Hatto Ständer
Hatto Ständer (* 14. Januar 1929 in Witten; † 10. August 2000) war ein deutscher Hochschullehrer und Komponist sakraler Musik.
Leben
Hatto Ständer besuchte das Musische Gymnasium Frankfurt, wo er bei Kurt Thomas zum Kontrapunkt, zur Komposition und zum Dirigieren unterwiesen wurde. Außerdem wurde er an der Folkwanghochschule in Essen auf dem Klavier und zum Dirigieren ausgebildet. Er war Schüler in der Klaviermeisterklasse von Carl Seemann an der Hochschule für Musik Freiburg. In seiner Zeit in Freiburg im Breisgau wurde Ständer beim Deutschen Hochschulklavierwettbewerb ausgezeichnet. Es folgte ein Klavier- und Orgelstudium an der Musikhochschule in Dortmund.[1]
1960 nahm er mit der Sopranistin Agnes Giebel das Stück Begegnung von Richard Strauss auf.[2]
Ab 1960 und bis 1992 unterrichtete Hatto Ständer Orgel, Chorleitung, Gregorianik und Tonsatz an der später mit der Hochschule für Musik Detmold zusammengelegten Dortmunder Musikhochschule. Er wurde 1971 zum Kirchenmusikdirektor und zum Leiter der Abteilung für katholische Kirchenmusik ernannt, ab 1976 war er Professor an der Musikhochschule.[1] Kurz vor seinem Tod entwarf er noch die Grundlagen für die Orgelkonzeption des Konzerthauses in Dortmund.[3]
Sein musikalisches Schaffen und seine Kompositionen waren vor allem kirchenmusikalisch.[1]
Orgelprojekte
Ständer wirkte als Orgelsachverständiger bzw. Disponent an mehreren Instrumenten im Raum Dortmund/Unna mit:
- Dortmund, Propsteikirche St. Johannes Baptist: Neubau durch Orgelbau Siegfried Sauer (1988); Disposition gemeinsam mit Heinz Otto Kuhlemann, klangliche Einrichtung durch Ständer.[4][5]
- Dortmund-Wambel, St. Meinolfus: Neugestaltung/Weihe 1992; Disposition von Ständer (gemeindliche Dokumentation inkl. eigener Dispositions-Anmerkungen).[6][7]
- Unna-Königsborn, Herz-Jesu: Neubau durch Orgelbau Siegfried Sauer (Weihe 13. März 1977) unter Verwendung älterer Teile; Disposition von Ständer.[8]
- Dortmund, Konzerthaus: Saalorgel von Klais (op. 1800, 2002); das Grundkonzept („Grundstein“) stammt von Ständer, die weitere Ausarbeitung nach seinem Tod erfolgte durch Bernhard Buttmann in Zusammenarbeit mit Klais.[9]
Ständers eigene Hausorgel von 1982 (Sauer) gelangte 1983 in die Christuskirche Viechtach.[10]
Schüler (Auswahl)
Mehrere seiner Studierenden übernahmen öffentliche Funktionen:
- Heinz-Otto Kuhlemann: Propsteikantor in Dortmund bzw. Wattenscheid; Orgelstudium bei Ständer.[11]
- Jutta Timpe: Kantorin (und langjährige Kreiskantorin) in Lünen; Chorleitung u. a. bei Ständer.[12][13]
- Robert Gandor: Seelsorgebereichskantor im Erzbistum Köln; Chorleitung bei Ständer (A-Examen).[14][15]
- Michael Schmoll: Professor für Musiktheorie/Gehörbildung (Hochschule Osnabrück); Gehörbildung bei Ständer.[16][17]
Werke (Auswahl)
Geistliche Vokalmusik
- Auferstehungslied (Erich Przywara; 1950)[18]
- Cantate Domino (1985)[19]
- Deutsches Proprium vom ersten Ostertage (1971)[20]
- Deutsches Proprium vom Ostersonntag (1966)[21]
- Deutsches Proprium zum Fest Mariae, Mutter vom guten Rate (1967)[22]
- Deutsches Proprium zum Pfingstsonntag (1988)[23]
- Missa E-Dur op. 4 (1947)[24]
- Weltliche Vokalmusik
- Neun Lieder (1946–1954)[25]
Orgelwerke
Klavierwerke
Kammermusik
Diskographie
- Chorgemeinschaft St. Franziskus, Theo Dieter Heumann: Orgel & Chormusik aus der St. Franziskuskirche zu Witten. (Life Records; Ständer ist beim Titel Magnificat, aufgenommen am 14. November 1979, an der Orgel zu hören)[36]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Hatto Ständer beim Verlag Dohr
- ↑ Deutsches Rundfunkarchiv: Hinweisdienst Musik: Richard Strauss. Frankfurt am Main 1998. ISSN 0944-5455 S. 7
- ↑ Dortmund, Konzerthaus. Archiviert vom am 16. Dezember 2017; abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ Orgel der Propsteikirche wird restauriert. In: Lokalkompass Dortmund. 22. Januar 2015, abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Dortmund, St. Johann Baptist. In: Organindex. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Die Orgel in St. Meinolfus. In: Kath. Kirchengemeinde St. Meinolfus, Dortmund-Wambel. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ ORGELWEIHE und erstes ORGELKONZERT (mit „Anmerkungen zur Disposition…“ von Prof. Hatto Ständer). In: Kath. Kirchengemeinde St. Meinolfus, Dortmund-Wambel (PDF). Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Dispositionen der Orgel in Herz Jesu Unna (PDF). In: Kath. Pfarrei St. Katharina Unna. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Dortmund, Konzerthaus. In: Johannes Klais Orgelbau. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Viechtach, Christuskirche. In: Organindex. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Heinz-Otto Kuhlemann – Vita. In: heinzottokuhlemann.de. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Aplerbecker Orgelherbst 2023 – Programmheft (Biografie Jutta Timpe). (PDF) In: Aplerbecker Orgelforum. 12. Oktober 2023, abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Musik & Chöre – Evangelische Kirchengemeinde Lünen. In: kirchengemeinde-luenen.de. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Robert Gandor – Profil. In: TMA Bensberg. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ KiEK 2/2007. (PDF) In: Erzbistum Köln. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Mein Lebenslauf – Michael Schmoll. In: schmoll-musik.de. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Prof. Michael Schmoll – Institut für Musik. In: Hochschule Osnabrück. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ ISMN M-2020-1811-8 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1208-6 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1481-3 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1477-6 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1479-0 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1478-3 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1482-0 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1207-9 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1213-0 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1476-9 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1214-7 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-2404-1 (Edition Dohr). Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. April 2017; abgerufen am 25. Oktober 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ ISMN M-2020-1206-2 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-2403-4 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1813-2 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1223-9 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1812-5 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ ISMN M-2020-1488-2 (Edition Dohr). Abgerufen am 25. Oktober 2017.
- ↑ Orgel & Chormusik aus der St. Franziskuskirche zu Witten bei Discogs