawêrî) sind ein sehr großer jesidischer Stamm (Großfamilie) und existieren schon seit mindestens 800 Jahren. Die Haweris haben ihr Siedlungsgebiet überwiegend im Nordirak in der Region um Zaxo.[1]

Geschichte

Der Name "Haweri" ist kurdisch mit einer geschichtlichen Bedeutung. "Haw" (nicht mehr) und "weri" (trauend), was zusammen "nicht mehr trauend" heißt. Dies ist so, weil sich die Haweris in der Zeit von Sheihk Adi mit einer Entscheidung eines ezidischen Fürsten nicht zufrieden waren und somit auch das Jesidentum verlassen wollten. Laut einer Legende hat der Emir von Kilis, und heiliger Sheikh Mend während die Haweris sich zu dem Hügel Çûdî oder Hasana-Schlucht begebten eine Aufgabe von Sheikh Adi bekommen, zu den Haweris zu gehen und sie vom Gegenteil zu überzeugen. Sheikh Mend hat sich laut der Legende in eine große schwarze Schlange verwandelt und somit die Haweris abgehalten kurz vor der Hasana-Schlucht. Er verblieb da 7 Jahre, bis er sich danach wieder nach Lalish begab.[2]

Herkunft

Die Haweris gehören der Religion des Jesidentums an. Sie lebten von ca. 1200 bis zum Ende des Osmanischen Reiches in den Regionen um Silopi[3] und Cizira Botan in der heutigen Türkei, migrierten aber in den benachbarten Irak anzusiedeln und ließen sich südlich von Zaxo in der Derabun-Gegend nieder.[4] Schätzungen nach gibt es weltweit ca. 50.000–70.000 Haweris. Ein großer Teil lebt auch in Deutschland, überwiegend in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Viele Haweris leben auch in Syrien, Armenien und der Türkei.

Unterstämme

Der Stamm der Haweris ist in folgende acht Unterstämme gegliedert. Die Unterstämme kommen von 7 verschiedene Stammväter oder auf Kurdisch "Heft babê êşîra"[2]:

  • Beîlga
  • îska
  • Bilêska
  • Tahlga
  • Mazeka
  • Shihabga
  • Issaî
  • Daloga

Haweris während des Saddam-Regimes

Als Saddam Hussein an der Macht war, wurden die Assyrer, genauer gesagt 15 familien, von Derabun vertrieben und deren Kirchen mit Dynamit zersprengt worden. Zunächst wurden danach in das Dorf Araber von Mosul und Yezidischen Haweri wieder in das Dorf umgesiedelt.[5][6]

Einzelnachweise

  1. Mark Sykes-Kurdische Stämme (S. 10 Nr. 48). Abgerufen am 6. Juni 2016 (englisch).
  2. a b Mythos und Legende der Şêx Mend und das Symbol der Schlange. Abgerufen am 10. November 2025.
  3. Haweri in Silopi. Abgerufen am 27. Juni 2016 (deutsch).
  4. Haweri Immigration aus Türkei (S. 58). 12. Juni 2016, abgerufen am 12. Juni 2016 (deutsch).
  5. Sargon George Donabed: Reforging a forgotten History. Hrsg.: Sargon George Donabed. Edinburgh University Press, Edinburgh 2015, ISBN 978-0-7486-8603-2, S. 179.
  6. Sagron George Donabed: Reforging a forgotten History. Hrsg.: Sagron George Donabed. Edinburgh University Press, Edinburgh 2015, ISBN 978-0-7486-8603-2, S. 185.