Hauszeichen am Gebäude Alter Markt 1, 1a
Als Hauszeichen am Gebäude Alter Markt 1, 1a wird ein Hauszeichen sowie ein Stadtwappen in Magdeburg in Sachsen-Anhalt bezeichnet, die gemeinsam als Kleindenkmal geführt werden.
Lage
Die beiden Elemente befinden sich links und rechts von einem Torbogen am Wohn- und Geschäftshaus Alter Markt 1, 1a auf der Südseite des Alten Markts, nahe dem westlichen Ende der Häuserzeile am Zugang vom Breiten Weg. Das Hauszeichen Zum weißen Lamm ist auf der Westseite, das Stadtwappen auf der Ostseite des Torbogens angebracht. Der Torbogen markiert in etwa die Stelle der historischen Straße Schwibbogen. Unterhalb des Stadtwappens ist eine Erläuterungstafel angebracht, die daran erinnert, dass an dieser Stelle einmal die Magdeburger Börse stand.
Anlage und Geschichte
Die denkmalgeschützten Elemente stammen von historischen Gebäuden der Magdeburger Altstadt, die während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurden. Mehrere dieser Haussteine wurden aus den Trümmern geborgen und an neu errichteten Gebäuden angebracht.
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt sind die Elemente unter der Erfassungsnummer 094 76741 als Kleindenkmal verzeichnet.[1] Das Gebäude Alter Markt 1, 1a gehört seinerseits zum Denkmalbereich Zentraler Platz.
Hauszeichen Zum weißen Lamm
Der Hausstein Zum weißen Lamm befand sich ursprünglich am Brauhaus Zum weißen Lämmchen, Schrotdorfer Straße 4. Diese Straße verlief westlich vom Nordabschnitt des Breiten Wegs abgehend nach Westen.
Das Gebäude gehörte in der Zeit vor 1631 Zacharias Ernst. 1631 und auch 1651 wurde ein Joachim Lübke als Eigentümer geführt. 1665 erwarb Valentin Nuland die Stätte für 275 Taler. Er veräußerte sie in der Zeit bis 1671 an den Brauer Andreas Thomas, von dem sie 1674 der Domkämmerer Johann Bilzing für 300 Taler erwarb. Bilzing bebaute die Stätte und verkaufte das Gebäude 1699 für 2000 Taler an den Pastor Christian Andreas Vogel, der auch noch 1728 Eigentümer war.[2] In der Zeit um 1823 gehörte das Haus Fuhrmann, später der Stadt Magdeburg, die 1944/1945 noch Eigentümerin war.
Der Hausstein zeigt ein nach links blickendes Lamm mit Kreuz. Unterhalb des Lamms befindet sich die Inschrift Zum weißen Lam. Der Stein befand sich noch bis 1944/1945 am Gebäude. In der Zeit nach 1945 wurde er von einem Bergungsteam unter Werner Priegnitz aus den Kriegstrümmern geborgen. Nach einer Restaurierung wurde der Stein in der Zeit um 1960 an seinem heutigen Standort angebracht.[3]
Stadtwappen
Die an das Magdeburger Stadtwappen angelehnte Darstellung zeigt in einem Wappenfeld eine Person, in deren linker Hand sich die für das Stadtwappen typische Burg befindet. Die Burg ist darüber hinaus auch oberhalb der Helmzier des Wappenfelds dargestellt.
Literatur
- Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 59.
Einzelnachweise
- ↑ Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 2560 f.
- ↑ Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 392
- ↑ Günter Hammerschmidt, Häuser mit Hauszeichen in der ehemaligen Altstadt von Magdeburg, Magdeburg 2004, Seite 125
Koordinaten: 52° 7′ 53,9″ N, 11° 38′ 16″ O