Haus Klosterstraße 11 (Kassel)
Das Haus Klosterstraße 11 war ein Fachwerkhaus in der Kasseler Altstadt. Das Renaissancegebäude aus dem 17. Jahrhundert stand bis zum Zweiten Weltkrieg in unmittelbarer Nähe zum Kasseler Zeughaus und dem Kloster Ahnaberg. Das Gebäude brannte bei den Luftangriffen vom 22. Oktober 1943 bis auf den Keller nieder, heute befindet sich ein Neubau aus den 1950er Jahren an seiner Stelle.
Baugestalt
Das giebelständige Eckhaus Klosterstraße 11 in der Kasseler Altstadt lag an der Kreuzung von Klosterstraße, Zeughausstraße und dem Platz Vor dem Kloster und war als viergeschossiges, in Fachwerk errichtetes Wohnhaus mit vorkragenden Obergeschossen ausgebildet. Die Fachwerkwände waren an der Klosterstraße und am Platz Vor dem Kloster jeweils in zehn, an der Zeughausstraße in acht Gefache gegliedert, die auskragenden Geschosse wurden umlaufend von kräftigen Quergebälken mit geschuppten und kannelierten Volutenkonsolen sowie verzierten schrägen Füllbrettern getragen. Eck- und Mittelpfosten waren mit Quader- und Beschlagmustern versehen, in den Brüstungszonen und an den Ständern selbst lagen Streben, die das Fachwerk zusätzlich gliederten und aussteiften. Die Dachzone besaß je zwei Giebel an der Klosterstraße und am Platz Vor dem Kloster, zur Zeughausstraße sprang ein weiterer Giebel über einer durchgehenden Traufe auf. Die Sockelzone war massiv verputzt, im Bereich der Straßenecke befand sich eine Wasserstandsmarke mit der Inschrift 1643 FLVT GEWANDT DEN 5. IAN, die auf ein Hochwasserereignis der Fulda im Jahr 1643 verwies. Der bauzeitliche Haupteingang lag an der Langseite, die Haustür zeigte eine profilierte Umrahmung mit breiten Pfeilern, Flachbogen, Beschlagornamenten und einem verkröpften Gebälk auf Volutenkonsolen. Eine weitere, einfachere Tür mit vorgelagerter Treppe an der Schmalfront war eine spätere Zutat. Zur bauzeitlichen Innenausstattung gehörten Stuckdecken mit geometrischen Feldern und Tierdarstellungen als Füllungen sowie reich gestaltete Innentüren der Renaissance mit korinthischen Säulen, Architrav- und Gesimsgebälk, verkröpften und ornamental belegten Füllungen, Sockel- und Frieszonen und aufwendigen Beschlägen.
Literatur
- Alois Holtmeyer: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel. VI. Kreis Cassel-Stadt. 2. Teil. Dietrichs & Co, Selbstverlag der Landesverwaltung 1923, S. 684 ([1]).
Koordinaten: 51° 19′ 2,9″ N, 9° 30′ 23,9″ O