Haus Zum Aschaffenburg
Das Haus Zum Aschaffenburg ist ein um 1500 entstandenes spätgotisches Fachwerkhaus am Kirschgarten in der Mainzer Altstadt. Aufgrund der in großen Teilen noch original erhaltenen Bausubstanz gilt es heute als das älteste in Mainz noch erhaltene Fachwerkhaus.[1][2]
Bei dem Gebäude handelt sich um ein Doppelhaus (Kirschgarten 26/28), welches sich mit zwei Häuserfronten zum Platz des Kirschgartens öffnet. Auf eine Entstehung um das Jahr 1500 deuten die spätgotischen Fachwerkobergeschosse hin, die erhalten geblieben sind. Das Erdgeschoss ist massiv ausgebildet und weist stichbogige Arkaden an der Traufenseite auf, die erst später hinzugefügt wurden. Eine Datierung der Kämpfer weist auf bauliche Veränderungen im Jahr 1708 hin. Haus Nr. 26 wurde ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt um ein verschiefertes Fachwerkgeschoss erhöht. 1976 legte man die Fachwerkobergeschosse und damit das Holzfachwerk frei. Ausgebildet wurde das Fachwerk im fränkischen Stil. Die Farbgebung konnte nach Originalbefunden wieder hergestellt werden und besteht aus einer roten Balkenfärbung, schwarzen und ockerfarbenen Begleitstrichen und weißen Ausfachungen. Auch hier deuten verschiedene Merkmale wie beispielsweise die Bund-, Eck- und Mittelständer mit ihrer spätgotischen Vorform der Strebefigur des Mannes, hier vor allem die gebogenen und sich überschneidende Kopf- und Fußstreben, auf den ursprünglichen Baustil hin. Im Dachbereich in Form eines Steilgiebels weist einen weit vorkragenden Ortgang auf sowie an der Spitze eine Abwalmung in Form eines Hütchens.
Der St. Alban Altar
Das „Haus Zum Aschaffenburg“ wird in mindestens zwei frühneuzeitlichen Urkunde (1615, 1622) erwähnt.
Literatur
- Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 2.2.: Stadt Mainz – Altstadt.in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1997 (3. Auflage), ISBN 3-88462-139-4
- Rolf Dörrlamm, Susanne Feick, Hartmut Fischer, Hans Kersting: Mainzer Zeitzeugen aus Stein. Baustile erzählen 1000 Jahre Geschichte. Hermann Schmidt, Mainz 2001, ISBN 3-87439-525-1.
Einzelnachweise
- ↑ Rolf Dörrlamm, Susanne Feick, Hartmut Fischer, Hans Kersting: Mainzer Zeitzeugen aus Stein. Baustile erzählen 1000 Jahre Geschichte. S. 68
- ↑ Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 2.2.: Stadt Mainz – Altstadt.in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. S. 246
Koordinaten: 49° 59′ 50,2″ N, 8° 16′ 24,8″ O