Haus Stockebrand

Haus Stockebrand ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkgebäude in Möhnesee-Körbecke. Es wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Der Bau war im April 2003 Denkmal des Monats des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Das Gebäude wird heute für kulturelle Zwecke genutzt.

Baugeschichte

Das Gebäude ist ein einfaches Fachwerkhaus mit Satteldach. An den Giebelseiten gibt es herausgearbeitete Balkenköpfe und Füllhölzer. Diese waren ursprünglich farbig gestaltet, wie eine Untersuchung ergab.

Eine Renovierung erfolgte um die Jahrtausendwende in enger Abstimmung mit den Experten des Landschaftsverbandes. Veränderungen an der Bausubstanz wurden nur vorgenommen, wenn sie unbedingt nötig waren. So mussten einige Balken ausgetauscht werden. Die Struktur des Obergeschosses blieb erhalten und es konnten sogar teilweise die alten Holzdielenböden erhalten werden. Die Unebenheiten wurden dabei beseitigt. Auch die Fenster konnten zu einem großen Teil erhalten werden.[1]

Nutzungsgeschichte

Um 1880 wurde ein Zimmermeister Ferdinand Stockebrand als Besitzer genannt. Dieser betrieb um 1885 eine Kornbrennerei und eine Presshefefabrik. Hergestellt wurde unter anderem der Körbecker Doppelkorn. Das Unternehmen wurden in den 1930er Jahren aufgegeben. Das Grundstück und die Gebäude wurden an Landwirte verpachtet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in der dazu gehörenden Scheune über 1500 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter untergebracht. In den 1950er Jahren war dort eine Weberei und in den 1960er Jahren eine Drahtseilproduktion. Das Wohngebäude wurde in dieser Zeit noch bewohnt.[2]

Das Wohngebäude wurde 1971 von der Gemeinde Möhnesee erworben, um es abzureißen. Da sich die Bausubstanz als einigermaßen solide darstellte, wurde davon abgesehen. Der örtliche Heimatverein schlug 1974 unter Leitung des späteren Bundestagsabgeordneten Bernhard Schulte-Drüggelte die Nutzung als Heimatmuseum vor. Daraus entwickelte sich ein paar Jahre später ein Künstlermuseum. Neben Ausstellungen gibt es eine Gedenkstube für Jānis Jaunsudrabiņš, der in der Nähe gelebt hatte.

Im Jahr 1994 wurde Haus Stockebrand in die Denkmalliste eingetragen. Kurze Zeit später übernahm der neue Kulturverein Möhnesee die Nutzung mit einem neuen Konzept. Als sich 1998 schwere Baumängel zeigten, wurde erneut der Abriss erwogen. Der Verein protestierte mit einer Unterschriftenaktion und akquirierte Fördermittel bei der NRW-Stiftung. Die Entscheidung für den Erhalt wurde mit einer Stimme Mehrheit getroffen.

Seitdem finden dort regelmäßig kulturelle und sonstige Veranstaltungen statt. Auch gibt es mehrere Kunstausstellungen in jedem Jahr. Auch heiraten kann man in dem Gebäude.[3]

Einzelnachweise

Koordinaten: 51° 29′ 52,8″ N, 8° 7′ 46,9″ O